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Individualisierte Psychotherapie – What works for whom - and why?

Tobias Ehmer

Das Ziel unserer Arbeitsgruppe "individualisierte Psychotherapie (personalized psychotherapy)" besteht in der Entwicklung und Evaluation von evidenzbasierten individualisierten bzw. personalisierten Psychotherapiekonzepten. In dem Kontext suchen wir Antworten auf folgende umfassende Forschungsfrage:

Welcher Patient mit welchen spezifischen Problemen, die aus welchen Mechanismen resultieren, benötigt welche (psycho)therapeutischen Verfahren, in welchem Setting, wie lange und durch welche(n) Therapeuten?

Daher analysieren wir beispielsweise große Datensätze der Schön Kliniken hinsichtlich Prädiktoren eines kurz- und langfristigen Ansprechens mithilfe maschineller Lernansätzen und entwickeln adaptive Indikationsregeln in Abhängigkeit von transdiagnostischen Charakteristika für therapeutische ‚maßgeschneiderte’ Behandlungsstrategien. In diesem Kontext haben wir in der Schön Klinik Bad Arolsen CBASPersonalized als personalisierte stationäre Therapie implementiert. Auch haben wir ein personalisiertes Konzept für chronisch depressive Hochbetagte entwickelt und begonnen, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hanna Christiansen eine personalisierte Psychotherapie für depressive Kinder und Jugendliche zu konzipieren. Um weitere Antworten auf die oben gestellte Forschungsfrage zu gewinnen, führen wir u.a. Studien zur experimentellen Beziehungsgestaltung, zur Bedeutung früher Missbrauchserfahrungen, zur Rolle der Erwartungen (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. W. Rief), zu Nebenwirkungen sowie zu Internet- und mobilbasierten Interventionen (IMIs) durch. Um personalisierte IMIs zu entwickeln und deren Wirksamkeit zu beforschen, wurden wissenschaftliche Kooperationen mit der European Allianca against Depression (iFightDepression), der niederländischen Firma Minddistrict (Entwicklung einer internetbasierten CBASPersonalized Nachsorge) sowie der Smartphone-App Moodpath etabliert.

Hier sehen Sie eine Kurzvorstellung unserer aktuellen Forschungsprojekte:

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen CBASPersonalizedCBASPersonalized

    In der proskeptiven, randomisiert-kontrollierten und Rater-verblindeten Studie, soll die Wirksamkeit des neuen stationären TherapiekonzeptesIndividualisiertes Kognitiv-Behaviorales Analyse System der Psychotherapie(englisches Akronym: CBASPersonalized) im Vergleich mit der in der Schön Klinik Bad Arolsen etablierten Kognitiv-Behavioralen Integrativen Therapie(englisches Akronym: CBIntegrative) sowie einer Wartekontrollgruppebei chronisch depressiven, therapieresistenten PatientInnen mit frühen Missbrauchserfahrungen verglichen werden. Die primary hypothesisbezieht sich dabei auf den Vergleich zwischen CBASPersonalizedund der Wartekontrollgruppe, welche nach Ende der 6-wöchigen Wartezeit ebenfalls in eine der beiden aktiven stationären Behandlungen randomisiert werden. Die CBIntegrativebesteht aus der evidenzbasierten KVT, welche in der Schön Klinik Bad Arolsen auch die Akzeptanz- und Commitment Therapie (ACT) integriert. Beide aktiven Gruppen erhalten die Therapiekonzepte jeweils in gleicher Dosis (Einzel- und Gruppentherapien auf unterschiedlichen Stationen in derselben Klinik) und Dauer (6-wöchige stationäre Therapie, 6-wöchige Erhaltungstherapie in Form einer internetgestützten @homeNachsorge durchgeführt über die Minddistrict Plattform).

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Experimentelle Gestaltung der therapeutischen BeziehungExperimentelle Gestaltung der therapeutischen Beziehung

