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Maria Sibylla Merian Centre for Advanced Studies

Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM)

Imagining Futures: Dealing with Disparity

Das Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM) am Standort Tunis versteht sich als interdisziplinäre, interregionale und intergenerationelle Forschungsplattform zum Maghreb und zum Nahen und Mittleren Osten. Unter dem Leitthema „Imagining Futures – Dealing with Disparity“ untersucht MECAM rund eine Dekade nach dem Beginn des „Arabischen Frühlings“ die komplexen Prozesse einer (Neu-)Verhandlung gesellschaftlicher Zukunftsmodelle (‚imagining futures‘) in der Region im Kontext ungleicher Ausgangsbedingungen (‚disparity‘).

Der Forschungsdialog wird dabei unter anderem von folgenden Fragestellungen angeleitet: Wie beeinflussen reale und wahrgenommene soziale Ungleichheiten und das daraus resultierende Gefühl der Unsicherheit die (Neu-)Verhandlung von Zukunftsvisionen und -modellen? Wie beeinflusst das Erbe der Vergangenheit sowie seine rechtliche, politische und kulturelle Verarbeitung die (Re-)Verhandlung zukünftiger Modelle, Imaginationen und Erwartungen? Wie beeinflussen ästhetische Formen und kulturelle Praktiken den Prozess der (Re-)Verhandlung von Zukunftsmodellen und -vorstellungen im Maghreb und wie spiegeln sie Disparitäten wider? Wie gehen Gesellschaften mit den wachsenden sozioökonomischen Disparitäten und Umweltproblemen um? Und wie beeinflussen unterschiedliche koexistierende Identitäten und identitätsbasierte Disparitäten die (Re-)Verhandlung zukünftiger Visionen und Modelle?

Unter der Koordination der Philipps-Universität Marburg ist ein Konsortium mehrerer renommierter Forschungseinrichtungen aus Deutschland – darunter die Universität Leipzig, das German Institute of Global and Area Studies/Hamburg (GIGA), das Forum Transregionale Studien/Berlin – und Tunesien – darunter die Université de Tunis, die Université de Sfax und das Institut Tunisien des Ètudes Stratégiques/Tunis (ITES) – während einer dreijährigen Vorphase (2020-2023) mit dem institutionellen Aufbau von MECAM und der Vorbereitung der Projekthauptphase (2023-2032) betraut.

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Die MECAM-Forschungsagenda gliedert sich in fünf Themenfelder. Die Forschung innerhalb dieser thematischen Cluster stützt sich auf die Vorarbeiten von Forschenden aus Deutschland, Tunesien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie internationalen Wissenschaftler*innen. Sie arbeiten am Standort Tunis im Rahmen von Fellow Groups in einem interdisziplinären und interregionalen Kontext unter der Einbindung von Nachwuchswissenschaftler*innen zusammen. Ergänzend hierzu etabliert MECAM mit einer „Traveling Academy“ sowie einer Veranstaltungsreihe „Rencontres Ibn Khaldun“ innovative Formate des Wissenschaftsdialogs sowie des Transfers von Forschungsergebnissen in eine breitere Öffentlichkeit. Hinzu kommt  die Veröffentlichung von Sammelbänden und Beiträgen in Open Access-Zeitschriften sowie die Etablierung einer eigenständigen MECAM-Working Paper-Reihe.

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MECAM ist am Campus der Université de Tunis im Zentrum der tunesischen Hauptstadt angesiedelt. Tunesien hat sich insbesondere in den vergangenen Jahren als wichtiger Standort eines freien und dynamischen wissenschaftlichen Austauschs in der Region des Maghreb und des Nahen und Mittleren Ostens etabliert. Für die Zukunft ist zudem der Aufbau zweier Nebenstandorte im Libanon und in Marokko geplant. Das Zentrum in Tunis wird paritätisch von einem deutsch-tunesischen Direktorenteam geleitet. Im Rahmen von MECAM übernimmt die Philipps-Universität Marburg die Gesamtkoordination und Geschäftsführung sowie die Designation eines Direktors. Zudem zeichnet sie für die Koordination dreier Fellow-Gruppen („Memory & Justice“, „Aesthetics & Cultural Practice“, „Resources & Sustainability“) sowie die Umsetzung weiterer MECAM-Formate verantwortlich.

Ansprechpersonen: Prof. Dr. Rachid Ouaissa (Mail: ouaissa@uni-marburg.de), Prof. Dr. Habib Sidhom (Mail: universite.tunis@utunis.rnu.tn), Petra Kienle (Mail: petra.kienle@verwaltung.uni-marburg.de)