Vernetzung von Wissenschaftsbereichen als Grundkonzept
Die stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit von Disziplinen und Fachkulturen setzt eine intensivere Kommunikation und die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen voraus. Zu diesem Zweck sollen die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften im Lahntal und die Natur- und Lebenswissenschaften auf den Lahnbergen räumlich zusammengeführt werden.
Im Lahntal werden durch den rascheren Umzug von Kliniken auf die Lahnberge Flächen und Gebäude frei, die für diesen Zweck genutzt werden können. Kernstück des geplanten "Campus Firmanei" am alten botanischen Garten soll der Neubau einer Zentralbibliothek für die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften werden. Durch die Nachnutzung von Kliniksgebäuden können einerseits Streulagen und größere Standorte am Rand der Innenstadt aufgegeben und andererseits gravierende Probleme der Stadtentwicklung vermieden werden, die sich bei großflächigen Leerständen im Lahntal ergeben würden (vgl. Bauplanung Campus Firmanei).
Auf den Lahnbergen ist die vordringlichste Baumaßnahme ein Neubau für die Chemie. Die dann anschließende schrittweise Sanierung der vorhandenen naturwissenschaftlichen Gebäude erlaubt es, die noch im Lahntal ansässigen Naturwissenschaften (insbesondere Physik und Pharmazie) auf die Lahnberge zu verlegen (vgl. Bauplanung Campus Lahnberge).
Beitrag zur Stadtentwicklung und Erhaltung historischer Bausubstanz
Mit dem Auszug der Kliniken aus dem Nordviertel werden großflächige Leerstände entstehen. Ohne eine Nachnutzung größerer Teile der freiwerdenden Baukörper durch die Universität besteht die Gefahr der Verödung eines zentralen Innenstadtareals mit negativen sozialen Konsequenzen und einem Verlusts historischer Bausubstanz. Die Campus-Pläne der Universität tragen daher auch wesentlich zur Lösung gravierender Stadtentwicklungsprobleme Marburgs bei.

