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Projekte (Nils Vief)

Projekt
Beschreibung
Promotion

„Politisches Framing in „Filter Bubbles“? – Zur Wirklichkeitskonstruktion in fragmentierten Räumen digitaler Öffentlichkeit(en).“

Eli Pariser zufolge verändert das Internet auf fundamentale Weise, wie wir an Ideen und Informationen gelangen. Der größte Strukturwandel der politischen Öffentlichkeit besteht demzufolge nicht in der zunehmenden Geschwindigkeit und Responsivität der politischen Kommunikation, sondern in der personalisierten Aufbereitung politischer Informationen durch Algorithmen, die sich an den Vorlieben und Eigenschaften der Nutzerinnen orientieren. Auf diese Weise, so die Befürchtung, entstehen auf die Nutzer zugeschnittene Filterblasen, in denen unliebsame Informationen ausgeblendet und mit der eigenen Weltanschauung übereinstimmende Informationen überrepräsentiert werden. Eine demokratische Öffentlichkeit ist jedoch auf den Austausch unterschiedlicher Argumente und die Konfrontation unterschiedlicher Weltanschauungen, angewiesen. Voraussetzung für die Demokratie ist eine zumindest in Grundzügen von der Gesellschaft gemeinsam geteilte politische Realität. 
Doch wie stark unterscheiden sich die "digitalen Realitäten" der Bürger/innen in Deutschland und ist das ein Problem für das demokratische politische System der Bundesrepublik? Diese Frage ist noch nicht hinreichend erforscht. Um das herauszufinden, wird ein Vergleich der Facebook- und Google Accounts von Nutzer/innen mit unterschiedlichen politischen Präferenzen jeweils kurz vor politisch-medialen Großereignissen (wie z.B. Wahlen) vorgenommen. Wie stark unterscheiden sich die politischen Themen und deren Deutungen in den digitalen Informationsumgebungen zwischen konservativen und liberalen Nutzer/innen oder zwischen Sympathisant/innen der AfD und den Grünen? Werden gesellschaftlich relevante Themen ausgeblendet? Werden politische Desinformationen unwidersprochen verbreitet? In Bezug auf welche Themen ist die Digitale Öffentlichkeit in "Filterblasen" zersplittert und wo findet Milieu- und Lager-übergreifender Diskurs statt?

Experimente in Lehrveranstaltungen Facebook-Experimente:
In einigen Lehrveranstaltungen führen die Studierenden ein gemeinsames Experiment mit idealtypischen Facebook-Accounts durch. Hierfür erhalten alle Studierenden Zugriff auf zwei formal identische Facebook-Accounts, die sie nach bestimmten im Seminarverlauf erarbeiteten Regeln mit Inputs "füttern," um sie gezielt in unterschiedliche politische "Filterblasen" zu manövrieren. Die Accounts agieren dabei komplett passiv und unterscheiden sich nur darin, dass sie mit mit vermeintlich "linken" bzw, "rechten" Inhalten interagieren. Die Accounts werden über die gesamte Dauer des Semesters "gepflegt." Ziel des Experiments ist es, die Timelines der Accounts in Bezug auf die im Seminar besprochenen Themen zu vergleichen (Agenda-Setting, Framing, politische Desinformation, Hate Speech, etc.)
betreute studentische Projekte (Projektstudium)

"Informationsselektion durch Facebook während des Landtagswahlkampfes in Bayern 2018"

Für das Projekt wurde ein Experiment während der Landtagswahl in Bayern (2018) mit unterschiedlichen Facebook-Accounts durchgeführt, die idealtypisch Partei-Sympathisant/innen der großen bayrischen Landesparteien abbilden. In der heißen Phase des Wahlkampfes werden die Timelines der Accounts vollständig erhoben und die Beiträge hinsichtlich thematischer und formaler Unterschiede verglichen. 

abgeschlossen
(2016-2018)

Evaluation der Aktionspläne zur UN-Behindertenrechtskonvention
(Im Auftrag des Deutschen Instituts für Menschenrechte)
Am 26. März 2009 wurde die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) von Deutschland ratifiziert und ist seitdem für alle staatlichen Stellen rechtsverbindlich. Seitdem haben der Bund, Länder und zahlreiche Kommunen so genannte Aktionspläne veröffentlicht, in denen sie dokumentieren, welche Anstrengungen sie bisher unternommen haben, um die UN-BRK umzusetzen, welche Maßnahmen derzeit durchgeführt werden und für die Zukunft geplant sind. Im Rahmen dieses Projektes wurden die Aktionspläne der 16 Länder auf Grundlage der Prüfkriterien der Monitoringstelle UN-BRK des Deutschen Institut für Menschenrechte verglichen und bewertet. Auf diese Weise wurde erstmals ein umfassender und vollständiger Vergleich der 16 Bundesländer hinsichtlich ihrer Anstrengungen zur Umsetzung der UN-BRK ermöglicht.

Der vollständige Bericht findet sich hier.