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Laufende Projekte

Lernen Sie unsere Forschungsprogramme kennen und informieren Sie sich über den aktuellen Stand unserer laufenden Projekte:

Household and Behavioral Finance

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Gutes Markenimage = gute Aktie?Gutes Markenimage = gute Aktie?

    Gegenstand des derzeit laufenden Forschungsprojekts von Anna-Lena Bauer und Prof. Dr. Stolper an der Schnittstelle der Themenfelder Markenführung und Investorenverhalten ist die Frage, ob private Haushalte neben ihrer Rolle als Konsumenten auch in ihren Anlageentscheidungen vom Markenimage eines Unternehmens beeinflusst sind und somit ein brand bias beobachtet werden kann. Speziell soll untersucht werden, ob und ggf. in welchem Ausmaß Aktien von Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen bei deutschen Verbrauchern ein besonders gutes Markenimage besitzen, in den Wertpapierdepots privater Haushalte in Deutschland signifikant übergewichtet sind.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen "Gleich und gleich" im Peer-to-Peer Lending: welchen Einfluss haben Gemeinsamkeiten zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer bei Online Investments?"Gleich und gleich" im Peer-to-Peer Lending: welchen Einfluss haben Gemeinsamkeiten zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer bei Online Investments?

    Das Forschungsprojekt untersucht zum ersten Mal die Rolle von sozialer Homophilie – die Tendenz, mit ähnlichen Menschen zu interagieren – im Kontext von Peer-to-Peer (P2P) Lending. P2P Lending ermöglicht Privatinvestoren, Kredite an andere Privatpersonen zu vergeben. Dies geschieht durch direkte Interaktion auf P2P-Plattformen und einzelne Kredite werden typischerweise im Verbund mit weiteren auf der P2P-Plattform aktiven Privatanlegern ausgereicht – traditionelle Intermediäre, wie beispielsweise Banken, werden dabei nicht benötigt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Auswahl der Projekte, in die Anleger einer großen deutschen P2P-Plattform investieren, ein robuster und signifikanter Einfluss von demografischer und geografischer Gemeinsamkeiten (Alter, Geschlecht, Wohnsitz) besteht: je ähnlicher sich Kreditgeber und Kreditnehmer sind, desto eher kommt eine Anlage zustande. Auch die Anlagesumme steigt bei zunehmender Ähnlichkeit von Kreditgeber und -nehmer messbar. Dieser Effekt sozialer Homophilie ist bei den weiblichen Investoren auf der Plattform ausgeprägter als bei den männlichen Anlegern. Zudem zeigt sich, dass Anleger mit denjenigen finanzierten Projekten, bei denen eine größere Gemeinsamkeit zwischen Kreditgeber und -nehmer besteht, im Schnitt einen geringeren Zins erwirtschaften. Ob es sich bei dem beobachteten Homophilie-Effekt um rationales Verhalten handelt oder ob er sich der bewussten Kontrolle des Anlegers entzieht, bleibt eine spannende Forschungsfrage für Anschlussprojekte.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Beeinflussen Finanzberater das Risikoprofil von Privatkunden?Beeinflussen Finanzberater das Risikoprofil von Privatkunden?

    Dr. Lukas Brenner untersucht in diesem Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Oscar Stolper den Einfluss von Finanzberatern auf das Anlageverhalten von Privathaushalten. Zentrale Säule von Anlageempfehlungen bildet in der standardisierten Finanzberatung der Prozess zur objektiven Ableitung eines Risikotragfähigkeitsprofils des Anlegers durch den Finanzberater. Dieses sollte unabhängig vom Berater sein und individuell auf die Lebenssituation / Vermögenssituation sowie Vorlieben und Neigungen des Anlegers abgeleitet werden. Erkenntnisse der Studie deuten jedoch darauf hin, dass Finanzberater das Risikoprofil von Anlegern im Prozess (stark) beeinflussen. Dies führt in der Folge zu verzerrten Produkt- und Anlageempfehlungen durch den Berater mit weitreichenden negativen Konsequenzen für den Anleger.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Welchen Einfluss haben finanzielle Zuwendungen von Familie und Freunden auf das Anlageverhalten von privaten Haushalten?Welchen Einfluss haben finanzielle Zuwendungen von Familie und Freunden auf das Anlageverhalten von privaten Haushalten?