    Die therapeutische Beziehung ist für den Erfolg einer Psychotherapie von hoher Bedeutung (Horvath et al., 2011). Durch spezifische Techniken wird sie in vielen Therapieformen als Wirkfaktor gezielt eingesetzt; bspw. im CBASP (Schamong et al., 2017) oder der DBT (Linehan, 1996). Einzelne Aspekte der therapeutischen Beziehungsgestaltung wurden bereits in zahlreichen empirischen Studien untersucht (Doran, 2016); allerdings wurde sie bislang nicht gezielt experimentell variiert. Dieses Forschungsprojekt untersucht daher explorativ die experimentelle Beziehungsgestaltung bezüglich ihrer Umsetzbarkeit (gezielte Variation von Beziehungsgestaltungstilen) sowie bezüglich des Einflusses verschiedener Variablen wie u.a. die Wahrnehmung der therapeutischen Allianz und der Beziehungsqualität in Abhängigkeit des therapeutischen Beziehungsstils, die Erwartungshaltung, die wahrgenommene Symptombelastung, Persönlichkeitsfaktoren und interpersonelle Probleme.
    Hierbei sollen erste Erkenntnisse generiert werden, welche die Basis für weitere Fragestellungen (u.a. der Einfluss von Erwartungsfrustration) bilden können. Langfristig soll die Forschung einen Beitrag zur Entwicklung von Indikationskriterien für einen optimalen individualisierten Beziehungsstil (What works for whom?) leisten. Das Projekt birgt auch große aktuelle gesundheitspolitische Relevanz in Hinblick auf die Einführung der psychotherapeutischen Sprechstunde und der Frage nach der Beziehungsgestaltung.

    Ansprechpartner:
    Simon Bollmann ()
    Isabel Schamong ()

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Interpersonelles Integratives Modellprojekt für Flüchtlinge (IIMPF)Interpersonelles Integratives Modellprojekt für Flüchtlinge (IIMPF)

    Aufgrund der hohen Anzahl an psychisch erkrankten Geflüchteten wurde im November 2015 das „Interpersonelle Integrative Modellprojekt für Flüchtlinge“ (IIMPF) in Berlin implementiert und in Kooperation gemeinsam mit dem Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus Berlin (Prof. Dr. Meryam Schouler-Ocak) durchgeführt. Durch dieses Kurzzeitpsychotherapieprogramm sollten zeitnah die psychischen Probleme der Geflüchteten behandelt sowie die Integration in die Arbeits- und Sozialwelt unterstützt werden.
    Im Rahmen einer ersten offenen Studie (Finanzielle Förderung durch das Bundesamt für Arbeit und Soziales: 121.177,62 EUR) wurden 37 überwiegend aus Syrien stammende Patienten in das Modellprojekt eingeschlossen; hierbei kam eine modifizierte Form der interpersonellen Psychotherapie (10 Sitzungen), u. a. augmentiert mit 4 Sozialberatungsgesprächen, zur Anwendung. Am häufigsten wurden eine Depression (70,2 %) und eine posttraumatische Belastungsstörung (43,2 %) diagnostiziert.Die Drop-out-Rate betrug 24,3 %, wobei 85,5 % der „Completer“-Patienten das Modellprojekt mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerteten. Die zu Beginn hohe psychische Belastung verringerte und die Lebensqualität verbesserte sich mit mittleren Effektstärken.
    Die Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und Jobcentern konnte gewinnbringend genutzt werden, so dass IntegrationshelferInnen der Jobcenter Psychoedukation und Entlastung durch IIMPF Schulungen erfuhren. Zudem konnten psychisch belastete KundInnen durch die Integrationshelfer direkt ans Projekt vermittelt und in Folge bedürfnisgerechte und intensive Unterstützung beim Fokus Integration erhalten.Basierend auf den Ergebnissen soll das Projekt strukturell und inhaltlich als Kurzzeit Hilfsprogramm weiter optimiert und im Rahmen eines multizentrischen matched-­care Ansatzes evaluiert werden.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Studie zur Implementierung des iFightDepression-Tools in Marburg, Gießen und UmgebungStudie zur Implementierung des iFightDepression-Tools in Marburg, Gießen und Umgebung

    Nur ein geringer Anteil Depressiver nimmt aktuell psychotherapeutische Behandlung in Anspruch  (Wittchen et al., 2011; Demyttenaere et al., 2004; Mack, 2014). Evidenzbasierte, therapeutisch-begleitete IMIs können die psychotherapeutische Behandlung effektiv ergänzen (Cuijpers et al., 2014). Die Verbreitung solcher Tools steht bisher jedoch noch im gesamten klinischen Störungsbereich aus, da der Transfer wissenschaftlich fundierter Angebote in die Praxis oft beschwerlich ist. Welche konkreten Hindernisse bei der Implementierung von IMIs in der deutschen Routineversorgung bestehen, wurde bisher kaum beforscht. Implementierungsforschung befasst sich deshalb systematisch mit genau diesen Prozessen und identifiziert förderliche und erschwerende Faktoren, die eine Implementierung in die Praxis beeinflussen. In dieser Studie wird deshalb die Implementierung einer IMI (iFightDepression) im Raum Marburg-Giesen unter Routinebedingungen genauer untersucht. Zu drei verschiedenen Messzeitpunkten werden potenzielle Multiplikatoren (Ärzte und Psychtherapeuten) über relevante Einflussfaktoren für die Anwendung in der Praxis sowie ihren Erwartungen, Einstellungen und Erfahrungen mit iFightDepression befragt. Ergebnisse dieser Studie können für Implementierungen anderer IMIs hilfreich sein und langfristig durch Handlungsempfehlungen die Dissemination von IMIs verbessern und somit die Versorgung depressiver PatientInnen optimieren.

