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Neubau für das "Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas


DSA
Außenaufnahme des Deutschen Sprachatlas vom Mühlgraben aus gesehen (Philipps-Universität Marburg / Ellen Thun).

Der 1876 gegründete Deutsche Sprachatlas (DSA) ist eines der traditionsreichsten Forschungszentren weltweit. Im Jahr 2010 empfahl der Wissenschaftsrat, das Zentrum mit einem Forschungsbau zu fördern. Im März 2014 wurde mit den Bauarbeiten in der Marburger Innenstadt, genauer: auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei zwischen Oberstadt, Botanischem Garten und Hörsaalgebäude, begonnen und im Frühjahr 2016 konnten die Nutzer das Gebäude beziehen. Bis dahin waren die Arbeitsgruppen auf mehrere Standorte über die Stadt verteilt.

Mit dem Forschungsbau eröffnen sich den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ideale Bedingungen für ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit: Variationslinguisten und Neurolinguisten forschen künftig unter einem Dach mit Psycholinguisten und Sprachhistorikern. Auf drei Geschossen stehen ihnen Büro-, Labor- und Besprechungsräume sowie ein Vortragssaal und eine Bibliothek zur Verfügung.

Der Neubau des Deutschen Sprachatlas ist der zweite Forschungsbau der Philipps-Universität. Die Baukosten von 10,5 Millionen Euro wurden aus Mitteln des Hessischen Hochschulbauprogramms „HEUREKA“ und des Bundes finanziert. Erstmals hat die Philipps-Universität im Rahmen der Teil-Bauautonomie die Bauherreneigenschaft für ein Projekt dieser Größenordnung übernommen.

 

 

 

Architektur:


Unterwegs
Die großen Fenster im Foyer geben den Blick auf das zentrale Hörsaalgebäude frei - und holen Tageslicht ins Gebäude (Philipps-Universität Marburg / Ellen Thun).

Die Nürnberger Architekten Bär, Stadelmann, Stöcker hatten mit ihrem Entwurf im Dezember 2011 das Auswahlverfahren gewonnen und wurden mit der Realisierung beauftragt. „Der Entwurf besticht durch seine städtebauliche Haltung und durch seine Klarheit bei der Organisation: Der Baukörper wird so geformt, dass nicht nur eine großzügige Eingangssituation, sondern auch ein schöner räumlicher Bezug zwischen Pilgrimstein und Botanischem Garten aufgebaut wird“, urteilte der Vorsitzende des Auswahlgremiums Ferdinand Heide. Im Hinblick darauf, dass das Gebäude auch sehr stark aus der Oberstadt, also von oben wahrgenommen werde, lobte die Jury zudem die überzeugende Dachgestaltung.

Analog zur engen Bebauung der historischen Oberstadt und den größeren Bauten des Biegenviertels variieren die Architekten in ihrem Entwurf die Themen Verdichtung und Aufweitung. Das Gebäude verläuft im Süden und Osten nah an der Grundstücksgrenze. So entsteht zur Altstadt hin ein Vorplatz, zum Botanischen Garten öffnet sich das Haus mit einer Terrasse. Die Form des Gebäudes ergibt sich durch zwei miteinander verschränkte Baukörper, die von einem gemeinsamen Dach überspannt werden. Die Besucher gelangen von einem überdachten Außenbereich in eine dreigeschossige Eingangshalle, die als Foyer des Vortragssaales dient und auch die Bibliothek im Erdgeschoss erschließt. Eine gewendelte Freitreppe führt zu den Arbeitsräumen und Laboren in den beiden ringförmig angeordneten Obergeschossen. Ein großes, über alle Geschosse reichendes "Schaufester" gibt den Blick über den Mühlgraben zum Hörsaalgebäude hin frei und macht den Treppenraum von innen und außen zu einem Erlebnis. 

 

Hintergrund


Eingang
Das Foyer erschließt alle Bereiche und kann auch für Empfänge genutzt werden (Philipps-Universität Marburg / Ellen Thun).

Von Anfang September 2013 bis Mitte Dezember 2013 von der „Hessenarchäologie“ umfangreiche Untersuchungen auf dem Areal durchgeführt . Zunächst wurde das nordöstliche Baufeld von modernen Schuttschichten, befreit, die noch vom Abbruch der alten Brauerei stammten. Dabei zeigte es sich, dass die modernen rotsandigen Auffüllschichten bis in vier Meter Tiefe unter die heutige Oberfläche reichen. Ein erster kleiner Suchschnitt im Bereich der künftigen Baugrube ergab, dass sich unterhalb der modernen Schichten keine prähistorischen oder mittelalterlichen Schichten befinden. Ein im Südosten quer zum Baufeld verlaufender großer Suchschnitt erlaubte einen Einblick bis in 5 Meter Tiefe. Hierbei traten unterhalb der modernen Planierschichten eitere ältere Auffüllschichten zutage, die mit spätmittelalterlicher und auch jüngerer Keramik durchsetzt waren. "Anders als beim nahe gelegenen „Biegeneck“ sind hier keine bedeutenden mittelalterlichen Funde zutage getreten", erläutert die leitende Archäologin Dr. Christa Meiborg. Sie führt dies auf die Topographie des Ortes zurück: „Für das gesamte Gelände zeichnet sich nun deutlich ab, dass das ursprüngliche Gelände wesentlich steiler zum Mühlbach hin abfiel, als dies beispielsweise beim „Biegeneck“ der Fall war.  Wir wissen nun, dass das Areal erst im 19. Jahrhundert durch umfangreiche Erdarbeiten als Bauland gewonnen werden konnte.“


 

 

 

Zuletzt aktualisiert: 17.05.2016 · Ellen Thun

 
 
 
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