Kleine Chronologie des Marburger Universitätsbundes
Gründungsphase
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1920 1921 |
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Adolf Haeuser
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Tatkräftige Unterstützung der Universität
1924
Nachdem die andauernde Inflation fast das gesamte Vermögen des
Universitätsbundes vernichtet hat, gelingt dem Universitätsbund ein
Neuanfang. Der Universitätsbund installiert eine Geschäftsstelle, die
beim jeweiligen Schriftführer angesiedelt ist und entsprechend flexibel
umzieht.
1927
Zum 400. Jubiläum der Universität stiftet der Marburger
Universitätsbund das Ernst-von-Hülsen-Haus als Zentrum der Künste:
Universitätsmuseum für Bildende Kunst, Bildarchiv Foto Marburg,
Bibliotheken und Seminarräume der Kunstgeschichte, Musikwissenschaft
(mit Konzertsaal), Vor- und Frühgeschichte, der Klassischen sowie der
Christlichen Archäologie.
Dr. Carl Duisberg stiftet der Universität das von ihm erworbene Duisberghaus am Schlossberg als Wohnheim, 1952 vom
Studentenwerk umgebaut, 1969 modernisiert.
Wachstum und Krise
1929
Der Unibund erreicht mit 3307 die höchste Mitgliederzahl. Die
Wachstumsphase wird durch die Weltwirtschaftskrise gestoppt, die Zahl
austretender Mitglieder übersteigt die der eintretenden Mitglieder. Bis
Anfang 1933 sinkt die Mitgliederzahl auf 2700, der Erlös aus Mitglieds-
und Förderbeiträgen nimmt um 20 Prozent ab.
1934
Adolf und Luise Haeuser verfügen in ihrem Testament, dass nach
ihrem Tod vor allem die Forschungen der Chemie und Physikalischen
Chemie an der Philipps-Universität über die Haeuser-Stiftung für
Naturwissenschaften gefördert wird.
Als Festredner der Jahresversammlung des Unibunds formuliert
Vizekanzler Franz von Papen deutlich konservative Kritik am
Nationalsozialismus. Papen tritt nach Bekanntwerden der Marburger Rede
zurück (vgl. den ausführlichen Bericht im UniJournal Nr.
15)
1938
Nach dem Tod Adolf Haeusers übernimmt das Amt des Vorsitzenden
Prof. Dr. Paul Duden: Der Sohn des Sprachforschers Konrad Duden ist,
ebenso wie Haeuser es war, Vorstandsmitglied der Farbwerke Hoechst (vgl.
Vorsitzende des Universitätsbundes).
Die Zahl der jährlichen „Mitteilungen“ wird aus presserechtlichen
Gründen von vier auf drei reduziert, um ihren Erhalt zu gewährleisten
und die Verantwortung für alle Inhalte zu behalten (Organisationen und
Vereinigungen durften seit dem 01.04.1938 keine Zeitschriften mehr
liefern).
1939
Im Universitätsmuseum wird ein Ehrensaal im Gedenken an Adolf
Haeuser eingerichtet, der sich für die Förderung der Kunst eingesetzt
hat.
1940
Die zunächst letzte Mitgliederversammlung findet 1940 statt,
die letzten "Mitteilungen" erscheinen 1941. Ab 1942 stellt der
Universitätsbund seine Tätigkeit ein, die Mitgliederzahlen sinken.
Neuanfang und Entwicklung bis heute
1949
Nachdem der Antrag des Schriftführers Prof. Dr. Emil Balla auf
Wiederzulassung des Marburger Universitätsbundes von der
Militärregierung genehmigt worden ist, nimmt der Unibund seine
Tätigkeit wieder auf und ruft zur Unterstützung der
Philipps-Universität auf. Der Universitätsbund zählt nur noch 436
Mitglieder, d.h. 17 Prozent des Höchststandes von 1929.
1950
Der Unibund richtet ein Programm für die Förderung des
akademischen Nachwuchses mit bis zu 2000 DM ein.
Prof. Dr. Alfred Kippenberg, der Leiter des Inselverlages, wird zum Ehrensenator ernannt, da er mit seiner
Goethesammlung große Ausstellungen im Goethejahr ermöglicht hat.
