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27.11.2016

Werner Busch mit dem Richard Hamann-Preis geehrt

Der Kunsthistoriker nahm die Auszeichnung in der Aula der Alten Universität entgegen

Richard Hamann-Preis in der Alten Aula
Prof. Dr. Werner Busch (2. von rechts) wurde in für sein kunsthistorisches Werk geehrt. Laudator Prof. Dr. Hubertus Kohle, Uni-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Krause und der Stifter des Preises, der Marburger Kaufmann Peter Ahrens (von links) gratulierten zum Preis ( Markus Farnung / Philipps-Universität Marburg).
Am 24. November 2016 hat der Berliner Kunsthistoriker Professor Dr. Werner Busch in der Aula der Alten Universität den Richard Hamann-Peis für Kunstgeschichte entgegen genommen. Mit ihm zeichne die Philipps-Universität Marburg einen der bedeutendsten deutschsprachigen Kunsthistoriker der Gegenwart aus, begründete die Jury ihr Wahl: „Wie kaum ein anderer hat Werner Busch die Forschung unseres Faches in den letzten Jahrzehnten vorangetrieben und damit in einem ganz wesentlichen Maße zu dessen internationaler Akzeptanz beigetragen.“

Die Präsidentin der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Katharina Krause, dankte den Marburger Unternehmern Peter und Karin Ahrens, die als Stifter des Richard Hamann-Preises seit Jahren der Universität verbunden seien. „Wir leben und arbeiten seit 70 Jahren in Marburg und verdanken der Stadt viel. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe, einen Beitrag für die Stadt und die Universität zu leisten“, begründete Peter Ahrens die Motivation seiner kunstbegeisterten Familie, den Preis zu stiften.

„Der Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte hat ein solches Renommée, dass er allgemein als Anerkennung für herausragende Leistungen im Fach und – wer weiß – irgendwann einmal auch darüber hinaus gelten kann“, sagte der Laudator Professor Dr. Hubertus Kohle. Er beglückwünschte die Marburger Universität zu ihrer Entscheidung Werner Busch mit der Auszeichnung zu ehren: „Wie ich Busch kenne, wird er den Preis keineswegs nur als krönenden Abschluss eines monumentalen kunsthistorischen Werkes sehen, sondern als Anregung, diesem noch eine ganze Menge hinzuzufügen."

Mit Hamann teile Busch die Überzeugung, dass Kunst auf gesellschaftliche Wirklichkeit bezogen sei. „Für Busch war dies der Ausgangspunkt seines Projektes, die Geschichte des Bürgertums zu erforschen“, sagte Kohle. Auf die Philipps-Universität als älteste protestantische Hochschule anspielend, konstatierte der Laudator, er kenne keinen anderen Kunsthistoriker, „der so porentief rein protestantisch zu nennen wäre wie gerade Busch“ und rühmte dessen Genauigkeit, seine Sorgfalt im Umgang mit studentischen Arbeiten und mit den zahlreichen Promotionen sowie seine äußerst erfolgreiche Einwerbung von Forschungsmitteln. Sein Forschungsinteresse habe Busch sukzessive ausgeweitet, ausgehend von einem Fokus auf die Jahre 1750 bis 1850 und die Kunst in nördlichen Regionen wie Holland oder England. Buschs Liebe gelte dem introvertierten Künstler und dem Skurrilen, was sich auch im Thema von Buschs Festvortrag zeige.

