10.10.2012
Studierende aus Marburg nahmen am iGEM Wettbewerb teil
Der internationale Studentenwettbewerb iGEM („international genetically engineered machine competition“) wird seit 2003 vom berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston zum Thema Synthetische Biologie organisiert. In diesem Jahr nehmen insgesamt 193 Teams aus aller Welt an dem iGEM Wettbewerb teil.
In regionalen Vorentscheidungen werden die Sieger ermittelt, die dann zum großen Finale nach Boston fahren. Die Teams aus aller Welt bekommen zu Beginn des Sommers ein Labor-Kit mit DNA-Bausteinen („Biobricks“) zur Verfügung gestellt. Mit diesen Bausteinen entwickeln die Teams den Sommer über an ihren Universitäten synthetische, biologisch aktive Module, die dann in Zellen eingebracht werden und dort neue Funktionen ermöglichen.
In diesem Jahr hat zum ersten Mal auch ein Team aus Marburg vom 5. – 7. Oktober bei der Vorausscheidung in Amsterdam teilgenommen: 14 Marburger Studierende haben sich zusammengefunden, um die Philipps-Universität und das LOEWE-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie auf dem diesjährigen Wettbewerb zu vertreten. Betreut wird das Team von dem SYNMIKRO Mitglied Prof. Dr. Michael Bölker. Die Vorbereitung auf den Wettbewerb begann bereits im September 2011 mit Vorlesungen zum Thema „Synthetische Biologie“. Im Rahmen von Übungen und Seminaren wurde eine Einführung in die Synthetische Biologie gegeben und Ideen für ein Marburger iGEM Team erarbeitet. Aus einer Reihe von Ideen, teilweise aus dem Alltag der Studierenden, einigte man sich schließlich auf ein Projekt: eine Rekombinierungs-Maschine, mit deren Hilfe neue Proteinkombinationen zusammengesetzt werden können. Dieser „Recombinator“ funktioniert ähnlich wie ein Spielautomat, der ständig neue Kombinationen von Farben und Symbolen erzeugt. Deswegen bezeichnet die Gruppe ihr Projekt auch als „intelligent genetically engineered slot machine (iGESM)“. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Marburger iGEM Teams.
Nach der Ausarbeitung des Konzepts wurde in der vorlesungsfreien Zeit mit den vom Veranstalter des Wettbewerbs zur Verfügung gestellten Biobricks im Labor experimentiert. Die Aktivitäten der deutschen iGEM Teams weckten bereits das Interesse von Verbänden der Industrie. So wurden alle deutschen Teams eingeladen, sich und ihr Projekt gemeinsam auf der internationalen Chemie-Messe ACHEMA vom 18. bis 22. Juni 2012 in Frankfurt im Rahmen des BMBF-Bereichs „Schaufenster Bioökonomie“ den Messe-Besuchern zu präsentieren. Kurz darauf ging es für zwei Teilnehmer nach Berlin zum 3. Jahreskongress des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung organisierten Strategieprozesses „Nächste Generation biotechnologischer Verfahren“, der die Zusammenarbeit von Natur- und Ingenieurswissenschaften fördern soll.
Von dem Vorentscheid in Amsterdam brachte das Marburger Team eine Bronzemedaille mit und brennt nun darauf, im nächsten Jahr eine noch bessere Platzierung zu erreichen. Die Vorbereitungen für die nächste Runde des iGEM Wettbewerbs 2013 beginnen mit dem Vorlesungsbeginn am 18. Oktober um 16 Uhr im Hörsaal des Max-Planck-Institutes, Karl-von-Frisch-Straße 10 auf den Marburger Lahnbergen. Studierende, die Interesse haben, im nächsten Jahr die Philipps-Universität im Rahmen von iGEM zu vertreten, sind herzlich eingeladen und finden alle notwendigen Informationen auf der Webseite von SYNMIKRO.
Foto: privat
Teamleiter: Michael Bölker
Teammitlgieder: Oliver Leicht, Marian Vogt, Julian Pechstein, Svetlana Usherenko, Daniel Kleinsorge, Oliver Schauer, Agnieszka Zarzycka, Elisabeth Ignatz, Margarita Derbenev, Irina Lucia Schmidt, Florian Drescher, Stephan Rempel, Johannes Ballauff, Max Diesner, Johannes Schuh


