11.06.2018 IHK verleiht Wissenschafts- und Förderpreis an zwei Absolventen der Philipps-Universität

Dr. Steffen Vaupel (Fachbereich Mathematik und Informatik) und Lukas Wiemer (Fachbereich Chemie) nahmen die Auszeichnungen im Deutschen Sprachatlas entgegen

Henrik Isenberg
von links: Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Bölker, Förderpreisträger Jan Wiemer, Peter Lather (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses), Wissenschaftspreisträger Dr. Steffen Vaupel und Oskar Edelmann (stellvertr. Hauptgeschäftsführer IHK Marburg)

Unter dem Motto #GemeinsamWissenSchaffen führen die Philipps-Universität Marburg und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg die in der Region vorhandenen Potenziale in Wissenschaft und Wirtschaft näher zusammen. Dazu hat die IHK am Freitagabend im Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas ihren Wissenschafts- sowie den Förderpreis an zwei Absolventen der Philipps-Universität verliehen. Die Urkunden und Schecks überreichten Prof. Dr. Michael Bölker, Vizepräsident für Forschung an der Philipps-Universität, und der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, Peter Lather. „Beide Arbeiten sind vorbildliche Beispiele, wie sich wissenschaftliche Forschung auch für den Unternehmensalltag auszahlt“, lobten Bölker und Lather.          

Den mit 5.200 Euro dotierten Wissenschaftspreis hat Dr. Steffen Vaupel erhalten. Ausgezeichnet wurde seine Promotion in Informatik zum Thema „Modellgetriebene Entwicklung mobiler Anwendungen mit Kontextunterstützung“. Der Preisträger hat ein Werkzeug zur betriebssystemunabhängigen Entwicklung von mobilen Anwendungen konzipiert, mit der kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit geringem Aufwand qualitativ hochwertige Handy-Apps erstellen können. „Insbesondere für KMU ist es oftmals nicht möglich, das technische Personal für die Eigenentwicklung von mobilen Anwendungen vorzuhalten“, berichtet der 33-jährige Marburger. „Besonders falls verschiedene Softwareplattformen wie iOS und Android unterstützt werden sollen.“ Das modellbasierte Werkzeug deckt von der Analyse bis zum Implementieren alle Schritte des Softwaredesigns ab. Es punktet sowohl mit einer hohen Reichweite als auch mit einer hohen gerätespezifischen Funktionalität – ohne den Programmcode aufwendig manuell anpassen zu müssen. Zu den Anwendungsbeispielen gehören zum Beispiel eine Besucher-App für das Mathematikum in Gießen und eine Erinnerungs-App für Fernsehsendungen.    

Den Förderpreis der IHK und damit ein Preisgeld von 1.600 Euro sicherte sich Jan Lukas Wiemer aus dem Fachbereich Chemie. Im Zuge seiner Masterarbeit „BIIT-Experimente an Atmosphärendruck mittels fs-induziertem Luftplasma als Ionenquelle“ hat er eine neue Methode entwickelt, die elektrische Leitfähigkeit von Feststoffen experimentell zu bestimmen – die grundlegende Eigenschaft bei praktisch allen Materialien im Bereich der Energiespeicherung und -konversion. Bestimmte Materialien sollen leitend für den Elektronentransport sein – andere hingegen nicht, die wiederum für Ionen leiten sollen. Das Problem: Manche dieser Materialien sind so dünn, dass klassische elektrische Techniken nicht anwendbar sind. Das von dem 26-Jährigen entwickelte Verfahren löst diese Herausforderung. Dafür macht sich der gebürtige Bonner ein Plasma zunutze, das er mithilfe ultra-kurzer Laser-Impulse erzeugt. Zudem können durch dieses neue Verfahren nun Fehler bei Dünnschichtmaterialien festgestellt werden, ohne dass die Oberfläche berührt werden muss, was im Bereich der Energiespeicherung und -konversion eine große Rolle spielt. Direkt nach dem Abschluss der Masterarbeit ist das Verfahren zum Patent angemeldet worden.

Regionale Wissenschaftsförderung ist Wirtschaftsförderung

„Der IHK-Wissenschaftspreis steht als Symbol und Marke für die gemeinsame Verpflichtung, dass Wissenschaft und Wirtschaft auch Beiträge zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wohlfahrt leisten“, sagte Peter Lather. Durch eine solche Zusammenarbeit erwachse eine zentrale Treiberfunktion für die regionalen Unternehmen. „Ohne die Universität Marburg sähe unser Wirtschaftsraum komplett anders aus“, hielt der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Marburg fest. „Regionale Wissenschaftsförderung ist auch immer wieder regionale Wirtschaftsförderung.“      

„Mit der IHK Kassel-Marburg verfügt die Philipps-Universität Marburg über einen langjährigen Partner, der immer wieder Impulse aus der Forschung aufgreift“, ergänzte Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Bölker. „Der Wissenschaftspreis stellt für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs einen wichtigen Ansporn und ein Bindeglied in die Unternehmenswelt dar. Wir schätzen vor allem die Ermutigung, die für junge Forscherinnen und Forscher vom Nachwuchspreis für Abschlussarbeiten ausgeht.“

Den Festvortrag hielt Dr. Jürgen Krämer (Senior Vice President der Software AG, Marburg) über die Chancen und Risiken der digitalen Transformation und Industrie 4.0. Nach der Preisverleihung nutzten die Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft die Chance zum Austausch und Netzwerken.

