Dr. Felix Lang

Wiss. Projektmitarbeiter, Koordinator der Forschungsgruppe "Denkfiguren | Wendepunkte"

Kontaktdaten

+49 6421 28-25078 felix.lang@staff 1 Deutschhausstraße 12
35032 Marburg
F|14 Institutsgebäude (Raum: 02A12)

Organisationseinheit

Philipps-Universität Marburg Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) Fachgebiet Arabistik

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Kunst-und Kultursoziologie
Syrien, Libanon
Moderne arabische Literatur
Trauma, Erinnerung, Transitional Justice
Kulturdiplomatie
Räume der Kulturproduktion
Feld-Theorie, Akteur-Netzwerk Theorie

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    Felix Lang studierte Arabisch und Sozial-Anthropologie an der University of St Andrews (UK). In seiner Abschlussarbeit untersuchte er den Einfluss der Kommodifizierung der Gnaoua-Musik auf die Soundscape der marokkanischen Kleinstadt Essaouira.

    Er promovierte 2014 im Fachgebiet Arabistik der Philipps-Universität Marburg mit der Arbeit Imperative to Remember? The Lebanese Literary Field and the Post-Civil War Novel, die 2016 unter dem Titel The Lebanese Post-Civil War Novel: Memory, Trauma, and Capital bei Palgrave Macmillan erschienen ist.

    Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arabistik und akademischer Koordinator der Forschungsgruppe Denkfiguren|Wendepunkte (Leibniz,  DFG).

    Neben seiner Forschung zum syrischen kulturellen Feld nach 2011 arbeitet er an einem neuen Forschungsprojekt zur Rolle kulturdiplomatischer Institutionen für die Kunstproduktion in der arabischen Welt.  

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Aktuelles ForschungsprojektAktuelles Forschungsprojekt

    Hearts, Minds, Funds, and Visas. The Role of Public Diplomacy Organisations in Contemporary Syrian and Tunisian Artistic Production. 
    Organisationen wie das Goethe Institut, der British Council oder das Institut Français erscheinen häufig als die positive Seite der geo-politischen Hegemonie des Westens. Zuletzt profitierten hunderte syrische Kunstschaffende von der Unterstützung dieser Organisationen. Allerdings klagen viele Künstler/-innen über einen einseitigen Fokus auf Krieg, Unterdrückung und Fluchterfahrung. Arabische Kulturschaffende scheinen in erster Linie als ‘native informants’ über die Gesellschaften des ‘Orients’ gefragt. Die Arbeit kulturdiplomatischer Organisationen (KDO) in dieser Hinsicht zu hinterfragen ist notwendig, weil sie in der gesamten arabischen Welt als wichtige Spieler im Feld der kulturellen Produktion auftreten. KDO stellen einen wichtigen Grundpfeiler der Unterstützung von Kunstschaffenden in arabischen Staaten dar, wo aus anderen Quellen wenig Gelder zu bekommen sind. Gleichzeitig bieten KDO einen wichtigen Zugang zu europäischen kulturellen Feldern und der internationalen Kunstszene.

    Bisherige Fall-Studien legen nahe, dass die Arbeit der KDO Werken und Künstler/-innen zugutekommt, die den ästhetischen und thematischen Vorlieben kunstaffiner europäischer Mittelschichten entsprechen, und dadurch dazu beiträgt, andere Kunst(formen) zu marginalisieren. Eine umfassende Untersuchung, die sich der Arbeit der KDO in verschiedene Teilen der arabischen Welt in ihrem zeitlichen Verlauf widmet und diese Annahmen untermauern könnte, fehlt bislang.

    In diesem Projekt werden vier Forschungsfragen anhand zweier Fallstudien zur Rolle des Goethe Instituts, des British Council, des Institut Français und der Heinrich-Böll-Stiftung für syrische und tunesische Kunstschaffende seit dem Jahr 2000 untersucht: (1) Welche Kunstwerke und Künstler/-innen wurden von den KDO gefördert? (2) Wie schränkt die Organisationsstruktur der KDO und der Habitus des Personals die Diversität ein? (3) Welche Vorstellungen von Kunst werden von Kunstschaffenden und dem Personal der KDO artikuliert und verhandelt? (4) Was ist die Funktion der KDO in den Netzwerken kultureller Produktion in der arabischen Welt?

