Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Religionskundliche Sammlung)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Religionskundliche Sammlung » Aktuelles » Nachrichten » Zeremonialkrone, Geisterfalle, Schamanentrommel
  • Print this page
  • create PDF file

29.04.2009

Zeremonialkrone, Geisterfalle, Schamanentrommel

Tibetica der Ernst Senner-Sammlung als Dauerleihgabe in der Religionskundlichen Sammlung der Philipps-Universität

Senner Thangka

Bronze Senner Sammlung

Helm Senner Sammlung

Schaedelschale Senner Sammlung
                         

An einem schneefreien Freitag im Dezember überreichten die Besitzer der umfangreichen Senner-Sammlung, das Geschwisterpaar Anton Senner und Bettina Coppieters, ihre Tibetica an die Religionskundliche Sammlung. Dort wurden die rund 500 Objekte von der Leiterin der Religionskundlichen Sammlung, Professor Dr. Edith Franke, der Kustodin Dr. Katja Triplett und der Tibet-Spezialistin PD Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt glücklich in Empfang genommen. Die Objekte waren einige Jahre an die Villa Rot in Burgrieden-Rot entliehen, einem Museum mit einem Schwerpunkt auf interkulturellen Ausstellungsthemen, und kehren nun nach Hessen zurück.


Der hessische Ingenieur Dr. Ernst Senner hatte die Bestände in den 1960er Jahren in Nordindien und Nepal zusammengetragen, wo er sich wegen seiner Arbeit im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes lange Jahre aufhielt. Dabei erlebte Ernst Senner den tibetischen Exodus nach der chinesischen Besetzung. Senner trug während seines Aufenthalts in Asien eine umfangreiche und gleichzeitig sehr geschlossene Sammlung tibetischer Kultplastiken, buddhistischer Ritualgegenstände, Thangkas und Ethnographica zusammen, die seit seinem Tode von den beiden Erben liebevoll und mit großer Begeisterung betreut wird, sind die Geschwister doch mit den Tibetica aufgewachsen. „Ich erinnere mich, wie mein Vater damals die größeren Gegenstände immer mit ins Flugzeug in die Kabine nahm. Einmal saßen wir neben der riesigen Trommel, die angeschnallt einen eigenen Sitz im Flieger einnahm,“ erzählt Frau Coppieters. Ihr Bruder berichtet: „Der Vater nahm sich ab und zu einige Stücke aus der Sammlung und diskutierte sie mit Besuchern aus der Region und westlichen Experten. Wenn er besonders gut gelaunt war, legte er eine Schallplatte mit tibetischer Ritualmusik auf – Alphörner und so weiter – zog sich ein Mönchsgewand an, tanzte umher und sann so über das Leben nach.“


Die Gegenstände sind größtenteils recht ausführlich wissenschaftlich bearbeitet worden. Ursula Toyka-Fuong stellte die rund 60 Bronzeplastiken schon im Jahre 1987 in einem Katalog vor. Durch die Übergabe an eine der Spezialeinrichtungen der Philipps-Universität ist die weitere Erforschung der Tibetica gewährleistet. Daneben können die neuen Sammlungsgegenstände künftig eine herausragende Rolle in der Lehre in Fächern wie Religionswissenschaft, Völkerkunde und Indologie / Tibetologie spielen und somit direkt der Ausbildung der Studierenden dienen.




Zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 · Stephan Zandt

 
 
Religionskundliche Sammlung

Philipps-Universität Marburg, Landgraf-Philipp-Straße 4, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-22480, Fax 06421/28-22399, E-Mail: relsamm@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/relsamm/aktuelles/news/senner

Impressum