Werner Busch unterhielt die rund 200 Gäste der Veranstaltung mit einer vielschichtigen und facettenreichen Interpretation von Johann Heinrich Füsslis Gemälde „Der Nachtmahr“ (1781), das als Sinnbild der „Schwarzen Romantik“ gilt. Er stellte Bezüge des Gemäldes zu literarischen Werken wie Heinrich von Kleists „Marquise von O“ her und erläuterte die Rezeptionsgeschichte des Kunstwerks. Unter anderem werde Füsslis Werk in James Whales Frankenstein-Film aus dem Jahr 1931 paraphrasiert. Das Pathos des Motivs von der „Schönen im wehrlosen Zustand“ gehe über ins Skurrile und Lächerliche. Das zeige sich in den zahlreichen Karikaturen, in denen das Werk zitiert werde. Busch ging auch auf die Motivation Füsslis ein, dieses Bild zu malen. Der Schlüssel dazu befindet sich auf der Rückseite. Dort malte Füssli das Porträt von Anna Landolt, in die er unglücklich verliebt gewesen sei. In der Darstellung der „Nachtmahr“, bei der ein Kobold auf der schlafenden Schönen sitzt, stelle er seinen eigenen Wunsch nach Besitzergreifung dar.

Werner Busch
Werner Busch nahm den Richard Hamann-Preis der Philipps-Universität Marburg in der Alten Universität entgegen (Markus Farnung / Philipps-Universität Marburg).

Die Preisverleihung nahm Dr. Christian Steffen, ein Enkel Richard Hamanns, zum Anlass, dem Kunstmuseum Marburg ein Porträt seines Großvaters zu überreichen, das Otto Jäger im Jahr 1944 gemalt hatte. Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck dankte ihm sehr: „Wir haben viele Werke aus der Sammlung Hamanns im Museum, doch Porträts sind nicht darunter. Es ist ein großes Geschenk, dass wir die Sammlung heute um dieses Bild ergänzen und nach der Wiedereröffnung des Kunstmuseums im Jahr 2018 der Öffentlichkeit präsentieren können.“

Über den Preisträger Prof. Dr. Werner Busch:

Werner Busch, 1944 in Prag geboren, war bis 2010 Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Durch das in den frühen 1980er Jahren entwickelte und von ihm geleitete Funkkolleg „Kunst“ wurde der Kunsthistoriker über Fachkreise hinaus bekannt. Als erster Kunsthistoriker überhaupt hat er über Jahre in Berlin einen Sonderforschungsbereich geleitet. Busch ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zur niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts sowie zur englischen und deutschen Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Sein zuletzt erschienenes Werk, die 2015 veröffentlichte Monografie über den Maler Adolph Menzel wurde von der Kritik begeistert aufgenommen.

Über den Richard Hamann-Preis:

Der Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte würdigt hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der Kunstgeschichte oder in der Förderung der kunstgeschichtlichen Forschung. Die im Jahr 2009 erstmals vergebene Auszeichnung besteht aus einer Urkunde und einem Geldbetrag von 5.000 Euro. Die Stifter des Richard-Hamann-Preises, die Marburger Kaufleute Peter und Karin Ahrens, engagieren sich seit Jahren aktiv als Freunde und Förderer der Philipps-Universität im Universitätsbund und unterstützen ausgewählte kulturelle Veranstaltungen.

Der Preis ist nach dem bedeutenden Kunsthistoriker und Begründer des Bildarchivs Foto Marburg benannt und wird in Würdigung seines wissenschaftlichen Gesamtwerkes und seines Wirkens an der Philipps-Universität vergeben: Richard Hamann (1879-1961) lehrte als erster Ordinarius für Kunstgeschichte in Marburg von 1913 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1949 und gründete das Bildarchiv Foto Marburg. Aus diesem ging das heutige, von der Philipps-Universität Marburg getragene Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte (DDK) hervor. Mit derzeit 1,7 Millionen Bildern ist es eines der größten Bildarchive zur europäischen Kunst und Architektur ist und agiert international als Forschungs- und Serviceeinrichtung.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Hubert Locher, Vorsitzender der Preiskommission für den Richard Hamann-Preis, Kunstgeschichtliches Institut und Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg
Tel.: 06421-28-24324, E-Mail: locher@staff.uni-marburg.de  

 

Zuletzt aktualisiert: 29.11.2016 · Ellen Thun / Andrea Ruppel

 
 
 
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