Der Hintergrund:

Den ersten Wissenschaftspreis hat die IHK Kassel-Marburg 1984 ausgelobt. Im Jahreswechsel wird die Auszeichnung an Absolventen der Universitäten Marburg und Kassel verliehen. Bei gleicher Gelegenheit wird seit 2001 ebenfalls der Förderpreis vergeben – als Anreiz, um nach weiterer wissenschaftlicher Exzellenz zu streben.

Unter dem Motto #GemeinsamWissenSchaffen führen die Philipps-Universität Marburg und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg die in der Region vorhandenen Potenziale in Wissenschaft und Wirtschaft näher zusammen. Dazu hat die IHK am Freitagabend im Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas ihren Wissenschafts- sowie den Förderpreis an zwei Absolventen der Philipps-Universität verliehen. Die Urkunden und Schecks überreichten Prof. Dr. Michael Bölker, Vizepräsident für Forschung an der Philipps-Universität, und der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, Peter Lather. „Beide Arbeiten sind vorbildliche Beispiele, wie sich wissenschaftliche Forschung auch für den Unternehmensalltag auszahlt“, lobten Bölker und Lather.          

 

Den mit 5.200 Euro dotierten Wissenschaftspreis hat Dr. Steffen Vaupel erhalten. Ausgezeichnet wurde seine Promotion in Informatik zum Thema „Modellgetriebene Entwicklung mobiler Anwendungen mit Kontextunterstützung“. Der Preisträger hat ein Werkzeug zur betriebssystemunabhängigen Entwicklung von mobilen Anwendungen konzipiert, mit der kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit geringem Aufwand qualitativ hochwertige Handy-Apps erstellen können. „Insbesondere für KMU ist es oftmals nicht möglich, das technische Personal für die Eigenentwicklung von mobilen Anwendungen vorzuhalten“, berichtet der 33-jährige Marburger. „Besonders falls verschiedene Softwareplattformen wie iOS und Android unterstützt werden sollen.“ Das modellbasierte Werkzeug deckt von der Analyse bis zum Implementieren alle Schritte des Softwaredesigns ab. Es punktet sowohl mit einer hohen Reichweite als auch mit einer hohen gerätespezifischen Funktionalität – ohne den Programmcode aufwendig manuell anpassen zu müssen. Zu den Anwendungsbeispielen gehören zum Beispiel eine Besucher-App für das Mathematikum in Gießen und eine Erinnerungs-App für Fernsehsendungen.    

Den Förderpreis der IHK und damit ein Preisgeld von 1.600 Euro sicherte sich Jan Lukas Wiemer aus dem Fachbereich Chemie. Im Zuge seiner Masterarbeit „BIIT-Experimente an Atmosphärendruck mittels fs-induziertem Luftplasma als Ionenquelle“ hat er eine neue Methode entwickelt, die elektrische Leitfähigkeit von Feststoffen experimentell zu bestimmen – die grundlegende Eigenschaft bei praktisch allen Materialien im Bereich der Energiespeicherung und -konversion. Bestimmte Materialien sollen leitend für den Elektronentransport sein – andere hingegen nicht, die wiederum für Ionen leiten sollen. Das Problem: Manche dieser Materialien sind so dünn, dass klassische elektrische Techniken nicht anwendbar sind. Das von dem 26-Jährigen entwickelte Verfahren löst diese Herausforderung. Dafür macht sich der gebürtige Bonner ein Plasma zunutze, das er mithilfe ultra-kurzer Laser-Impulse erzeugt. Zudem können durch dieses neue Verfahren nun Fehler bei Dünnschichtmaterialien festgestellt werden, ohne dass die Oberfläche berührt werden muss, was im Bereich der Energiespeicherung und -konversion eine große Rolle spielt. Direkt nach dem Abschluss der Masterarbeit ist das Verfahren zum Patent angemeldet worden.

Regionale Wissenschaftsförderung ist Wirtschaftsförderung

„Der IHK-Wissenschaftspreis steht als Symbol und Marke für die gemeinsame Verpflichtung, dass Wissenschaft und Wirtschaft auch Beiträge zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wohlfahrt leisten“, sagte Peter Lather. Durch eine solche Zusammenarbeit erwachse eine zentrale Treiberfunktion für die regionalen Unternehmen. „Ohne die Universität Marburg sähe unser Wirtschaftsraum komplett anders aus“, hielt der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Marburg fest. „Regionale Wissenschaftsförderung ist auch immer wieder regionale Wirtschaftsförderung.“      

„Mit der IHK Kassel-Marburg verfügt die Philipps-Universität Marburg über einen langjährigen Partner, der immer wieder Impulse aus der Forschung aufgreift“, ergänzte Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Bölker. „Der Wissenschaftspreis stellt für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs einen wichtigen Ansporn und ein Bindeglied in die Unternehmenswelt dar. Wir schätzen vor allem die Ermutigung, die für junge Forscherinnen und Forscher vom Nachwuchspreis für Abschlussarbeiten ausgeht.“

Den Festvortrag hielt Dr. Jürgen Krämer (Senior Vice President der Software AG, Marburg) über die Chancen und Risiken der digitalen Transformation und Industrie 4.0. Nach der Preisverleihung nutzten die Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft die Chance zum Austausch und Netzwerken.

Der Hintergrund:

Den ersten Wissenschaftspreis hat die IHK Kassel-Marburg 1984 ausgelobt. Im Jahreswechsel wird die Auszeichnung an Absolventen der Universitäten Marburg und Kassel verliehen. Bei gleicher Gelegenheit wird seit 2001 ebenfalls der Förderpreis vergeben – als Anreiz, um nach weiterer wissenschaftlicher Exzellenz zu streben.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel kostenlos Rechtsauskünfte erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Krisenberatung bis zur Nachfolge. Außerdem vertritt sie das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik.