Deutscher Sprachatlas (DSA)
Das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas
(DSA) ist Anlaufstelle für die Dokumentation und Erforschung der
deutschen Regionalsprachen. Die Bestände umfassen historische
Dialektdokumentationen, Daten zur aktuellen Sprachsituation und andere
Zeugnisse zur Dialektgeographie und ihrer Geschichte. Die Sammlung
internationaler Sprachatlanten ist die weltweit umfangreichste ihrer
Art.
Die Erforschung von Sprache ist von einer Mediengeschichte ihrer wissenschaftlichen Erfassung begleitet. Vom Marburger Forschungszentrum gingen dabei bereits im 19. Jahrhundert wichtige Impulse aus. Mehr noch, die dialektgeographische Methode nimmt in Marburg ihren Ausgangspunkt. Es war der Sprachwissenschaftler Georg Wenker (1852-1911), Gründer des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas (DSA), der einen Fragebogen mit hochdeutschen Sätzen entwickelte und diesen ca. 45.000 Schulen des Deutschen Reichs versandte. Dort wurden die Sätze in den ortsüblichen Dialekt übertragen. Auf diese Weise konnte zwischen 1876 und 1888 die bis heute einzige flächenmäßige Totalerhebung einer Nationalsprache umgesetzt werden. Die Daten mündeten in den später so benannten Deutschen Sprachatlas, dessen Namen das Institut noch heute trägt.
Die ständige Ausstellung im DSA zeigt historische Kernstücke der Sammlung. Darunter enthalten ist die erste Sprachkarte Deutschlands oder der älteste sprachwissenschaftliche Atlas. Karten und Fragebogen aus dem Kontext der Marburger Erhebungen vermitteln ein anschauliches Bild über die besondere Situation der deutschen Dialekte und den Gang ihrer wissenschaftlichen Erforschung.
Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas
Hermann-Jacobsohn-Weg 3, 35039 Marburg
Telefon: 06421/28-22483, Fax: 06421/28-28936
dsa@staff.uni-marburg.de
http://www.uni-marburg.de/fb09/dsa

