29.03.2022 Call for Papers: 33. Tagung des Forums Friedenspsychologie in Marburg, 23.-24. September 2022

Don't burn your bridges: Zum Umgang mit der Spaltung der Gesellschaft

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Ereignisse wie die anhaltende Pandemie, humanitäre Krisen, Naturkatastrophen, Klimawandel und andere gesellschaftliche Herausforderungen können Gesellschaften spalten. So werden wir in ganz verschiedenen Zusammenhängen Zeugen politischer Polarisierung. Menschen unterscheiden sich: in ihrer Identität, in ihren Überzeugungen, in ihrer Klassenzugehörigkeit, ihrer Macht oder Ohnmacht – und Krisenzeiten können Spaltungen entlang dieser Gräben vertiefen.

Manchmal warnen Politiker vor dem spaltenden Potential „radikaler“ Lösungen, wie zum Beispiel dem sofortigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern oder einer Impfpflicht. So wird sogar die Spaltung selbst bisweilen zu einem politischen Thema. Nicht zuletzt können Debatten über „gesellschaftliche Spaltung“ manchmal grundlegende soziale Konflikte verschleiern. Was ist also gemeint, wenn wir von einer Spaltung der Gesellschaft sprechen? Worin ist sie begründet, was sind die Folgen und auf welcher Grundlage kann sie überwunden werden? Die Friedenspsychologie kann mit ihrem interdisziplinären Ansatz Antworten auf diese Fragen anbieten.

Wir möchten uns an diesen gesellschaftlichen Diskussionen beteiligen, indem wir theoretische Annahmen, Gründe und Konsequenzen gesellschaftlicher Spaltungen näher beleuchten. Forschungsbeiträge können unter anderem den folgenden Themenfeldern zugeordnet werden:

  • Was ist eine Spaltung der Gesellschaft? Was sind trennende Linien in einer Gesellschaft, wie verändern sie sich und wie verschwinden sie? Welche Faktoren sind für diese Prozesse verantwortlich?
  • Welche Rolle spielen Emotionen, kollektive Erinnerungen und Identitätspolitik bei gesellschaftlichen Spaltungen?
  • Wie beeinflusst Technologie (z.B. Mittel der Cyber-Kriegsführung oder soziale Medien) das Ausmaß und die Dynamik gesellschaftlicher Spaltungen?
  • Was sind vielversprechende Strategien im Umgang mit gesellschaftlicher Spaltung? