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05.08.2016

Gemeinschaft fördert Entspannung durch Musik

Marburger Psychologenteam klärt auf, wie Musikhören auf Stress wirkt.

Das hört sich entspannt an: Musik mindert Stress besonders effektiv, wenn sie in Gesellschaft anderer konsumiert wird – das zeigen Psychologen der Philipps-Universität anhand einer Feldstudie. Das Team um Professor Dr. Urs Nater veröffentlicht seine Ergebnisse in der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift „Psychoneuroendocrinology“, die in Kürze erscheint.

Sinfoniekonzert Ost
Entspannte Gemeinschaft: Sinfoniekonzert im Palast der Republik, 1987 (Foto: Hubert Link/Bundesarchiv, Bild 183-1987-1023-051 - Commons)
Nater
Musik gehört dazu: Der Neurowissenschaftler Professor Dr. Urs Nater untersuchte mit seinen Mitarbeiterinnen Alexandra Linnemann und Dr. Jana Strahler, wie Musik wirkt, wenn sie in Gemeinschaft konsumiert wird. Foto: AG Nater, Philipps-Universität Marburg (Die Abbildung darf nur im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die zugehörige wissenschaftliche Publikation verwendet werden)

„Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass Musikhören hilft, Stress abzubauen“, erläutert Seniorautor Urs Nater, der das „Music & Health Lab“ an der Philipps-Universität leitet. „Aber diese Untersuchungen gehen entweder nicht auf die zugrunde liegenden, physiologischen Mechanismen ein, oder sie wurden in einer Laborumgebung durchgeführt. Wir haben nun erstmals in einer natürlichen Umgebung erforscht, wie Musikhören auf das Stresserleben wirkt, wenn andere anwesend sind.“

Erhöht die Anwesenheit anderer den stressvermindernden Effekt von Musik? Um das herauszufinden, befragten Nater und seine Mitarbeiterinnen 53 Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Woche lang mehrmals täglich zu ihren Hörgewohnheiten und ihrem Stressgefühl. Zudem untersuchte das Team den Speichel der Probandinnen und Probanden, indem es unter anderem die Konzentration des Hormons Cortisol maß, das als Stressanzeiger gilt.

Das Ergebnis: Während Musikhören als solches den Stress nicht verringert, führt Musikgenuss in Anwesenheit von anderen dazu, dass das subjektive Stressgefühl sinkt. Mehr noch: Auch die Ausschüttung von Cortisol vermindert sich, wenn man Musik in Gemeinschaft konsumiert. Dagegen reduzierte sich der Stress der Versuchsteilnehmenden nicht, sofern sie alleine Musik hörten – außer, sie taten dies explizit mit dem Vorsatz, zu entspannen.

„Welchen Effekt Musikhören hat, hängt in unserem Alltag davon ab, ob andere anwesend sind oder nicht“, fasst Studienleiter Urs Nater die Ergebnisse der Studie zusammen. „In Gemeinschaft verstärkt sich der stressmindernde Effekt des Musikkonsums, unabhängig davon, ob man Musik zu diesem Zweck hört oder nicht.“

Originalpublikation: Alexandra Linnemann, Jana Strahler & Urs Nater: The stress-reducing effect of music listening varies depending on the social context, Psychoneuroendocrinology  72 (2016), 97-105

 

Weitere Informationen:

Ansprechpartner: Professor Dr. Urs M. Nater,
Lichtenberg-Professur für Klinische Biopsychologie
Tel.: 06421 28-23943
E-Mail: nater@uni-marburg.de

Alexandra Linnemann
Tel.: 06421 28-23985
E-Mail: alexandra.linnemann@staff.uni-marburg.de

Homepage: http://www.uni-marburg.de/fb04/team-nater/index_html
„Music & Health Lab”: http://www.musicandhealthlab.com/

 

 

Zuletzt aktualisiert: 05.08.2016 · Johannes Scholten, Wissenschaftsredaktion

 
 
 
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