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13.11.2013

Uni für alle

Spannend, unterhaltsam und verständlich präsentierte sich die Philipps-Universität während des Veranstaltungs-Marathons bei „Campus Marburg“: Mehr als 4.000 Menschen strömten am Freitag, 15. November, in die zahlreichen Gebäude der Hochschule, die sich mit fast 200 Diskussionen, Sessions, Lesungen, Workshops, Ausstellungen, Vorträgen, Theater und Shows ihren Besuchern vorstellte. „Die Vielfalt dessen, was wir zu bieten haben, verblüfft mich immer wieder“, sagte Uni-Vizepräsident Professor Dr. Joachim Schachtner.

Lisa Fitz
Lisa Fitz (Pressestelle der Philipps-Universität/Markus Farnung)
Teddyklinik
Teddyklinik (Pressestelle der Philipps-Universität Marburg/Reinhold Eckstein).
Physikshow
Physikshow (Pressestelle der Philipps-Universität/Markus Farnung)
Literatur im Cafe
Literatur im Cafe (Pressestelle der Philipps-Universität/Susanne Igler).
Eingang zum Hörsaalgebäude
Eingang zum Hörsaalgebäude (Pressestelle der Philipps-Universität/Gabriele Neumann)

Erstmals hatten Stadt und Universität Marburg das Wissenschaftsfest „Campus Marburg“ organisiert: „Die Stadt ist neugierig auf die Universität und die Universität öffnet sich für die Stadtgesellschaft“, sagte Marburgs Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach bei der Eröffnung. Inspiriert wurde „Campus Marburg“ von der Unesco-Bewerbung der Stadt, die mit ihrer Universität Weltkulturerbe werden möchte.

Zu den Publikumsmagneten zählte Medizinprofessor Jürgen Schäfer, der als „deutscher Dr. House“ mit großem Erfolg knifflige Krankheitsfälle für die Studierenden aufbereitet. Weitere Programmhöhepunkte lieferten die Mensa des Studentenwerks, die einen Blick in ihre Großküche gewährte, eine Feuershow, die Lesung von Autor Leon de Winter, die Kabarettistin Lisa Fitz und der völlig überfüllte Poetry-Slam-Wettbewerb, bei dem Professoren gegen Studierende antraten und wo man erfahren konnte, was es mit Bertolt Specht und dem "Helicopter-Move" auf sich hat. Einen weiteren Glanzpunkt bot "Das literaturkritische Quartett" mit Thomas Anz, Marion Schmaus, André Schwarz und Jan Süselbeck von „literaturkritik.de“, die sich aktuellen Neuerscheinungen von Daniel Kehlmann („F“), Helene Hegemann ("Jage zwei Tiger") und Terézia Mora („Das Ungeheuer“) widmeten.

Wer lieber persönlich mit wissenschaftlichen Autoren ins Gespräch kommen mochte, war bei "Literatur im Café" bestens aufgehoben: In lockerer Caféhaus-Atmosphäre präsentierte der Philosophiehistoriker Ulrich Sieg sein aktuelles Buch über „Geist und Gewalt. Deutsche Philosophen zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus“; Katja Battenfeld gab Einblick in die „Marburger Ausgabe“ von Georg Büchners Flugschrift „Der Hessische Landbote“, und der Pharmaziehistoriker Christoph Friedrich stellte „Forscher, Künstler, Unternehmer. Apothekerkarrieren aus vier Jahrhunderten“ vor. Im "Café Leonardo" des Studentenwerks Marburg schlossen sich an die Lesungen angeregte Gespräche an.

