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20.11.2013

Schwerwiegender Umzug

Geologische und paläontologische Schätze rollen nach Frankfurt - Gemeinsame Presseerklärung der Philipps-Universität und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Fossile Kopffüßer
Fossile Kopffüßer (Cephalopoden) aus der Trias-Zeit (Bild: M. Ricker/Senckenberg)
Gipsmodelle von Dinosauriern
Gipsmodelle von Dinosauriern (Ceratopsiden) (Bild: M. Ricker/Senckenberg)

Belege aus zwei Milliarden Jahren Erdgeschichte – verpackt in 110 Schränken und rund 6.500 Schubladen – rollten im Frühjahr und Sommer 2013 von Marburg nach Frankfurt. Nach Auflösung des Fachbereichs Geowissenschaften der Philipps-Universität Marburg wurden die etwa 150.000 Sammlungsstücke des GeoArchivs Marburg nun der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) als Dauerleihgabe übertragen.

Die Bestände des GeoArchivs Marburg sind eine der großen geologisch-paläontologischen Sammlungen Deutschlands und beherbergen Material aus der ganzen Welt und aus allen Erdzeitaltern. Viele Geowissenschaftler haben das Inventar über annähernd zwei Jahrhunderte hinweg zusammengetragen. Ein geologisch-paläontologischer Fundus, auf den die Fachwelt für wissenschaftliche Untersuchungen auch heute noch rege zurückgreift. „Insbesondere die „Typen und Originale“ des GeoArchivs Marburg sind als Referenzstücke für die Forschung von großer Bedeutung. Sie umfassen Belege zu etwa 300 wissenschaftlichen Arbeiten“, erläutert Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Für den reibungslosen Umzug dieser wissenschaftlichen Schätze wurden die Sammlungsstücke gepolstert und die Schränke und Schubladen jeweils einzeln verpackt und entsprechend gekennzeichnet, bevor luftgefederte Transporter die insgesamt gut 50 Tonnen schwere Fracht ans Ziel brachten.

Anlass für den Umzug des GeoArchivs Marburg war die 2004 von der hessischen Landesregierung beschlossene Auflösung des Fachbereichs Geowissenschaften der Philipps-Universität Marburg. Für die Bestandsaufnahme war der Paläontologe und Geologe Prof. Dr. Michael Amler verantwortlich – in enger Zusammenarbeit mit Dr. Eberhard Schindler vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. 2013 stand fest, dass die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung neben den „Typen und Originalen“ auch die stratigraphisch-regionalgeologischen sowie die paläontologischen Sammlungen als Dauerleihgabe übernimmt. „So stellen wir sicher, dass die hervorragenden Sammlungen des GeoArchivs Marburg auch in Zukunft für eine sachgerechte Nutzung in Wissenschaft und Forschung zur Verfügung stehen“, erläutert Prof. Dr. Joachim Schachtner, Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg.

Die Sicherung und Archivierung des Materials ist nun die Aufgabe der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Nach eingehender Sichtung und Sortierung sollen die Sammlungsstücke des GeoArchivs Marburg zentral in der sogenannten SeSam-Datenbank inventarisiert werden. Alle senckenbergischen Sammlungen werden dort gespeichert und nutzen einen gemeinsamen Datenpool für Systematik, Geographie, Personen und Literatur.

Zeitgleich wurde die Teilsammlung zur Quartärgeologie des GeoArchivs Marburg, bestehend aus 15 Sammlungsschränken mit Belegstücken aus den letzten Eiszeitaltern und der Nacheiszeit, als Dauerleihgabe an das Naturkundemuseum im Ottoneum der Stadt Kassel übergeben. Mit beiden Maßnahmen wurde die Grundanforderung der hessischen Landesregierung erfüllt, das Inventar des Geoarchivs Marburg in Hessen zu bewahren.

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung unterhält und erweitert laufend Sammlungen rezenter und fossiler Tiere und Pflanzen sowie geologisch-paläontologischer und mineralogischer Objekte aus aller Welt. Die sehr umfangreichen Daten aus diesen Sammlungen stellen die Basis vieler taxonomisch-systematisch, ökologisch oder (paläo-)biogeographisch ausgerichteten Grundlagenforschung dar. Sie sind in ihren historischen Bezügen auch ein wertvolles Kulturgut, das dauerhaft bewahrt werden muss.

Weitere Informationen:
www.senckenberg.de/presse 

 

Kontakt

Pressestelle
Tel.: 06421-2826219
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 19.11.2013 · Ilona Bröhl

 
 
 
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