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Konfuzianismus

Der Begriff Konfuzianismus wurde von den Jesuiten geformt und entstand aus dem chinesischen Nachnamen Kong (K’ung) und der respektvollen Anrede fuzi (fu-tzu), die mit „Meister“ übersetzt wird. Die Jesuiten fassten unter dem Begriff Konfuzianismus verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Ansichten zusammen, die ihre Texte und Riten auf Kongzi, so nennen die Chinesen Konfuzius, zurückführen. Darunter finden sich sowohl religiöse Traditionen, als auch soziale und erzieherische Systeme.

Der Konfuzianismus steht in China in einer fruchtbaren Wechselwirkung mit dem Daoismus und dem Buddhismus. Diese drei Weltanschauungen wurden von chinesischen Gelehrten immer wieder miteinander verbunden. Dabei begründeten sie das Prinzip der drei Lehren (sanjiao), welche Begrifflichkeiten und Vorstellungen aus den drei Religionen zu einer harmonischen Einheit zusammen zu führen suchte.

Die erste der drei Phasen der Geschichte des Konfuzianismus beginnt mit dem Wirken Kongzis (Konfuzius) bis zur Gründung des Kaiserreiches am Ende des 3. Jh. v.u.Z. Darauf folgt bis ins 10. Jh. u.Z. die zweite Phase, in der kanonische Schriften der konfuzianischen Schule in der kleinen Beamtenelite Chinas tradiert wurden. Erst in der dritten Phase, die bis zum Sturz des Kaiserreiches andauert, wird die gesamte Bevölkerung Chinas mit Ideen vertraut, die Kongzis zugeschrieben werden.

Die Kongzi zugeschriebenen Schriften wurden von späteren Generationen unterschiedlich aufgefasst und immer wieder verändert, so dass es schwer ist die Weltanschauung des Meisters Kongzi herauszufiltern, der im 6. und 5. Jahrhundert v.u.Z. gelebt haben soll. Sicher ist, dass er die Menschen davon überzeugen wollte, dass das Lernen ein inneres Anliegen sein muss. Der Begriff ren (jen, Menschlichkeit) spielt für Kongzi eine zentrale Rolle. Er beschreibt diesen Begriff auf unterschiedliche Weisen, z.B. als die Goldene Regel: „Was ich nicht will, dass andere mir zufügen, das will ich auch nicht anderen zufügen.“

Eine große Bedeutung kommt dem Ahnenkult zu, der im Chinesischen xiao (hsiao, Kindesliebe) genannt wird. Dieses Element wurde wahrscheinlich erst von späteren Denkern hervorhoben. Dazu gehörte Mengzi (Menzius), der zwischen 379 und 289 v.u.Z. lebte, und den Konfuzianismus maßgeblich prägte. Kongzi wurden viele Aussagen zugeschrieben, die die Wichtigkeit des Familienlebens und somit die Kindesliebe hervorheben. Das Problem, ob die Familie oder der Staat im Handeln des Menschen einen Vorrang haben, stellte eine zentrale Fragestellung in China dar und wurde immer wieder diskutiert. Die Religionskundliche Sammlung besitzt nur wenige Objekte, die dieser chinesischen Tradition zugerechnet werden können. Darunter sind narrative Rollbilder mit Darstellungen von Geschichten über die Kindesliebe, Ahnen-Porträts aus China sowie ein Steinabklatsch eines Porträts des Kongzi mit Widmungsinschrift. (RW, KT)


Ausgewählte Objekte

 
  Konfuzius-Rollbild

Kongzi (Konfuzius)

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Pietätsgeschichten

Pietätsgeschichten

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Zuletzt aktualisiert: 17.02.2011 · Dippelju

 
 
 
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