    Kooperationspartner:
    Marburger Bündnis gegen Depression e.V.
    iFightDepression

    Ansprechpartner:
    Anna-Lena Netter ()

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen CBASP als Internet- und mobilbasierte Interventionen (IMI)CBASP als Internet- und mobilbasierte Interventionen (IMI)

    CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) wurde störungsspezifisch für die Behandlung der persistierend depressiven Störung (PDS) entwickelt (McCullough, 2000) und kann durch einen wachsende Anzahl positiver Studien als „empirically supported treatment“ bezeichnet werden (Cuijpers et al., 2010; Michalak, Schultze, Heidenrich, 2015; Keller et al., 2000; Schramm et al., 2011, 2015; Wiersma et al., 2014). Vergleichsweise hohe Non-Response- und Rückfallraten (Keller et al., 2000; Schramm et al., 2011) geben jedoch Anlass die Therapie weiter zu optimieren. Deutliche und langfristige Therapieerfolge scheinen durch eine lange Therapiedauer und eine konstante Anwendung der erlernten CBASP-Strategien im Alltag, also eine hohe Dosis, begünstigt zu werden (Cuijpers et al., 2010). Obwohl sich CBASP immer weiter verbreitet und steigendes Interesse unter ambulanten TherapeutInnen die Verbreitung begünstigt, gibt es bisher vor allem in ländlichen Gegenden kein flächenendeckendes CBASP-Therapieangebot und wenige geschulte TherapeutInnen oder freie Therapieplätze (Brakemeier et al., 2013). Der Einsatz von Internet- und mobilbasierten Interventionen (IMI) bietet hier eine Möglichkeit, Betroffene über einen längeren Zeitraum zu unterstützen. CBASP als stark strukturiertes und direktives Therapieverfahren eignet sich besonders, Patienten mit spezifischen Online-Interventionen beim Erlernen und Üben von CBASP-Strategien in verschiedenen therapeutischen Settings  zu unterstützen.

    CBASPersonalized@home
    Im Rahmen der PePsy-Studie wurde eine CBASP-Online-Nachsorge (CBASPersonalized@home) entwickelt  und in die Online-Plattform Minddistrict integriert. Patienten, die von einer CBASP-Therapie bereits gut profitiert haben, dient die Nachsorge zur Rückfallprophylaxe und hilft, CBASP in den Alltag zu integrieren. Der Fokus liegt dabei auf der Durchführung CBASP-spezifischer Übungen, in Abhängigkeit der individuellen Symptomatik werden zusätzlich individualisierte Module angeboten. Es wird ein therapeutisch begleiteter (guided) Ansatz angewandt, bei dem Patienten über die am Computer bearbeiteten Übungen schriftliches therapeutisches Feedback erhalten und bei Bedarf zusätzlich videokonferenzgestützte Sitzungen mit dem Therapeuten angeboten werden.
    CBASPersonalized@home wird aktuell im Rahmen einer Pilotstudie hinsichtlich Akzeptanz, Machbarkeit und Usability überprüft, mit dem Ziel, die Interventionen anzupassen und zu optimieren.

    CBASP als App-basierte Intervention
    In Kooperation mit der App Moodpath wird aktuell ein Selbstmanagement-Tool konzipiert, das bei persistierend depressiven PatientInnen im Sinne eines blended Ansatzes in die ambulante CBASP-Therapie integriert werden kann. Mit Hilfe der App-basierten Interventionen sollen die in der Therapie erlernten CBASP-Strategien vertieft und eingeübt werden. Zusätzliche individualisierte Übungen variieren dabei in Abhängigkeit der Symptomatik und Bedürfnisse des Users.
    Eine formative Evaluation im Rahmen einer Pilotstudie soll die Machbarkeit und Akzeptanz überprüfen, mit dem Ziel, die Interventionen anzupassen und zu optimieren.

