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17.01.2013

Im Dialog mit dem politischen Islam

Marburger Wissenschaftler begleiten Gespräche zwischen Ost und West

Dialogforum
Julius Dihstelhoff , Professor Dr. Rachid Ouaissa und Ivesa Lübben vom Centrum für Nah- und Mitteloststudien erhalten für das Projekt „Dialogforum mit moderaten islamistischen Akteuren aus den Transformationsgesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas“ eine Förderung des Auswärtigen Amtes (Pressestelle der Philipps-Universität/Tanja Gotthardt).

Ein konstruktiver Austausch mit gemäßigten Islamisten aus dem arabischen Raum – dieses Ziel verfolgt ein aktuelles Forschungsprojekt am Centrum für Nah- und Mitteloststudien (CNMS) der Philipps-Universität, welches im Kontext der offiziellen Transformationspartnerschaften Deutschlands in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt durchgeführt wird. Politologieprofessor Dr. Rachid Ouaissa sowie seine Mitarbeiter Julius Dihstelhoff und Ivesa Lübben schlagen mit ihrem Vorhaben eine Brücke zwischen  Grundlagenforschung  und Politikberatung. Das Auswärtige Amt stellt hierfür ca. 265.000 Euro zur Verfügung.

Das Projekt unter dem Titel „Dialogforum mit moderaten islamistischen Akteuren aus den Transformationsgesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas“ knüpft an eine Vorgängerstudie an, die bis zu ihrem Abschluss im Juni 2012 drei Jahre lang durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Darin beschäftigten sich Ouaissa und sein Team mit den außenpolitischen Positionen moderater islamistischer Parteien. "Unter moderaten Islamisten verstehen wir Parteien, die Gewalt als Handlungsoption zur Erzielung politischer Mittel ablehnen und demokratische Rechtsstaatsprinzipien anerkennen", erläutert das Wissenschaftlerteam. „Zu Beginn unserer Forschungsarbeit  befanden sich alle berücksichtigten Parteien bis auf die MSP in Algerien noch in der Opposition“, erzählt Ouaissa. Nach dem so genannten „Arabischen Frühling“ stellen mittlerweile einige dieser Parteien die Regierung oder wie in Ägypten sogar den Präsidenten. Das neue Projekt soll auf den Ergebnissen der abgeschlossenen Vorgängermaßnahme aufbauen und die dabei gewonnenen Kontakte weiter pflegen.

 „Viele Akteure aus dem moderat-islamistischen Spektrum befürworten eine stärkere Rolle Deutschlands im Nahen Osten“, konstatiert Ouaissa. Das Ziel des Vorhabens bestehe darin, eine Plattform für einen wissenschaftlich fundierten Austausch zwischen Entscheidungsträgern moderater islamistischer Parteien aus Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien, Jordanien und Libyen mit potentiellen deutschen Partnern zu bieten – mit Parlamentariern, Experten, Wirtschaftsvertretern. „Wir wollen die Chance nutzen und den Transformationsprozess in diesen Ländern positiv begleiten“, betont Projektmitarbeiterin Ivesa Lübben.

Die drei geplanten Dialogforen sollen einen konstruktiven Austausch über diejenigen Themen ermöglichen, die den Weg zu einer stabilen und langfristigen Zusammenarbeit bereiten könnten. „Die Foren sollen sich an den herausragenden politischen Herausforderungen orientieren, vor denen die Transformationsländer stehen“, erläutert Julius Dihstelhoff. Eine der Gesprächsrunden ist dem Thema „Aufbau von Rechtsstaat und der Rolle der Zivilgesellschaft“ gewidmet, eine weitere gilt dem Komplex „Wirtschaft/Energiepolitik“ und die dritte der „Sozialen Entwicklung“. Dabei sollen sowohl die Perspektiven und Interessen der islamistischen Parteien berücksichtigt werden als auch die Ziele und Prioritäten der deutschen Außenpolitik.

Zur Vorbereitung der einzelnen Dialogforen erstellen die Wissenschaftler Hintergrundanalysen, die einerseits die Positionen der teilnehmenden islamistischen Parteien erfassen sollen, andererseits auch die Vorstellungen der deutschen Außenpolitik allgemein sowie speziell zu den Themen darstellen, die in den Gesprächsrunden behandelt werden. Um diese Inhalte zu identifizieren, reisen Lübben und Dihstelhoff in die sechs genannten Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie nach Berlin und Bonn. „Die Vorbereitungspapiere sollen dann um die neu gewonnenen Erkenntnisse und Absprachen aus den Dialogforen erweitert werden, um sie schließlich über die Website des CNMS und über das Auswärtige Amt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erläutert Ouaissa das weitere Vorgehen. 

Am „Centrum für Nah- und Mittelost-Studien“ der Philipps-Universität ist die Orientforschung in Hessen konzentriert. Das im Jahr 2006 errichtete CNMS ist mit sieben Professuren die größte universitäre Institution Deutschlands, die sich mit dem Nahen und Mittleren Osten in Forschung und Lehre befasst.

 

Weitere Informationen:

Ansprechpartner:
Professor Dr. Rachid Ouaissa
CNMS, Fachgebiet Politik

Telefon: 06421 28-24956 
E-Mail: ouaissa@staff.uni-marburg.de   

Julius Dihstelhoff
Telefon: 06421 28-24962
E-Mail: julius.dihstelhoff@uni-marburg.de   

CNMS im Internet: http://www.uni-marburg.de/cnms

 

Zuletzt aktualisiert: 17.01.2013 · Johannes Scholten

 
 
 
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