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Studium Abschluss Erste Prüfung

Das Studium umfasst als Regelstudienzeit neun Semester und gliedert sich in ein Grund- und in ein Hauptstudium. Am Ende steht die Erste juristische Prüfung („Erstes Staatsexamen“), die sich aus der staatlichen Pflichtfachprüfung – 70% der Gesamtnote – und der Schwerpunktprüfung – 30 % der Gesamtnote – zusammensetzt.

Im Grundstudium werden die Basiskenntnisse in den „drei Säulen des Rechts“ – Strafrecht, Zivilrecht und Öffentliches Recht – erworben sowie die geschichtliche und soziologische Einbettung des Rechts in den akademischen Blickwinkel gerückt.  In dieser Zeit liegt das Hauptaugenmerk im Absolvieren der Zwischenprüfung, die sich aus den Übungen für Anfänger in den drei Rechtsgebieten zusammensetzt.

Die bestandene Zwischenprüfung bis spätestens zum Ende des fünften Fachsemesters stellt den Übergang und das Eingangstor zum Hauptstudium dar. In seinem Rahmen werden die vorhandenen Kenntnisse vertieft und in den Fortgeschrittenenübungen ausgebaut. Daneben sind ein Sprachnachweis und ein Schein über eine sogenannte Schlüsselqualifikation, wie beispielsweise Mediation oder Verhandlungsmanagement, zu erwerben.

Dreimal einen Monat Praktikum bei Gericht und wahlweise bei Verwaltung oder Anwalt runden die Anforderungen ab, die  für die Meldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung zu erfüllen sind.

Die staatliche Pflichtfachprüfung kann jeweils an vier Prüfungsterminen im Jahr (Februar, Juni, August, Oktober) abgelegt werden und besteht aus den drei Rechtsgebieten (drei zivilrechtliche, eine strafrechtliche und zwei öffentlich-rechtliche Klausuren). Das Prüfungsverfahren wird vom JPA, einer Unterbehörde des Justizministeriums Hessen durchgeführt. Abschließend findet eine mündliche Prüfung statt, in der das Zivilrecht, das Strafrecht und das Öffentliche Recht drei gleichrangige Prüfungsabschnitte bilden.

Parallel hierzu läuft das Schwerpunktbereichsstudium. Aus den in Marburg angebotenen sechs Schwerpunktbereichen können Sie einen auswählen und müssen dort vier Klausuren (je zweistündig) und ein Seminar bestehen, zu dem eine sechswöchige wissenschaftliche Hausarbeit gehört.
Die Schwerpunkte sind:
·         Recht der Privatperson
·         Recht des Unternehmens
·         Medizin- und Pharmarecht
·         Staat und Wirtschaft
·         Völker- und Europarecht
·         Nationale und Internationale Strafrechtspflege

Mit dem Schwerpunktbereichsstudium kann frühestens mit bestandener Zwischenprüfung begonnen werden. Ein späterer Start ist aber auch noch bis zum Zeitpunkt der Meldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung möglich. Abschließen kann man das Schwerpunktbereichsstudium bis zu zwei Jahre nach Ablegung der staatlichen Pflichtfachprüfung.

Wir bieten als einzige Hochschule in ganz Deutschland den Schwerpunktbereich „Medizin- und Pharmarecht“ sowie eine Zusatzqualifikation im Pharmarecht.
Zu diesem (einmaligen) Forschungsschwerpunkt kommt die rechtshistorische Aufarbeitung für Kriegsverbrechen – ebenfalls ein außerordentliches Wissenschaftsfeld und Anknüpfungspunkt für den Schwerpunktbereich Nationale und Internationale Strafrechtspflege.

 Nach der Zwischenprüfung ist ein Studium im Ausland über das Erasmus-Programm des Fachbereichs möglich.