    Kooperationspartner:
    Minddistrict
    Moodpath
    Schön Klinik Bad Arolsen

    Ansoprechpartner:
    Anna-Lena Netter (

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen NEPTUNNEPTUN

    In der psychologischen Fachliteratur finden sich umfangreiche empirische Belege für die Wirksamkeit von psychotherapeutischen Interventionen (Butler, Chapman, Forman, & Beck, 2006). Aus der medizinischen und pharmakologischen Forschungen ist zudem bereits bekannt, dass viele wirksame Behandlungsformen auch negative Effekte (z.B. Nebenwirkungen) vorweisen können. Eine systematische empirische Erforschung von negativen Effekten psychotherapeutischer Maßnahmen im Rahmen von Wirksamkeitsstudien hingegen fehlt bislang zu großen Teilen (Barlow, 2010; Berk & Parker, 2009; Linden, 2013). Zum einen ist dies darauf zurückzuführen, dass es bisher noch keinen Konsens im Hinblick auf eine trennscharfe Definition und Operationalisierung gibt. Daraus resultiert auch ein Mangel an reliablen und validen Erhebungsverfahren zur Erfassung von negativen Effekten. Das Projekt „NEPTUN“ soll diese Forschungslücke schließen, indem ein Fragebogen zur Erfassung von negativen Effekten in der Psychotherapie entwickelt und an einer hinreichend großen Stichprobe validiert wird. Dieser Fragebogen soll langfristig zum einen in größere Forschungsprojekte eingebettet werden und zum anderen als Monitoringwerkzeug bei verschiedenen Therapieansätzen dienen.

    Ansprechpartner: 
    Philipp Herzog ()

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prädiktoren in der Psychotherapie in Bezug zum TherapieoutcomePrädiktoren in der Psychotherapie in Bezug zum Therapieoutcome

    Um das Ziel einer personalisierten Psychotherapie, ähnlich zur gut etablierten personalisierten Medizin, langfristig zu implementieren, ist es dringend nötig, diverse Prädiktoren für Psychotherapie zu untersuchen. Zu diesen Prädiktoren können u.a. patientenbezogene (z.B. soziodemographische Variablen), klinische (z.B. Lebensqualität, Beeinträchtigungsgrad) und skillsbezogene Charakteristika sowie die Präferenz für eine bestimmte Behandlung zählen. In diesem Zusammenhang ist das Anliegen des vorliegenden Forschungsprojektes, solche Prädiktoren im Hinblick auf verschiedene Outcome-Variablen (Response, Remission, Relapse-Raten) unter Berücksichtigung von Moderator- und Mediatoreffekten zu identifizieren. Im größeren Kontext dienen diese Forschungsergebnisse im Rahmen der stationären Versorgungsforschung einer Optimierung der stationären Zeit, welche zusätzlich zur verbesserten Patientenversorgung ebenso eine Relevanz für den Kostenträger aufweist. Durch die Erforschung von spezifischen relevanten Prädiktoren können langfristig differentielle Indikationsregelns für psychotherapeutische Interventionen (Behandlungsheurismen) ermittelt werden, um letztlich das Therapieoutcome zu verbessern.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Psychotherapie im Alter (CBASP@oldage)Psychotherapie im Alter (CBASP@oldage)

