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Religionen in Afrika - Afrikanische Religionen


                                

 Ausgewählte Objekte

Traditionelle afrikanische Religionen stellen in den meisten Ländern Afrikas  offiziell eine Minderheit dar, prägen jedoch das tägliche religiöse Alltagsleben vieler Menschen. Die beiden Mehrheitsreligionen Islam und Christentum sind im Zuge von Eroberung und Kolonialisierung, durch friedliche Verbreitung und Mission heute in den meisten Ländern des afrikanischen Kontinents vertreten. Der Islam ist besonders im Norden und an der Ostküste des Kontinents verbreitet, das Christentum eher in südlichen Ländern.

Teile Nordafrikas waren durch arabische Eroberungen schon ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. islamisch geprägt. Das afrikanische Christentum begann ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. mit der Ausbildung der koptischen Kirche in Ägypten, während in Tunesien und Algerien ein Christentum lateinischer Prägung Fuß fasste. Im 4. und 5. Jahrhundert breitete sich das Christentum am Horn von Afrika in einem Gebiet aus, das heute den modernen Staat Äthiopien bildet. Weite Teile der Bevölkerung Äthiopiens gehören auch heute der äthiopisch-orthdoxen Kirche an. Vom 15. bis 18. Jahrhundert dominierten die Portugiesen mit ihrer Missionarstätigkeit weitgehend die Geschichte des afrikanischen Christentums. Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die religiöse Landschaft dann maßgeblich zu verändern. Pietisten aus Deutschland, Evangelikalen aus England und von Afroamerikanern (bekehrten ehemaligen Sklaven), bemühten sich verstärkt die christliche Lehren in verschiedenen Teilen des afrikanischen Kontinents zu verbreiteten

In die Bestände der Religionskundlichen Sammlung zu afrikanischen Religionen sind Objekte von einzelnen deutschen Missionaren, besonders aber von der Norddeutschen Missionsgesellschaft (um 1934) und der Berliner Missionsgesellschaft (um 1933) eingegangen. Ebenso wurden Gegenstände vom damaligen Kolonialinstitut Amsterdam (heute: Tropenmuseum) und dem Kolonialmuseum Bremen (heute: Überseemuseum) und Händlern für „Kuriositäten“ wie Umlauff in Hamburg Anfang des 20. Jahrhunderts angekauft.

Die Ausstellung stellt drei Bereiche traditioneller afrikanischer Religionen vor:

  • Divination (Zukunftsschau) und Krankenheilung verschiedener Ethnien (Völker)
  • Maskentänze und Initiation verschiedener Ethnien
  • Orakelwesen und religiöse Welt der Yoruba.

Üblicherweise begleiten Tänze, Musik und Gesänge die einzelnen Rituale afrikanischer Völker oder Volksgruppen, wobei den religiösen Traditionen der verschiedenen Ethnien außer diesen performantischen und sinnlichen Ausdrucksweisen kein einzelnes gemeinsames Merkmal zugeschrieben werden kann. Bewertungen afrikanischer Religionen wie   „schriftlos“, „naturnah“, „primitiv“ oder „magisch“ entstammen der Zeit der europäischen Expansion und stehen mit einem vermeintlichen Überlegenheitsgefühl westlicher Zivilisation in Zusammenhang.Afrikanische Religionen gelangten mit den verschleppten Menschen (besonders von der Westküste Afrikas) in die von Europäern kolonialisierten Regionen der Erde, unter anderem in die Karibik und nach Brasilien. Dort bildeten die Versklavten und später unabhängigen Afrokariben und Afrobrasilianer ihre eigenen Religionen, in denen man Kombinationen von afrikanischen und katholisch-christlichen Elementen erkennen kann. Diese religiösen Gruppierungen und Praktiken wiederum sind in erster Linie durch Migration in Europa, auch in Deutschland zu finden. Auch ein Rückbezug oder ein Austausch von Anhängern und Priestern der neueren religiösen Formen mit den Vertretern in Afrika sind zu beobachten. (KT)
          
 

 




Zuletzt aktualisiert: 06.04.2011 · Zandt

 
 
 
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