    Zwei Studien, die im Rahmen des Forschungsprogramms entstanden sind, beschäftigen sich mit dem Thema, wie finanzielle Zuwendungen von Familie und Freunden das Anlageverhalten von privaten Haushalten mitbeeinflussen. Die erste Studie geht der Frage nach, wie Haushalte, die eine Erbschaft antreten oder Schenkung erhalten, mit den übertragenen Vermögenswerten umgehen. Wie beeinflusst ein solcher Mittelzufluss die finanziellen Entscheidungen von Haushalten – insbesondere im Hinblick auf das Sparen für die private Altersvorsorge? Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erben einen Teil ihrer erhaltenen Zuwendungen für den Ausbau ihrer privaten Altersvorsorge verwenden, es jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Erben-Haushalten gibt. "Vielen Haushalten wird im Laufe der Zeit das Thema Erbschaft begegnen. Gerade in Deutschland wird es interessant sein zu sehen, ob und wie dieser Mittelzufluss die Bürger bei ihren finanziellen Anlageentscheidungen – beispielsweise am Kapitalmarkt oder für die Altersvorsorge – beeinflusst. Für den Gesetzgeber, wie auch für Finanzinstitute wird es wichtig sein, die Finanzentscheidungen von tausenden betroffenen Haushalten richtig zu antizipieren und entsprechende Weichen zu stellen." Die zweite Studie widmet sich der Thematik, wie (zugesagte) finanzielle Unterstützung durch die engsten sozialen Kreise das Anlageverhalten von privaten Haushalten beeinflusst. Gehen Haushalte, die sich auf ein soziales Fangnetz durch Freunde und Familie verlassen können, am Kapitalmarkt beispielsweise ein höheres Risiko ein? Anknüpfend an aktuelle Erkenntnisse aus dem aufstrebenden Forschungsfeld "Social Finance" wird in der Studie ein Zusammenhang zwischen einer solchen zugesagten finanziellen Unterstützung und Investitionen in risikoreiche Anlageklassen nahegelegt.

 Investmentfonds und Fondsmanager

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Sind Produktinformationen für Investmentfonds verständlich?Sind Produktinformationen für Investmentfonds verständlich?

    Mit der Einführung von zusammenfassenden Produktinformationsblättern (PIBs) für Investmentfonds in 2012, unterstreicht die europäische Finanzregulierung die Wichtigkeit in der Verwendung von einfacher und verständlicher Sprache für die Beschreibung von Finanzprodukten. Zielsetzung ist es dem Privatanleger einen einfacheren und transparenteren Zugang zu Produktinformation für Investmentfonds zu verschaffen. Wir bewerten, ob durch die Einführung von PIBs sowie zugehörige Richtlinien zur Standardisierung und Vereinfachung der Sprache die Verständlichkeit von Informationen für Investmentfonds verbessert wurde. Mittels Methoden automatisierter Textanalyse untersuchen und bewerten wir hierbei erstmals quantitativ im Rahmen einer Vollerhebung alle in Deutschland zum Verkauf registrierten Investmentfonds.

    Dieses Projekt wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Welchen Effekt haben lokale Veröffentlichungspflichten für Investmentfonds auf Anleger und Anbieter?Welchen Effekt haben lokale Veröffentlichungspflichten für Investmentfonds auf Anleger und Anbieter?