Die Mitteilungen des Universitätsbunds werden bis 1956
als „Neue Folge“ herausgegeben.
| 1951 Zum ersten Mal nach dem Krieg findet ein „Marburger Universitätstag“ statt, an dem auch Veranstaltungen des Unibunds stattfinden. Der Vorsitzende Paul Duden, der bis zu seinem Tode 1954 Ehrenvorsitzender bleibt, übergibt sein Amt an den ehemaligen Marburger Studenten, Bundesinnenminister Dr. Robert Lehr (vgl. Vorsitzende des Universitätsbundes). Der Universitätsbund Marburg wird in Marburger Universitätsbund e.V. umbenannt. Die Satzung wird aufgrund veränderter Steuergesetze vereinfacht und der Verein wird als gemeinnützig anerkannt. |
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Robert Lehr
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1952
Zur 425-Jahr-Feier der Universitätsgründung finanziert der
Unibund die Wiederherstellung von Aula und Kreuzgang der Alten
Universität sowie eine neue Orgel.
Bei der Hauptversammlung übergibt Vorsitzender, Bundesinnenminister
Robert Lehr, der Universität im Namen der Bundesregierung 10.000 DM zum
Bücherankauf für die Universitätsbibliothek und die Philosophische und
Theologische Fakultät.
Mitgliederzahl: 1020
1953
Nach dem Tod von Adolf Haeuser (1938) und seiner Frau Luise
(1953) fließt ein großer Teil ihres Vermögens in die Haeuser-Stiftung
für Naturwissenschaften, die die Marburger Chemie und Physikalische
Chemie fördert.
1954
Von 1949 bis 1954 konnten der Universität Gelder in Höhe von
132.885 DM zur Verfügung gestellt werden, die Summe übersteigt damit
die jährlichen Staatszuschüsse an die Universität in Höhe von 12.704 DM
um mehr als das Doppelte.
1955
Schatzmeister Dr. Friedrich Pinkerneil erhält das Große
Bundesverdienstkreuz sowie die Ehrendoktorwürde der Juristischen
Fakultät (vgl. Ehrenpromotionen der Philipps-Universität).
Der Universität werden 40.000 DM durch den Universitätsbund
bewilligt.
1956
Neuer Schriftführer wird Prof. Dr. Ludwig Erich Schmitt (vgl.
Vorstand des Universitätsbundes).
Das Vereinsvermögen beträgt fast 1 Million DM (996 000 DM).
1957
Karl Winnacker,
Vorstandsvorsitzender der Farbwerke Hoechst, übernimmt den Vorsitz
(vgl. Vorsitzende des Universitätsbundes) und prägt in den
kommenden 27 Jahren maßgeblich die Arbeit des Universitätsbundes (vgl.
Winnackers Verdienste um den Marburger
Universitätsbund).
Die Mitteilungen erscheinen in neuer Folge, nun auch
bebildert und ab dem darauffolgenden Jahr auch mit Informationen zu
Geschichte einzelner Institute und Fächer der Philipps-Universität.
1958
Prof. Winnacker setzt dem Unibund neue Ziele. Der Unibund
stiftet einen Bus für Exkursionen und spendet dem Exkursionsfonds
12.000 DM. 100.000 DM werden für den Bau des Studentenwohnheims
„Christian-Wolf-Haus“ zur Verfügung gestellt.
Die Mitteilungen berichten nicht nur noch ausschließlich
über den Unibund, sondern auch über Geschichte einzelner Fächer und
Institute.
Mitgliederzahl: 1300
1959
Erste Veranstaltung des Forum
Philippinum von Unibund und Universität in Erinnerung an das
Marburger Religionsgespräch von 1529. Die mehrtägigen Diskussionsforen
sollen die Kontakte zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie
Universität und Öffentlichkeit verstärken.
1962
Einweihung des Studentenwohnheim „Christian-Wolff-Heims“, vom
Unibund gestiftet (1979 an Studentenwerk verkauft, um den
finanziellen Grundstock für das Musizierhaus zu
legen).
Für die Verbesserung und Förderung wissenschaftlicher Einrichtungen
spendet der Unibund 250.000 DM.