    Um diese verschiedenen Ebenen zu verbinden, wird, aufbauend auf Arbeiten Pierre Bourdieus und der Akteur-Netzwerk Theorie, eine neue Konzeption von Räumen der kulturellen Produktion entwickelt. Dieser Beitrag zur Theoriebildung, der auch über die Forschung zur arabischen Welt hinaus Relevanz besitzt, macht greifbar, wie sich das Zusammenspiel mikro-soziologischer Prozesse der Wissens-und Kunstproduktion auf die Struktur des sozialen Raumes und die Ergebnisse der kulturellen Zusammenarbeit auswirkt.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Konzeption und Organisation von TagungenKonzeption und Organisation von Tagungen

    1) “Because of the War…” – Tracing Transformations in/of the Syrian Field of Cultural Production, CNMS, Marburg, 26.-27. Juli 2017.

    2) "Champs culturels en crise - Cultural Fields in Crisis", Aix-en-Provence, 7-8.11.2016, in Kooperation mit IREMAM, Universität Aix-Marseille.

    3) "Commitment and Dissent - Transregional Perspectives" CNMS, Marburg, 23.-24.01.2015.

    4) "Reconfiguring the (Non-)Political. Performing and Narrating Change and Continuity." Tunis, 28.8.-04.09.2016, in Kooperation mit Forschungsnetzwerk Re-Konfigurationen, IRMC, La Manouba. Summer Academy.

    5) "What's in a Year? Reflections on 1967", Marburg, 11.-12.12.2016 (mit Yvonne Albers). In Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft und Seminar für Neuere Geschichte der Philipps-Universität Marburg.

    6) "Spectres of Justice: The Aesthetics of Dealing with Violent Pasts", 28.-30. 05.2015. In Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk Re-Konfigurationen der Philipps-Universität Marburg.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen PublikationenPublikationen

    Monographie 

    The Lebanese Post-Civil War Novel: Memory, Trauma, and Capital. Palgrave Studies in Cultural Heritage and Conflict. New York: Palgrave Macmillan. 2016.

    Buchbesprechung von Syrine Hout.

    Sammelbände/Herausgeberschaften

    Culture and Crisis in the Arab World: Production and Practice in Conflict. Hg. Richard Jacquemond und Felix Lang. London: I.B.Tauris. 2019.

    The Rebel“, Middle East - Topics and Arguments (META), Vol. 6, spring 2016. Hg. Felix Lang und Malcolm Théoleyre.

    Artikel und Kapitel 

    “Cultural Production, European Public Diplomacy and the War in Syria: Replacing the State, Transforming the Field.” In Divided Culture. Cultural Fields and the Politicization of Culture in Civil Wars. Candice Raymond, ed. Erscheint 2021.

    "The Transformations of ‘Syrian’ Literary Field since 2011". In: Ouaissa et al. (Hg.) Reconfigurations. History, Remembrance and Transformation Processes in the Middle East and North Africa. Wiesbaden: Springer VS. Erscheint 2020.

    "Bourdieu, Latour and Rasha Abbas. The Uses of Actor-Network Theory for Studying the Field(s) of Cultural Production in the Middle East and North Africa." In: Cultural Sociology 13 (4), 428-443. 2019.

    "Beauty, Goodness, and Bombs: The Role of Political Crisis in Structuring the MENA Field of Cultural Production." In: Culture and Crisis in the Arab World: Production and Practice in Conflict. Hg. Richard Jacquemond und Felix Lang. London: I.B.Tauris. 2019.

    No Such Thing As Society? A Critique of Hegemonic Notions of Trauma in the Research on Cultural Production”. Middle East - Topics & Arguments, Vol. 11, Nov. 2018, S. 154-158.

