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30.04.2015

Anneliese Pohl Stiftung zeichnet Habilitandinnen aus

Die Privatdozentinnen Dr. Magis Mandapathil und Dr. Cornelia Brendel leisteten herausragende Beiträge zur Krebsforschung

Auszeichnung für Marburger Habilitandinnen
Auszeichnung für die Marburger Medizinerinnen Priv.-Doz. Dr. Cornelia Brendel (vorne 2.v.l.) und Priv.-Doz. Dr. Magis Mandapathil (vorne 2.v.r.), die ihre Habilitation mit einer Förderung der Anneliese Pohl Stiftung erfolgreich abgeschlossen haben. Seitens der Philipps-Universität gratulierten Dekan Prof. Dr. Helmut Schäfer (hinten 2.v.l.) sowie Prof. Dr. Sabine Pankuweit (hinten links) und Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic (hinten rechts) vom Fachbereich Medizin. Die Urkunde überreichten sie gemeinsam mit den Geschäftsführerinnen der Stiftung, Arzu Kurt (vorne links) und Seda Kurt (vorne rechts). Foto: Schölzchen/Anneliese Pohl Stiftung.
Die ersten zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen, die mit finanzieller Unterstützung des Stiftungsprogramms „Anneliese Pohl Habilitationsförderung“ ihre Habilitation abgeschlossen haben, wurden gestern durch die Geschäftsführung der Anneliese Pohl Stiftung und Professoren des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg ausgezeichnet. Das Programm unterstützt Nachwuchsmedizinerinnen bei ihrer wissenschaftlichen Karriere. Im Dr. Reinfried Pohl-Zentrum für medizinische Lehre gratulierten der Dekan Prof. Dr. Helmut Schäfer und die Initiatorin des Anneliese-Pohl-Habilitationsförderprogramms Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie der Universitätskliniken Gießen und Marburg, den Habilitandinnen Privatdozentin Dr. Magis Mandapathil und Privatdozentin Dr. Cornelia Brendel. Die Urkundenübergabe erfolgte durch Arzu Kurt und Seda Kurt, Geschäftsführung der Anneliese Pohl Stiftung. „Wir freuen uns, dass wir uns mit der Anneliese Pohl Habilitationsförderung für junge Nachwuchswissenschaftlerinnen der Philipps-Universität engagieren können, die mit ihrer wissenschaftlichen Ausrichtung die medizinische Forschung, insbesondere im Kampf gegen Krebs, voranbringen“, so Arzu Kurt. Seda Kurt ergänzt: „Das Ziel des Programms ist eine persönliche, auf die individuelle Lebenssituation angepasste Förderung. In dieser Form ist diese Frauenförderung in Deutschland einzigartig. So können wir einen Beitrag dazu leisten, dass Frauen ihre überzeugenden Forschungsvorhaben realisieren können.“

Forschung für wirksame onkologische Therapien in der Zukunft

Brendel und Mandapathil haben einen wichtigen Beitrag für die medizinische Forschung, insbesondere im Kampf gegen Krebs, geleistet. Auf dem Gebiet der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde untersuchte Mandapathil, wie sich eine nachhaltige Hemmung des Immunsystems durch verschiedene Zellen und Botenstoffe auf die Tumortherapie auswirkt. Ihre Arbeit könnte dazu beitragen, dass zukünftig neuartige immuntherapeutische Ansätze von adjuvanten Behandlungen für Patienten mit Tumoren im Bereich des Rachens und Kehlkopfes entstehen. Mit der Sachkostenförderung der Stiftung konnte sie ihre Arbeit fortsetzen: „Die Ausschreibung der Anneliese Pohl Stiftung vor zwei Jahren war genau richtig. Erst das Stipendium gab mir den nötigen Freiraum in der Klinik, um meine Forschung voranbringen zu können“, so Mandapathil. Im Bereich der Hämato-Onkologie untersuchte Brendel die genetischen Eigenschaften von Stammzellen des Bindegewebes und von Leukämiestammzellen. Dadurch erzielte sie wichtige Erkenntnisse zum Tumorstammzellenkonzept und über Abwehrfunktionsmechanismen der Zellen gegen Chemotherapie. „Durch das Anneliese Pohl Habilitationsprogramm habe ich sinnvolle Unterstützung in Form von Kinderbetreuung erhalten, die ich an meine Arbeitszeiten als Medizinerin optimal anpassen konnte. Dadurch konnte ich meine Familie und die wissenschaftliche Arbeit ohne schlechtes Gewissen unter einen Hut bringen“, so Brendel.

Frauen in der Forschung

In Deutschland sind Wissenschaftlerinnen in leitenden Positionen deutlich unterrepräsentiert. Im Jahr 2014 betrug ihr Anteil laut UNESCO 25 Prozent, der weltweite Durchschnitt lag bei 30 Prozent. Frauen streben eine Tätigkeit in der Forschung immer noch deutlich seltener an als Männer. Prof. Dr. Helmut Schäfer, Dekan des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität, betont die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Habilitationsförderung: „Für die Zukunft der Patienten müssen wir alles daran setzen, auch das Wissen von Frauen in die Forschung einfließen zu lassen. Die Anneliese Pohl Stiftung leistet daher mit ihrem Programm einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Wir danken der Stiftung für die Unterstützung.“

Die Anneliese Pohl Habilitationsförderung

Mit dem Programm der Anneliese Pohl Stiftung wurden herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen unterstützt, um nach einer exzellenten Dissertation den wissenschaftlichen Karriereweg fortzusetzen. Insgesamt wurden sieben Forschungsvorhaben ausgewählt. „Gemeinsam mit den Habilitandinnen haben wir die Förderung gezielt auf die persönliche, berufliche sowie familiäre Situation abgestimmt“, so Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic. Im Rahmen des Programms erhalten junge Medizinerinnen, die neben der Facharzt-Ausbildung auch eine wissenschaftliche Karriere anstreben, eine individuelle Förderung in Form von Personal- und/oder Sachmitteln in Höhe von bis zu 100.000 Euro für einen Zeitraum von maximal drei Jahren. Prof. Dr. Sabine Pankuweit, stellvertretende Frauenbeauftragte des Fachbereichs Medizin, sieht die Frauenförderung hier auf dem richtigen Weg: „Solche individuellen Maßnahmen ermöglichen erst eine nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Philipps-Universität Marburg.“ Für die Habilitandinnen werden persönliche Freiräume geschaffen, beispielsweise durch die Freistellung von klinischen Aufgaben, die Finanzierung besonderer Kinderbetreuung oder auch der Sachkosten für Forschungsprojekte.

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Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg
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