    Leistung und Kosten eines Investmentfonds sollten transparent für den Anleger sein. Während die Kosten eines Investments in Fonds seit langem transparent veröffentlicht werden, wird die Leistung nur in Form von erzielten Renditen veröffentlicht, welche gemäß bestehender Literatur nicht unbedingt Vorhersagekraft für künftige Leistung liefern. Vielmehr scheint es für den Anleger, welcher sich entscheiden in einen aktiv gemanagten Fonds zu investieren, zu verstehen, ob das Fondsmanagement historisch versucht hat "aktiv" den Markt zu schlagen. Seit April 2018 sind eine Reihe der größten US-Investmentfondsanbieter verpflichtet, Privatanlegern neben den Kosten ebenfalls ein Maß für die Leistung, d.h. die "wahre Aktivität" des Fondsmanagements offenzulegen. Wir bewerten die Reaktion der Privatanleger und die angebotsseitige Reaktion der Branche auf diese Intervention. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die vom Regulator intendierten Effekte nicht eingetreten sind: i) die Intervention hat keinen Effekt auf das Portfoliomanagement der Anbieterseite gehabt, ii) Privatanleger sind in nicht in der Lage die entscheidungsrelevante Information der historischen Aktivität des Fondsmanagements rational in Anlageentscheidungen zu übersetzen.

    Dieses Projekt wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Reagieren Anleger auf bewusstes (strategisches) Signaling des Fondsmanagements?Reagieren Anleger auf bewusstes (strategisches) Signaling des Fondsmanagements?

    "Skin-in-the-Game" (SitG)–private Beteiligungen des Fondsmanagements am eigenen Fonds– ermöglichen es Interessen von Fondsmanagern und Anlegern durch Risikopartizipation in Einklang zu bringen. Seit 2005 sind amerikanische Fondsmanager verpflichtet ihre Anteile an selbst verwalteten Fonds offenzulegen. Jedoch kann die Information für Privatanleger als unzugänglich betrachtet werden, da sie weder standardisiert noch transparent gegenüber diesen ausgewiesen wird. Wir verwenden einen alternativen, für Privatanleger deutlich zugänglicheren, Kommunikationskanal, über den Fondsmanager SitG signalisieren: Aktionärsbriefe. Diese lassen zumeist zwar nicht das exakte Investment des Managers ableiten, liefern sehr wohl aber eine verbale Indikation, ob persönliche Anteile durch das Fondsmanagement gehalten werden. Mit Hilfe von Textanalyse untersuchen wir eine umfassende Stichprobe an Aktionärsbriefen von Investmentfonds (~ 16.000 Beobachtungen). Erste Erkenntnisse zeigen, dass Privatanleger auf bewusstes "Signaling" des Fondsmanagers reagieren. Wir finden signifikante Mittelzuflüsse durch Privatanleger im unmittelbaren Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Aktionärsbriefen, die verbal SitG kommunizieren. Im Gegensatz dazu beobachten wir, dass Privatanleger nicht auf den tatsächlich vom Management investierten Betrag, der alleinig durch Sekundärquellen und spezialisierte Fondsdatenprovider ausgewiesen wird, reagieren.

    Dieses Projekt wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Investmentfonds: aktiv verwaltet und doch nur passiv investiert?Investmentfonds: aktiv verwaltet und doch nur passiv investiert?

    Im Projekt "Affiliated mutual funds: beyond the reach of the invisible hand?" untersuchen Prof. Dr. Oscar Stolper, Prof. Dr. Andreas Walter und Kim Heyden wie sich die Vertriebskanäle von Investmentfonds auf die Aktivität von Fondsmanagern auswirken. Banken sind in vielen Ländern der Hauptvertriebskanal von Fonds und sie verkaufen hauptsächlich jene Fonds der eigenen Fondsgesellschaft ("affiliated funds"). "Affiliated funds" sind durch diesen exklusiven Vertriebskanal geringerem Wettbewerbsdruck ausgesetzt, wodurch die Aktivität des Fondsmanagements bei diesen Fonds deutlich geringer ist. Weiterhin vereinnahmen sie die gleichen Gebühren für Fonds mit hohem und niedrigem Managementaufwand. Im Gegensatz dazu verlangen Fonds ohne exklusiven Vertriebskanal geringere Gebühren bei Fonds mit geringerer Aktivität des Fondsmanagers.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Wie wirkt sich Narzissmus im Fondsmanagement aus?Wie wirkt sich Narzissmus im Fondsmanagement aus?