Mit der Absicht einer "lebendigeren Kommunikation" (so Winnacker)
konstitutiert sich ein dreiköpfiges Redaktionsteam unter Federführung
von Dr. Ingeborg Schnack, die bis 1997 die neue Semester-Zeitschrift
Alma
Mater Philippina betreut und 1975 Ehrenmitglied wird (vgl. Ehrenmitglieder).
1964
Im Jahr der Naturwissenschaftlichen Fakultät werden erstmalig
100.000 DM aus den Zinsen der Häuser-Stiftung für Forschungszwecke
ausgezahlt.
Anlässlich ihres 200.Geburtstags spendet die Industrie- und
Handelskammer Kassel dem Universitätsbund 100.000 DM.
Das seit 1959 nahezu jährlich stattfindende Symposium Forum
Philippinum wird nun auch dokumentiert: Die erste Buchausgabe ist
"Das Arzneimittel in unserer Zeit", das Symposium fand im Mai 1963
unter Federführung von Prof. Dr. Horst Böhme statt.
1965
Dr. Johann Daniel Gerstein übernimmt das Schatzmeisteramt von
Pinkerneil, der bis zu seinem Tode 1967 Ehrenvorsitzender bleibt (vgl.
Ehrenmitglieder).
Der Gesamtetat des Unibundes beträgt 530.134 DM. Die Mitgliederzahl hat
sich durch verstärkte Werbung auf 2000 erhöht.
Mitgliederversammlung in den nächsten Jahren mit Baubesichtigung
(Omnibusrundfahrten)
1966
Dank der 100.000 DM-Spende des Marburger Fabrikanten Bertram
Schäfer kann ein Grundstück für Sport- und Studienheim für Studierende
im Kleinwalsertal gekauft und noch im selben Jahr der Grundstein gelegt
werden.
Erstmalig werden Reisestipendien in Höhe von je 1500 DM an zwei
Marburger Studierende vergeben.
1967
Das Sport- und Studienheim „Marburger
Haus“ im Kleinwalsertal wird eröffnet.
Prof. Dr. G. G.Wendt übernimmt das Amt des Schriftführers von Prof. Dr.
Otto Kaiser (vgl. Vorstand des Universitätsbundes).
Erstmalig erscheint ein Jahrbuch mit Einzelbeiträgen aus der
Medizinischen Fakultät der Philipps-Universität. Geplant waren weitere
Jahrbücher aus den anderen Fakultäten, da sich dieses nicht
verwirklichen ließ, wurden sie nach der ersten Ausgabe eingestellt.
1968
Drei Mitglieder des Universitätsbundes erhalten die Silberne Philipps-Plakette der Philipps-Universität:
Dr. Bernd Braun, Dr. Ingeborg Schnack, Dr. h.c. Hans
Viessmann.
Letztmalig findet ein Universitätstag statt, der traditionell an die
Mitgliederversammlung des Universitätsbundes gekoppelt war.
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1971 Der Schatzmeister des Unibundes, Dr. rer. pol. Johann Daniel
Gerstein, erhält die Silberne Philipps-Plakette. 1972 1973 |
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Gustav Heinemann
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1977
Zur 450-Jahrfeier schenkt der Unibund der Philipps-Universität
das Musizierhaus im Alten Botanischen Garten
(feierliche Übergabe 1979, bei der es in Karl-Winnacker-Haus
umbenannt wird).
Er stiftet einen Dissertationspreis in Höhe von 5000 DM für
herausragende Arbeiten zur Geschichte der Philipps-Universität.
Karl Winnacker erhält die Goldene Philipps-Plakette, die höchste
Auszeichnung der Uni.
Alfred Schneider (langjähriges Verwaltungsratsmitglied und
Regierungspräsident i.R.) erhält die Silberne Philipps-Plakette.
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1979 1983 1984 |
Hans Viessmann
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1989
Aus dem Forum
Philippinum "Medien und Gesellschaft", das Prof. Dr. Wilfried von
Bredow im Oktober 1989 durchführt, entsteht der Kurs
"Wissenschaftsjournalismus", den der Marburger Universitätsbund bis
1995 jährlich für Studierende anbietet.
