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Deutsche, Christen, Einwanderer? Russlanddeutsche Aussiedler in freikirchlichen Gemeinden

Dr. Frederik Elwert

Alisha Meininghaus

Nach einer kurzen Weihnachtspause startete die Reihe „Religion am Mittwoch“ am 11. Januar mit einem spannenden Vortrag ins neue Jahr. Den Anfang für 2017 machte Dr. Frederik Elwert aus Bochum. Er referierte über das Thema „Deutsche, Christen, Einwanderer? Russlanddeutsche Aussiedler in freikirchlichen Gemeinden“. Zuvor wurde das Publikum wie immer durch Mitarbeiterinnen des Hauses in der Religionskundlichen Sammlung thematisch eingestimmt. Diesmal stellten Heike Luu und Julia Dippel in einem Dialog zwei christliche Armbänder, die „Perlen des Glaubens“ und ein „What Would Jesus Do-Armband“, vor.

Im Anschluss eröffnete Dr. Elwert seinen Vortrag über die Identitätskonzepte christlicher, russlanddeutscher Aussiedler. Darunter, so erklärte Dr. Elwert, versteht man Personen mit deutschen Wurzeln, die in Russland lebten und beispielsweise im Zuge der Auflösung der ehemaligen UdSSR wieder nach Deutschland zogen. Der Vortragende stellte die These auf, dass die ethnische Identität der Aussiedler als Deutsche zunehmend problematisch sei. Ein Grund dafür sei u.a. eine Änderung in den Einstellungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu Ungunsten der Russlanddeutschen. Darüber hinaus stellte er fest, dass die christlich-religiöse Identität nur bei einer Minderheit der Aussiedler vorhanden, dort aber prägend für ihr Selbstverständnis sei. Das Christentum, so seine Schlussfolgerung, sei daher (auch) eine Migrantenreligion. Abschließend verwies er darauf, dass Religion als eine integrationsfördernde Ressource betrachtet werden könne, die darüber hinaus eine Legitimationsquelle für Individualität innerhalb der Migrantengemeinschaft darstellen kann.

Paulina Rinne und Alisha Meininghaus

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