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21.07.2013

Uni-Präsidentin bedauert fehlende Verhandlungsbereitschaft der Besetzer

Ehemalige Augenklinik wurde am Wochenende besetzt

Universitätspräsidentin Professorin Katharina Krause hat bedauert, dass die Besetzer der ehemaligen Augenklinik auf den Vorschlag einer gütlichen Einigung mit der Universität nicht eingegangen sind. Die 2011 vom Klinikum geräumte und an die Universität übergebene Augenklinik an der Bahnhofstraße war am Wochenende besetzt worden.

Die Besetzer wollen nach eigenen Angaben durch ihre Aktion u.a. auf das Fehlen von „selbstverwalteten und unkommerziellen Räumen“ in Marburg aufmerksam machen, in denen sich Menschen treffen und mit anderen austauschen können. Sie haben außerdem öffentlich mitgeteilt, dass das Gebäude von allen Interessierten als Notbettenlager genutzt werden könne. Der Kanzler der Universität, Dr. Friedhelm Nonne, hatte am Samstagmittag den Besetzern angeboten, dass die Universität die Besetzung bis zum Ende der für die bevorstehende Woche geplanten Veranstaltungsreihe zum Thema „Wem gehört die Stadt?“ dulden könne, wenn eine klare Zusicherung für die anschließende freiwillige Räumung gegeben werde und Verwaltungsmitarbeiter während der Besetzung die Möglichkeit einer Begehung des Gebäudes erhalten würden. Nach internen Beratungen gingen die Besetzer nicht auf diesen Vorschlag ein und forderten stattdessen einen öffentlichen „Aushandlungsprozess“ mit der Präsidentin „in den kommenden Tagen“. „Wer auf ein konkretes Angebot mit politischer Rhetorik reagiert und auf Zeit spielt, hat offenbar kein Interesse an einer Einigung,“ stellte die Präsidentin fest. Das Präsidium werde nun über das weitere Vorgehen beraten.

Wie die Präsidentin ergänzend mitteilte, werde derzeit der Umbau der Klinik für eine Nutzung durch den Fachbereich Pharmazie vorbereitet, um die Aufnahme von zusätzlichen Studierenden in diesem Fach zu ermöglichen. Die Planung sei bereits weit fortgeschritten. Erste Umbaumaßnahmen seien für den Herbst dieses Jahres vorgesehen. Derzeit werde die Entrümpelung und der Rückbau der Haustechnik vorbereitet. Die Universität erhalte für diese Baumaßnahme Sondermittel aus dem Hochschulpakt 2020 in Höhe von ca. 11 Mio. €. Der Bezug des Gebäudes durch den Fachbereich solle zum Wintersemester 2014/15 erfolgen.