    Bisher kommen in der Behandlung älterer Patienten mit akuten und chronischen Depressionen jene traditionellen Verfahren zum Einsatz, die sich auch in der psychotherapeutischen Arbeit mit jüngeren Patienten bewährt haben. Allerdings ist in allen Altersstufen der Anteil an Non-Responder zum Teil beträchtlich. Häufig ergeben sich Belastungen älterer (chronisch) depressiver Patienten aus dem Kontext interpersoneller Konflikte. Durch die Verwendung neuerer Psychotherapieverfahren resultieren daher auch für ältere Patienten, welche auf die traditionellen Verfahren nicht ansprechen, erweiterte Behandlungsmöglichkeiten.
    Aufgrund der bisher noch wenig elaborierten Möglichkeiten neuerer Psychotherapieverfahren für die Behandlung älterer Patienten, ist es notwendig einen Überblick über die Prävalenzen früher traumatischer Beziehungserfahrungen speziell bei älteren Patienten zu bekommen. Darüber hinaus gilt es, mögliche Probleme (Bagatellisierungstendenzen) eingehender zu untersuchen um mögliche traumatische Beziehungserfahrungen nicht zu unterschätzen und für den therapeutischen Prozess – auch mit älteren Patienten – zugänglich zu machen. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg und der Schön Klinik Bad Arolsen werden frühe traumatisierende Beziehungserfahrungen (Childhood Trauma Questionnaire; CTQ) bei älteren Patienten erfasst und deren Beziehung zu heutigen interpersonellen Schwierigkeiten untersucht. Hierbei wird eine Verbesserung der testtheoretischen Gütekriterien des CTQ für diese Patientengruppe angestrebt.
    Bisher wurde im Rahmen einer offenen Pilotstudie neben der Standardbehandlung eine 4-wöchige stationäre, interpersonelle Fertigkeiten-Gruppe (8 Sitzungen) mit CBASP-Strategien evaluiert. Mittels Fremd- und Selbstbeurteilungsinstrumenten wurden bei Aufnahme und bei Entlassung die depressive Symptomatik sowie weitere psychologische und interpersonelle Parameter erfasst und analysiert. In der Prä-Post-Analyse zeigten sich vielversprechende Outcome-Raten, sowie Veränderungen im interpersonellen Verhaltensstil.Perspektivisch soll mit Hilfe der erhobenen Daten die Behandlung älterer (chronisch) depressiver Patienten durch die Adaptation von CBASP weiter verbessert werden. Die Wirksamkeit soll dabei in einer randomisiert kontrollierten Studie überprüft werden.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Soziale Kognition bei DepressionSoziale Kognition bei Depression

    Unter den Begriff der Sozialen Kognition werden alle mentalen Operationen gefasst, die sozialen Interaktionen zugrunde liegen. Sie bilden somit die Voraussetzung, um andere Menschen zu verstehen und mit ihnen zu interagieren (Green et al., 2008; Kern & Horan, 2010). Zu den Funktionen der Sozialen Kognition zählen beispielsweise die Emotionserkennung, die affektive und kognitive Theory of Mind sowie die Empathie. Für einige Störungsbilder  –  wie Autismus-Spektrum-Störungen und die Schizophrenie – liegen bereits umfangreiche empirische Befunde über deutliche Abweichungen in der Sozialen Kognition vor. Inkonsistent ist dagegen die Befundlage zur Sozialen Kognition bei Depression. Die geplante Studie untersucht daher, ob sich Patienten mit chronischer Depression, Patienten mit episodischer Depression und gesunde Probanden in verschiedenen Aspekten der Sozialen Kognition unterscheiden. Zudem wird betrachtet, welchen Einfluss frühe traumatische Beziehungserfahrungen auf die Soziale Kognition haben. Ziel ist es, ein besseres Grundlagenverständnis über das Krankheitsbild und die Ansatzpunkte von Psychotherapien (wie z.B. CBASP) bei unipolaren Depressionen zu erreichen. Nachfolgende Studien können dann untersuchen, inwiefern verschiedene Psychotherapieverfahren auch die Soziale Kognition depressiver Patienten verbessern.

    Kooperationspartner:
    Schön Klinik Bad Arolsen 
    Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Philipps-Universität Marburg

    Ansprechpartner:
    Nele Struck (nele.struck@staff.uni-marburg.de)

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Auswirkungen von Kindesmissbrauch und VernachlässigungAuswirkungen von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung

    Kindesmissbrauch und Vernachlässigung bei psychischen Störungen im Erwachsenenalter: Auftreten verschiedener Formen der Kindesmisshandlung und der Zusammenhang mit Verlauf und Schwere der Symptomatik
    Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Teilprojekt des multizentrischen Forschungsprojektes FOR 2107 (Kooperationsprojekt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Marburg und der Universität Münster). Es wird untersucht, ob  Zusammenhänge zwischen bestimmten Formen der Misshandlung und spezifischen psychischen Störungen bestehen. Untersucht werden PatientInnen mit einer Diagnose des schizophrenen Formenkreis, einer Bipolaren Störung und einer Depression sowie gesunde Kotrollprobanden. Dabei wird auch die neu im DMS-5 aufgenommene Diagnose der Persistierenden Depressiven Störung (PDD) berücksichtigt, für die angenommen wird, dass Misshandlungserfahrungen im besonderen Maße eine Rolle bei der Entstehung spielen. Weiterhin wird der Einfluss von Kindesmisshandlung auf Onset, Chronizität und Schwere der Symptomatik untersucht.

    Kooperationspartner:
    Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Philipps-Universität Marburg
    Universität Münster

    Ansprechpartner: 
    Nele Struck ()