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BMBF-Forschungsprojekt: Pflanzenpatente

Vorhabenthema

Eine ökonomische und empirische Analyse der Wirkung von Patenten im Pflanzenbau auf Marktkonzentration, Innovation, Biodiversität und die Wohlfahrt, insbesondere von Landwirten und Konsumenten, in Europa.

Vorhabenbeschreibung

In der Pflanzenzucht hat sich ein technologischer Paradigmenwechsel vollzogen. Waren die Innovationsprozesse in der traditionellen Zucht erfahrungsgetrieben, so hat sich die moderne Zucht dem Verlauf industrieller Innovationsprozesse angenähert. Innovationen aus dem Labor erfordern hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung. Unternehmen haben Anreize, ihre Innovationen mit Patenten abzusichern, wie dies in anderen Branchen üblich ist. Kritiker halten dagegen, dass Patentschutz Monopole schafft, Innovation und Wettbewerb blockiert sowie Konzentration im Markt fördert.

Zielsetzung des Projektes ist die konzeptionelle sowie empirische Analyse der positiven und negativen Wohlfahrtswirkungen von Pflanzenpatenten.

Kurzfristige Wirkung von Pflanzenpatenten:

  • Wie wirken sich Patente auf Preise für Saatgut und landwirtschaftlichen Produkte aus?
  • Welche Ertragswirkungen ergeben sich durch den Einsatz von mit Patenten geschützten Saatgutinnovationen?
  • Wer profitiert vom Einsatz des patentgeschützten Saatguts – Saatgutunternehmen, Landwirte oder Verbraucher?

Langfristige Wirkung von Pflanzenpatenten:

  • Wie wirkt sich die Erteilung von Pflanzenpatenten aus auf
    • - die Konzentration des Patenteigentums?
    • die Konzentration unter den Unternehmen?
    • die Innovationstätigkeit?
    • die Vielfalt und Agrobiodiversität im Pflanzenbau?

Details zur Förderung und Organisation des Projekts

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel (Modul II)“ für die Laufzeit 2017 bis 2020 gefördert.

Durchgeführt wird das Forschungsprojekt von der Arbeitsgruppe Technologie- und Innovationsmanagement des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Philipps-Universität Marburg. Projektleiter ist Prof. Dr. Michael Stephan (), leitende Forscherin sowie für die Projektkoordination ist Frau Aylish Dietrich () zuständig.