Bei einem Campus-Markt präsentierten sich zahlreiche Fächer mit Aktionen zum Mitmachen: So konnten die Besucher bei den Altorientalisten ausprobieren, wie man in Keilschrift Wörter in Ton prägt. Studierende der Mediävistik zeigten, wie im Mittelalter Wachstäfelchen gegossen, beschrieben und zu „Mini-Büchern“ wurden. Ein iranischer Gastwissenschaftler zeichnete Grußkarten und Namen mit einer Feder in iranischer Kalligraphie. Bei einem Gesteinsrätsel mussten die Besucher gesiebtes Bodenmaterial aus der Region den richtigen Gesteinsbrocken zuordnen. Das Zentrum für Synthetische Mikrobiologie ließ DNA aus Paprika isolieren.

Großer Andrang herrschte unter anderem im Mitmachlabor "Chemikum Marburg", das mit Knall-Effekten und blubbernden Flüssigkeiten lockte. Georg Otto bot im Großen Physikhörsaal am Renthof eine verblüffende Show mit Musikuntermalung, bei der seine Assistenten im Stil der Blues Brothers mit dunklen Sonnenbrillen und Anzügen auftraten. Sie zeigten, wie man einen „magischen Koffer“ dazu bringen kann, in der Schräge stehen zu bleiben, welche Experimente mit flüssigem Stickstoff möglich sind, wie eine Kerze im Wasser weiter brennen kann und wie eine Solarzelle gebaut wird.

Die Universitätsbibliothek öffnete ihren sonst verschlossenen Bücherturm; die Bibliothek beherbergt immerhin 1,8 Millionen Bücher auf Regalen von insgesamt 46 Kilometern Länge. In einem eigenen Raum stehen die so genannten „Salzbände“, wertvolle alte Bücher, die bei der Evakuierung der Uni-Bibliothek während des Zweiten Weltkrieges in einem Salzstock beschädigt wurden. In der Buchbinderei der Hochschule zeigte Manfred Kirch, wie alte Bücher bis heute mit Nadel und über Bienenwachs gezogenen Faden von Hand geheftet und wie sorgfältig zerfledderte Bücher wieder geflickt werden.

Auch zu den Medizinern und Naturwissenschaftlern auf den Lahnbergen kamen zahlreiche Besucher: Sie erfuhren, wie an Robotern operiert wird, wie man sicher mit gefährlichen Viren arbeitet, wie Apps funktionieren und wie geheime Botschaften verschlüsselt werden. Für die Kinder gab es eine "Teddyklinik". Dazu kamen überraschende Effekte in gekrümmten Räumen, eine mathematische Stadtführung, eine Weinprobe im Zeichen der Globalisierung, fremdsprachige Kurzfilme, Chinesischunterricht zum Anschauen, Italienisch für Liebhaber und eine Lasershow. Die gebotenen Veranstaltungsformate waren abwechslungsreich: So lockte das Zentrum für Lehrerbildung mit einer Ausstellung über Lehrerbilder, Improtheater zur Praxis in der Schule, einem Pisa-Quiz, Lern-Stationen und Mitmach-Experimenten. Das Zentrum für Konfliktforschung präsentierte sich mit einer szenischen Darstellung und einem Planspiel zum Mitmachen. Das Kunstmuseum hatte ein Bilderrätsel als Fotoprojektion im Programm, und der Medienwissenschaftler Malte Hagener lud in die "Chill-out-Lounge" mit Trailershow.

Man sieht: Die Auswahl fiel schwer. Schon in der Ausstellung des Instituts für Anatomie konnte man Stunden zubringen, um die gezeigten Präparate und Modelle von Körperteilen anzuschauen und sich den menschlichen Körper im Präpariersaal anhand von Leichen erläutern zu lassen. Außerdem lockten Orchesterprobe, Chorkonzert und Dichterlesung, zahllose Vorträge und nicht zuletzt die Aftershow Party – alles im Einlasspreis von 5 Euro inbegriffen. Keine Frage: Da war für jeden was dabei. Veranstaltung verpasst? Informationen zum Wissenschaftsfest finden sich unter www.marburg.de/campus und www.uni-marburg.de/aktuelles/events/2013/campusmarburg 

Zuletzt aktualisiert: 18.11.2013 · Gesa Coordes, Johannes Scholten

 
 
 
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