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18.06.2010

Hohe Priorität für Familienfragen

Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesfamilienministerium folgt der Einladung seiner Marburger Mitglieder

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Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfamilienministerium ließ sich von der Kunsthistorikerin und Uni-Präsidentin Katharina Krause die Gemälde in der Aula der Alten Universität erklären (Foto: Pressestelle der Philipps-Universität).

”Für uns als Hochschule genießen Familienfragen eine hohe Priorität”, betonte Uni-Präsidentin Professorin Dr. Katharina Krause am 18. Juni 2010 zur Begrüßung des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfamilienministerium. Schließlich verstehe die Universität das Zertifikat ‚familiengerechte Hochschule’ als Belohnung und als Anreiz für weiteres kontinuierliches Bemühen um Familiengerechtigkeit. Daher ist es  ”eine besondere Freude, dass der Beirat auf Einladung seiner Marburger Mitglieder hier tagt”, hob Krause hervor.

Die Professoren Peter Büchner, Erziehungswissenschaft, Siegfried Keil, Sozialethik, und Hans-Günter Krüsselberg, Wirtschaftspolitik, gehören dem Beirat lange Jahre an. Krause freute sich insbesondere, dass die drei Marburger Beiratsmitglieder einen substantiellen Beitrag zum Wissenstransfer in die Entscheidungsgremien hinein leisteten, der der geisteswissenschaftlichen Tradition der Philipps-Universität Marburg verhaftet sei. Schließlich würde Wissens- und Technologietransfer meist eher in den Naturwissenschaften verortet.

Anschließend lud Oberbürgermeister Egon Vaupel zum Empfang in den historischen Saal des Rathauses am Marktplatz. ”Auch für die Universitätsstadt Marburg ist das Thema Familie/Familienfreundlichkeit von hohem Stellenwert. Diese Attribute sind Kernbestandteile attraktiver Lebensbedingungen in unserer Stadt”, erklärte Vaupel. Die Stadtverwaltung ihrerseits wolle mit ihrem audit-Zertifikat berufundfamilie ein Signal setzen für andere Arbeitgeber/innen vor Ort.  ”Wir legen großen Wert darauf, dass in Marburg Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die es Eltern erlauben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Flexible Arbeitszeiten sind deshalb ein Muss”, präzisierte der Oberbürgermeister.

Die  diesjährige Sitzung des Beirats kreist um das Thema „Generationenpotentiale“. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Großeltern-, Eltern- und Kindergeneration und die daraus erwachsenden Herausforderungen und Chancen. Zum 40–jährigen Bestehen des Beirats wird im Laufe  des Jahres ein von Prof. Keil mit dem Beirat erarbeitetes Kompendium zur Familienpolitik erscheinen, das in Marburg abschließend beraten wird. Aufgabe des interdisziplinär besetzten Wissenschaftlichen Beirats ist es nach dessen Selbstverständnis, sich entsprechend der Forderung des Grundgesetzes um den Schutz von Ehe und Familie zu bemühen, sich dazu laufend über die Entwicklung der Lebensverhältnisse zu informieren und dort, wo solche Entwicklungen zu Problemen für Familien führen, diese zu artikulieren und Empfehlungen zu deren Lösung durch Politik und Selbsthilfe in den Familien zu geben. In den letzten Jahren entstanden  Gutachten zu folgenden Themen: „Leistungen für die nachwachsende Generation in der Bundesrepublik Deutschland“ (1979), „Familien mit Kleinkindern“ (1980), „Familie und Arbeitswelt „(1984), „Leitsätze und Empfehlungen für eine Familienpolitik im vereinigten Deutschland“ (1991),  „Familie und Beratung“ (1993), „Die bildungspolitische Bedeutung der Familie“ (2002), „Stärkung familialer Beziehungs- und Erziehungskompetenzen“ (2005), „Ganztagsschule – eine Chance für Familien“ (2006) und „Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder unter drei Jahren“ (2008).

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Die Arbeitstagung des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfamilienministerium im Juni 2010 fand in Marburg statt. Uni-Präsidentin Katharina Krause begrüßte das Gremium in der Aula der Alten Universität (Foto: Pressestelle der Philipps-Universität).

Kontakt

Prof. Dr. Dr. Siegfried Keil
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