1990
Die Studienrätin Ursula Kuhlmann setzt den Marburger
Universitätsbund zum Erben ein. Mit dem Ursula-Kuhlmann-Fonds können die Nebenkosten
kleinere Kongresse und Symposien mit bis zu 1000 DM bezuschusst werden.
Insgesamt werden jährlich 20.000 DM zur Verfügung gestellt.
Im Andenken an den ein Jahr zuvor verstorbenen Karl Winnacker wird der
Karl-Winnacker-Preis begründet, der besondere
Verdienste um die Förderung der Zusammenarbeit von Universität und
Industrie auf naturwissenschaftlichen Gebieten würdigen soll.
Der Karl-Winnacker-Preis ist mit einer Geldsumme von 10.000 DM
dotiert.
1991
Prof. Hubert Markl, Präsident der Deutschen
Forschungsgemeinschaft, erhält den ersten Karl-Winnacker-Preis.
Das Sport- und Studienheim "Marburger Haus" wird renoviert und um einen
Seminarraum erweitert, um es für Studienreisen attraktiver zu
gestalten.
1992
Vorstandsmitglied Prof. Dr. phil., Dr. med. h.c. Hans-Gerhard
Schwick erhält die Silberne Philipps-Plakette. Frau Annemarie
Muscheid, Mitbegründerin der Frankenberg, wird Ehrenmitglied (vgl.
Ehrenmitglieder).
1993
Bundesminister a.D. Dr., Dr. h.c. Heinz Riesenhuber, wird mit
dem zweiten Karl-Winnacker-Preis ausgezeichnet.
1994
Prof. Dr. Hansgeorg Gareis und Dr. h.c. Hans
Viessmann treten aus Altersgründen zurück. Dr. Karl-Gerhard Seifert
(Höchst AG) wird neuer Vorsitzender, Dr. Martin Viessmann
(Viessmann-Werke) wird als Schatzmeister in den Vorstand gewählt (vgl.
aktueller Vorstand).
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1995 1999 2001 |
Uwe Bicker
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2002
Hilde Eitel wird zur Ehrensenatorin der Philipps-Universität
ernannt. Eitel hat sich insbesondere der Förderung des
Universitätsmuseums verschrieben. Darüber hinaus ermöglichte
sie die Sanierung des Marburger Hauses 1988.
Dr. h.c. Hans Viessmann stirbt im Alter von 84 Jahren. Er unterstützte
zahlreiche Projekte der Philipps-Unviersität finanziell, setzte sich
für die Modernisierung des Sport- und Studienheims ein und baute die
Sektion Frankenberg neu auf (vgl. Nachruf im UniJournal).
2003
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Jenaoptik AG, Lothar Späth,
wird mit dem Karl-Winnacker-Preis ausgezeichnet.
2005
Der Unibund unterstützt fünf Opfer der
Hurrikankatastrophe mit Stipdendien, die den Lebensunterhalt und
Reisekosten decken sowie von Studiengebühren befreien (vgl. Nachricht vom 16.9.2005).
Ludwig Georg Braun, der Vorstandsvorsitzende der B. Braun Melsungen AG
und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelkammer DIHK, wird
mit dem Karl-Winnacker-Preis geehrt.
2006
Prof. Dr. Uwe Bicker erhält das Bundesverdienstkreuz für sein
außerordentliches Engagement bei der Förderung wissenschaftlicher
Spitzenforschung und Ausbildung (vgl. Nachricht vom 24.9.2006).
Der Universitätsbund verliert seine Ehrenmitglieder Annemarie Muscheid
und Wilhelm Braun-Elwert.
2007
Dr. Daniel Vasella, Präsident und Delegierter des
Verwaltungsrates der Novartis AG, erhält 2007 den
Karl-Winnacker-Preis.
Prof. Dr. Peter Borscheid gibt sein Schriftführeramt an den
Chemie-Professor Norbert Hampp ab.
2008
Der ehemalige Schriftführer Prof. Dr. Peter Borscheid wird für seine Verdienste
um den Universitätsbund zum Ehrenmitglied gewählt. Ingrid Meißner, die
seit 29 Jahren in der Geschäftsstelle des Universitätsbundes tätig war,
geht in Ruhestand.