    Im Projekt "Fund manager narcissim" untersucht Anna-Lena Bauer gemeinsam mit Prof. Dr. Stolper und Dominik Scheld wie sich Persönlichkeitsmerkmale auf Anlageentscheidungen von professionellen Investoren auswirken. In diesem Kontext beleuchtet das Projekt narzisstische Tendenzen von Fondsmanagern. Unter Verwendung von wortgetreu transkribierten Interviews mit US-amerikanischen Managern zielt das Projekt hierbei darauf ab i) mittels textanalytischer Verfahren narzisstische Charaktereigenschaften von Fondsmanager zu identifizieren, ii) deren Auswirkungen auf das Portfoliomanagement (z.B. Risiko-Rendite Verhältnis) zu analysieren sowie iii) zu untersuchen ob und inwiefern Anleger auf narzisstische Fondsmanager reagieren.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Welche Charaktereigenschaften prägen Fondsmanager?Welche Charaktereigenschaften prägen Fondsmanager?

    Im Projekt "The Big5 in fund management" untersucht Anna-Lena Bauer gemeinsam mit Prof. Dr. Stolper und Dominik Scheld den Einfluss der aus der Psychologie bekannten "Big 5" Persönlichkeitsdimension auf Fondsmanager. Neben einer umfassenden Typisierung des Fondsmanagements strebt das Projekt hierbei an den Einfluss von Persönlichkeitsdimensionen im Rahmen professioneller Investments messbar zu machen. Die voraussichtlichen Ergebnisse des Projektes erlauben Einblicke in das "Innenleben" der Fondsmanager(innen) sowie Aufschlüsse über den potentiellen Zusammenhang zwischen professioneller Geldverwaltung und psychologischen Charaktereigenschaften.

Empirische Kapitalmarktforschung

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Global diversifiziert trotz Fokus auf heimischen Aktieninvestments?Global diversifiziert trotz Fokus auf heimischen Aktieninvestments?

    Die ökonomische Theorie schlägt vor, dass Anleger ihre Investments global diversifizieren um ihr Risiko zu minimieren. In der Praxis konnte dagegen wiederholt nachgewiesen werden, dass Anleger Aktien bevorzugen, die von Unternehmen ihres Heimatlands ausgegeben werden ("Home Bias") und damit aus akademischer Sicht vermeintlich irrational agieren. In einem derzeit laufenden Forschungsprojekt gehen Philipp Ritter und Prof. Dr. Stolper der Frage nach, ob der Home Bias tatsächlich mit der vermuteten Risikokonzentration einhergeht oder ob nicht vielmehr auch mit heimischen Aktieninvestments ein global diversifiziertes Aktienportfolio gebildet werden kann.

    "Haushalte weltweit investieren am Kapitalmarkt bevorzugt in Aktien von Unternehmen ihres Heimatlandes ("Home Bias") und nehmen damit im Vergleich zu einem international diversifizierten Portfolio eine vermeintlich höhere Risikokonzentration in Kauf. Ob und in wie fern der Home Bias tatsächlich Nachteile birgt, ist für beide Seiten des Kapitalmarkts relevant: für Anleger wie auch für Finanzinstitute bei der Ausgestaltung ihrer Produkte."

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Welche Informationen stecken in den Volatilitäten der Volatilität?Welche Informationen stecken in den Volatilitäten der Volatilität?

    In diesem Projekt untersucht Michel Bartoschik gemeinsam mit Prof. Dr. Stolper die Vorhersagekraft des aggregierten Volumens an Leerverkäufen von Produkten, deren Performance sich auf den Volatilitätsindex VIX bezieht, auf zukünftige Renditen dieser Produkte. Aus den Erkenntnissen des Projekts lassen sich Aussagen zur Effizienz des Marktes für Volatilität und eine ökonomische Kalkül für den Handel dieser Produkte schlussfolgern.