Ziele und Struktur des Zentrums
Das Zentrum für bildgebende Verfahren ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Philips-Universität Marburg.
Am 14.10.2009 wurde das Zentrum in neu errichteten Räumen auf den Lahnbergen eingeweiht. Das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) mit drei Millionen Euro geförderte Projekt dient, unter anderem, der Früherkennung von Tumoren bei Kleintieren, die in der Krebsforschung eingesetzt werden.
Das Projekt wird seit Beginn von Herrn Prof. Dr. Heverhagen (FB Medizin) und Herrn Prof. Heldmaier (FB Biologie) geleitet. Aktuell sind zwei Doktoranden und eine MTRA am Projekt beteiligt.
Mit dem Kleintier-MRT können strukturelle und funktionelle Veränderungen von einzelnen Organen und Organsystemen bei kleinen Versuchstieren (z.B. Mäuse, Ratten, Kaninchen) untersucht werden. Durch die Untersuchungen sollen neue Erkenntnisse über Verlauf und Therapie von verschiedenen schwerwiegenden Erkrankungen im Tiermodell gewonnen werden.
Einsatzort ist in unmittelbarer Nähe zum Universitätsklinikum und dem Biomedizinischen Forschungszentrum Marburg.
Zur Untersuchung steht ein Clinscan Kleintier-Magnetresonanztomograph der Firma Bruker zur Verfügung. Die Magnetfeldstärke des statischen Magnetfeldes beträgt 7 Tesla. Das Hochfrequenzempfangsystem ist mit 32 Empfangskanälen ausgerüstet sowie mit zahlreichen Empfangsspulen für spezielle Anwendungen (z.B. Mäusehirn-, Mäusekörper). Die fest installierte Sende- und Empfangsspule ist für Säuger bis zur Kaninchengröße geeignet.
Die Kleintier-Magnetresonanztomografie ermöglicht hochorts- und zeitaufgelöste
T1-, T2-, T2*-, Protonen- und Diffusionsgewichtete Sequenzen, die die Tier- und Versuchsanzahl erheblich reduzieren können. Zusätzlich verfügt der Tomograph über die Möglichkeit spektroskopische Aufnahmen von Wasserstoff und von verschiedenen anderen chemischen Elementen z.B. 13C, 19F, 31P anzufertigen.
Die MRT-Untersuchung kann bei Tieren nur in Vollnarkose erfolgen. Hierfür wird eine Inhalationsnarkose mit Isofluran verwendet. Zur Überwachung und Anpassung der Gaskonzentration während der Narkose wird über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg, die Atemfrequenz des Tieres aufgezeichnet.
Da das Zentrum über einen eigenen Tierhaltungsraum verfügt, können die Tiere während des ganzen Projektes vor Ort gehalten und von Tierpflegern betreut werden.
Für ein Projekt in Kooperation mit dem Zentrum für bildgebende Verfahren ist ein aktueller, genehmigter Tierversuchsantrag nötig.
Besteht Interesse an einer möglichen Zusammenarbeit, sprechen Sie uns an!

