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31.03.2017

Deutsche Physikalische Gesellschaft zeichnet Marburger Physiker aus

Ehrenmitgliedschaft für Professor Dr. Dr. h.c. mult. Siegfried Großmann

Prof. Dr. Siegfried Großmann
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Siegfried Großmann mit der Urkunde der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Foto: Prof. Dr. Detlef Lohse

Die Liste der Ehrenmitglieder der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ist nicht besonders lang, dafür aber umso erlesener, enthält sie doch zahlreiche Physik-Nobelpreisträger. Am 29. März wurde diese Auszeichnung nun Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Siegfried Großmann zuteil. Die DPG würdigt mit ihrer Ehrenmitgliedschaft einen Wissenschaftler, der sich nicht nur als exzellenter Forscher und Lehrer, sondern darüber hinaus auch als geschätzter Gutachter und Berater über Jahrzehnte für die Wissenschaft und ihre Förderung eingesetzt hat.

Sein „Mathematischer Einführungskurs für die Physiker“ und seine „Funktionalanalysis im Hinblick auf die Anwendungen in der Physik“ haben Generationen von Studierenden mit dem Rüstzeug für erfolgreiches Arbeiten in der Physik ausgestattet. Legendär sind die intensiven Diskussionen, in denen er mit langem Atem ein Problem sezierte, und sich erst zufrieden gab, wenn der Kern des Problems, und damit meist auch die Lösung, klar herauspräpariert waren. Die Beschäftigung mit Physik und das Lösen großer und kleiner Rätsel bereitet ihm auch heute noch große Freude.

Seine wissenschaftliche Heimat ist die statistische Physik, von der kinetischen Theorie über die Dynamik der Laser bis zur Turbulenz. Früh erkannte er die Bedeutung der nichtlinearen Dynamik und wurde zu ihrem Wegbereiter in Deutschland. Mit der Beschreibung der Skalierungseigenschaften bei der Periodenverdopplung und in turbulenten Strömungen hat er die Grundlagen für dissipative Systeme im Nichtgleichgewicht gelegt. Mit fundierten Überlegungen zur thermischen Konvektion und zu turbulenten Grenzschichten trägt er bis heute aktiv zur Forschung bei.

Großmann nahm in seiner Laufbahn auch zahlreiche Aufgaben in der wissenschaftlichen Selbstorganisation und Verwaltung wahr. So war er von 1990 bis 1992 Vorsitzender der Kommission Grundlagenforschung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. Er arbeitete als Fachgutachter und Stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Physik sowie als Ombudsmann für die Deutsche Forschungsgemeinschaft und war Mitglied des Senats der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, zudem Vorsitzender des Senatsausschusses für den Strategiefonds und Vorsitzender der Strukturkommission des Senats. Lange Jahre war er Mitherausgeber der Physikalischen Blätter und des Physik Journals, der Zeitschrift für Physik B und ihrer Nachfolgerin, dem European Physical Journal B, sowie der Zeitschrift für Naturforschung A. Als Mitkoordinator der Studien der DPG zum Lehramtsstudium und der Physik in der Schule hat er die Ausbildung der zukünftigen Physikerinnen- und Physikergenerationen und die Stellung der Physik in der Gesellschaft in den Fokus gerückt.

Die DPG hat den 87-Jährigen bereits mit der DPG-Ehrennadel sowie der Max-Planck-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik geehrt. Seine Verdienste für und um die Wissenschaft sind auch mit Mitgliedschaften in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, dem Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem Karl-Küpfmüller-Ring der Technischen Universität Darmstadt, sowie Ehrendoktorwürden der Universitäten Duisburg-Essen und Maribor gewürdigt worden.

Kontakt

Prof. Dr. Bruno Eckhardt
Fachbereich Physik
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 31.03.2017 · Gabriele Neumann

 
 
 
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