    „Nichts als Trauma? Der libanesische Nach-Bürgerkriegs-Roman aus literatursoziologischer Perspektive“. In: Social Turn? Das Soziale in der gegenwärtigen Literatur(-wissenschaft). Hg. Haimo Stiemer et al. Weilerswist: Vellbrück. 2017. S. 137-160.

    Redeemed from Politics: Notions of Literary Legitimacy in the Lebanese Literary Field“. In: Commitment and Beyond. Reflections on/of the Political in Arabic Literature since the 1940s. Hg. Friederike Pannewick und Georges Khalil mit Yvonne Albers. Wiesbaden: Reichert. 2015. S. 303-316.

    „Ghosts in the Archive“. In: Contemporary French & Francophone Studies: Sites, Vol.18 (5). 2014. S. 487-495. 

    Lehrbuch

    Arabistik als Kultur-und Literaturwissenschaft. Eine Einführung. Mit Yvonne Albers, Ines Braune, Christian Junge, Friederike Pannewick. Stuttgart : J.B. Metzler Verlag. Erscheint 2020.

    Weitere Publikationen

    The Lebanese Post-civil-war Novel“. In: The Literary Encyclopedia. First published 17 April 2018 [https://www.litencyc.com/php/stopics.php?rec=true&UID=19502, accessed 06 March 2019].

    Review: "The Literature of the Lebanese Diaspora: Representations of Place and Transnational Identity, written by Jumana Bayeh." Middle East Journal of Culture and Communication 9(1):127–29. 2016.

    Beitrag über die libanesische Schriftstellerin Iman Humaidan. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur. München: Ed. Text + Kritik. 90. Nachlieferung. 2013.

    „Bambara, Bambara! Bunte Gewänder, Open Air: Wie die Kompositionen der marokkanischen Gnaoua als Weltmusik verkleidet wurden“ in Süddeutsche Zeitung, 30.10.2008.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Vorträge (Auswahl)Vorträge (Auswahl)

    1) "Re-Negotiating 'Legitimate' Art: Syrian Cultural Production in Exile and the Role of German Public Diplomacy Organisations". Conference: "Staying, Moving, Settling. 15th European Association of Social Anthropologists (EASA) Biennial Conference, Stockholm 14-17 August 2018.

    2) "Bourdieu, Latour, and Rasha Abbas. A Methodological Experiment on the Transformation of Networks." Konferenz: “Because of the War…” – Tracing Transformations in/of the Syrian Field of Cultural Production, Centre for Near-and Middle Eastern Studies (CNMS), Marburg, 26.-27. Juli 2017.

    3) "The Lebanese Post-Civil War Novel". Workshop: Learning for the Syrian case? Prospects and Challenges of Different Transitional Justice Initiatives, Workshop der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin, 2.-3. Dezember 2016.

    4) "Beauty, Goodness, and Bombs: The Role of Political Crisis in Structuring the MENA Field of Cultural Production." Konferenz: Arab Cultural Fields in Crisis, IREMAM (CNRS/AMU), Aix en-Provence, 7.-8. November 2016.

    5) "The War in Syria and the Transformation of Networks of Literary Production." Konferenz: Literary Networks and Cultural Collaborations, Birkbeck, London, 29. Oktober 2016.

    6) "The Author as Hero(ine) - Syrian Authors and Interpretive Schemata in the European Cultural Field(s)." 12th EURAMAL Conference, Oslo, 30. Mai - 4. Juni 2016.

    7) "Der libanesische Bürgerkriegsroman und Literatur als soziale Praxis." Konferenz: Social Turn in der Literatur(wissenschaft)?, Universität Münster, 3.-5. December 2014.

    8) "Traumatizing the Civil War." Konferenz: Between Politics and Healing: Understanding Trauma in Conflicts and Recent Violent Transformation Processes from a Comparative Perspective, Universität zu Köln, 20.-21. November 2014.

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