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01.12.2006

Promotionspreise 2005 verliehen

Philipps-Universität zeichnete vier herausragende Nachwuchswissenschaftler für ihre Dissertation aus: den Volkswirtschaftler Dr. Matthias Goeken, die Kunsthistorikerin Dr. Antje Fehrmann, den Biochemiker Dr. Jan Grünewald und den Psychologen Dr. Jan Wacker.

promopreise
Volkswirtschaftler Dr. Matthias Goeken, Kunsthistorikerin Dr. Antje Fehrmann, Biochemiker Dr. Jan Grünewald und Psychologe Dr. Jan Wacker erhalten die Promotionspreise 2005 von Vizepräsidentin Prof. Dr. Babette Simon (von links).
Mit ihren Promotionspreisen möchte die Philipps-Universität auf die herausragenden Leistungen ihres wissenschaftlichen Nachwuchses sowie auf den wissenschaftlichen Fortschritt, der mit einer solchen Arbeit erreicht wurde, aufmerksam machen. Von 455 Promotionen, die in 2005 an der Philipps-Universitat verliehen wurden, davon zwölf Prozent mit der besten Note summa cum laude, wurden am 30. November in einem Fektakt in der Alten Aula vier Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet: der Volkswirtschaftler Dr. Matthias Goeken (Sektion Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften), die Kunsthistorikerin Dr. Antje Fehrmann (Sektion Philosophie und Kulturwissenschaften), der Biochemiker Dr. Jan Grünewald (Sektion Mathematik und Naturwissenschaften) und der Psychologe Dr. Jan Wacker (Sektion Biowissenschaften und Medizin).

In ihrem Grußwort wies die Vizepräsidentin für Nachwuchsförderung und Gleichstellung, Prof. Dr. Babette Simon, insbesondere auch auf die Besonderheit der Promotion als wichtiges Strukturelement der Universität hin. Sie stehe in einem mehrfachen Spannungsfeld zwischen der Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Karriere und der Berufsbefähigung für andere Bereiche, zwischen Ausbildung und Selbstständigkeit und zwischen Dienstleistungsaufgaben und selbstbestimmter Forschung. Es sei darum eine herausragende Aufgabe, dieses Spannungsfeld zu gestalten, um den wissenschaftlichen Nachwuchs optimal auszubilden. Hierzu habe die Philipps-Universität in den vergangenen zehn Jahren unter anderem zehn Graduiertenkollegs eingerichtet, ebenso sei derzeit im Rahmen der Exzellenzinitiative eine Graduiertenschule beantragt. Hinzu gekommen sei jüngst auch das Promotionskolleg für Geistes- und Sozialwissenschaften, auf dessen Unterstützung inzwischen 300 Promovenden zurückgreifen, darüber hinaus vergebe die Universität seit vergangenem Jahr auch gut dotierte Promotionsstipendien an jährlich sechs Doktorandinnen und Doktoranden.

"Mich freut es besonders, dass die heutigen Preisträger alle in der Wissenschaft geblieben sind", so Vizepräsidentin Simon. Der 35-jährige Goeken, der bereits Juniorprofessor an der Business School of Management and Finance in Frankfurt ist, wurde von Prof. Dr. Ulrich Hasenkamp und Prof. Dr. Paul Alpar aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften betreut. In seiner Dissertation arbeitete über "Entwicklung von Data-Warehouse-Systemen. Anforderungsmanagement, Modellierung, Implementierung". Seine Doktorarbeit  betrachtet die Entwicklung von Data-Warehouse-Systemen und hierbei schwerpunktmäßig die frühen Phasen des Entwicklungsprozesses. Grund dafür ist, dass noch viele Entwicklungsvorhaben scheitern, obwohl bei den eingesetzten Technologien im Data Warehousing inzwischen eine hohe Reife erreicht ist. Goeken bedankte sich für den Preis, auch weil er einen glanzvollen Endpunkt der für ihn sehr wichtigen Marburger Zeit bedeute: neben wissenschaftlichem Denken habe er in den Räumen der Philipps-Universität auch seine Frau kennengelernt und sei seine Tochter geboren. 

Auch Antje Fehrmann hat eine Beziehung zur Philipps-Universität, die weit über die Ausbildungsphase hinausgeht, da sie bereits im Seminar für Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte seit Jahren arbeitet. Fehrmann, die mit einem Stipendium der Gerda Henkel-Stiftung gefördert wurde, legte mit ihrer Dissertation "Sepulkrale Inszenierung am englischen Königshof. Die Selbstdarstellung der Lancaster und die Tradition der königlichen Grabmäler und Kapellen 1066-1509" nicht nur eine Geschichte der englischen Grabmäler von Königen und Königinnen im Hoch- und Spätmittelalter vor, sondern sie zeichnete deren Funktion in der politischen Auseinandersetzung verschiedener Königshäuser auf – mit ihren grundlegenden Änderungen während der Regierungszeit der Lancaster im 15. Jahrhundert. Betreut wurde sie von Prof. Dr. Ingo Herklotz vom Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften und Prof. Dr. Julian Gardner (University Warwick).

Der Biochemiker Grünewald (Jahrgang 1977), der in Marburg und Cambridge studierte, arbeitet derzeit als Post-Doktorand am Scripps Research Institute im kalifornischen La Jolla. Der ehemalige Stipendiat des Verbands der Chemischen Industrie trug mit seiner Doktorarbeit zur Aufklärung des biotechnologischen Potenzials von Peptidzyklasen bei. Da viele Bakterien inzwischen gegen Antibiotika resistent geworden sind und die meisten Antibiotika aus Naturstoffen, so genannten Peptiden bestehen, untersuchte Grünewald deren Zusammensetzung, denn  Peptide lassen sich in Einzelbausteine zerlegen, deren Anzahl und Anordnung die Wirkung eines Antibiotikums bestimmen. Der Chemiker identifizierte neue Enzyme und entwickelte Methoden zur Koppelung von chemischen und chemoenzymatischen Verfahren. Seine Arbeit "Chemoenzymatic and template-directed synthesis of bioactive macrocyclic peptides" betreute Prof. Dr. Mohamed A. Marahiel aus dem Fachbereich Chemie.

Der ebenfalls 29-jährige Wacker promovierte im Fachbereich Psychologie zu "Dopamin, Handlungssteuerung und Spontan-EEG: Bausteine einer psychobiologischen Extraversionstheorie", betreut von Prof. Dr. Gerhard Stemmler und Prof. Dr. Rainer K.W. Schwarting aus dem Fachbereich Psychologie und Prof. Dr. Thomas Rammsayer (Universität Göttingen). Dank der zweijährigen Finanzierung seines Forschungsprojektes durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft konnte er nachweisen, in wieweit Extraversion etwas mit Dopamin zu tun hat. Dabei berücksichtigte er in seinen Studien gleichzeitig psychologische Persönlichkeitsmerkmale, Neurotransmittersysteme (Dopamin) sowie psychophysiologische Aspekte. sodass seine Ergebnisse für mehrere wissenschaftliche Gebiete relevant sind.

Bereits seit 25 Jahren zeichnet die Philipps-Universität ihren Nachwuchs aus: Bislang waren es die so genannten Dissertationspreise, die an sechs Promovenden aus ausgewählten, turnusmäßig wechselnde Fachbereiche vergeben wurden. Seit diesem Jahr werden die im Februar 2006 neu eingerichteten Promotionspreise jährlich an Nachwuchswissenschaftler aus jeder der vier Sektionen vergeben. Die erste Preisverleihung im neuen Modus zeichnet  herausragende Dissertationen, die in 2005 abgeschlossen wurden, aus, unter anderem mit einer Urkunde und einem Preisgeld von 1.000 Euro.

 

Zuletzt aktualisiert: 06.12.2006 · Pressestelle

 
 
 
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