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Winnacker-Preis für Heribert Offermanns

Bild Offermanns
Der Vorsitzende des Marburger Universitätsbundes, Prof. Dr. Uwe Bicker, (links) und der Präsident der Philipps-Universität, Prof. Dr. Horst Kern (rechts), übergeben den Winnackerpreis an Dr. h.c. Heribert Offermanns.
In einer Feierstunde in der Alten Aula hat der Marburger Universitätsbund am 22. Juni den Karl-Winnacker-Preis 2001 an Professor Dr. Dr.-Ing. E.h. Heribert Offermanns aus Hanau verliehen. Der Preis geht seit 1991 alle zwei Jahre an einen Wissenschaftler, der sich um die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft auf naturwissenschaftlichem Gebiet verdient gemacht hat. Er ist mit 10 000 Mark dotiert. Heribert Offermanns studierte Physik und Chemie an der Technischen Hochschule Aachen, war dort anschließend drei Jahre Assistent und bekam später von seiner Alma Mater einen Ehrendoktortitel. Nach dem Studium arbeitete er bei der Degussa-Hüls AG in der Chemie- und Pharmaforschung und war später viele Jahre Vorstandsmitglied dieses Unternehmens. Seit 1982 lehrt er als Honorarprofessor an der Universität Frankfurt, in deren Hochschulrat er dieses Jahr berufen wurde. Neben seinem Beruf nahm er viele Ehrenämter wahr. Er war unter anderem Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft, des Präsidiums der Gesellschaft Deutscher Chemiker, des Beirats des Deutschen Hochschulverbandes und Vorsitzender des Kuratoriums des Fonds der Chemischen Industrie.

Offermanns ist nicht nur ein Grenzgänger zwischen Industrie und Wissenschaft. Auch der Graben zwischen Natur- und Geisteswissenschaften müsse überbrückt werden, mahnte er in seiner Rede „Nützlichkeit der Forschung nur ein Moment zweiten Ranges“ an. Schon der Titel – ein Zitat aus Immanuel Kants Schrift „Der Streit der Fakultäten“ – zeigte an, dass Offermanns selbst über den Tellerrand von Physik und Chemie zu blicken versteht. Mit einer lehrreichen und unterhaltsamen Tour d´Horizon wider die Spaltung der Wissenschaft in „zwei Kulturen“ und die zunehmende Unterjochung der Forschung unter das Prinzip der Nutzanwendung fesselte er das Publikum in der Alten Aula über eine Stunde lang. In seiner Rede kamen Philosophen wie Jürgen Mittelstrass und Immanuel Kant ebenso zu Wort wie Naturwissenschaftler vom Format Erwin Chargaffs und Edward O. Wilsons – Forscher, die für eine freie und zweckungebundene Grundlagenforschung plädieren und aufzeigen, wie eng scheinbar weit auseinanderliegende Wissenschaften miteinander verflochten sind.

Unter den Gästen der Feier war einer der Söhne Karl Winnackers, Professor Albrecht Winnacker. Dessen Bruder Professor Ernst Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), musste kurzfristig absagen.

(aus: UniJournal, Juli 2001)

Zuletzt aktualisiert: 25.05.2007 · Pressestelle

 
 
 
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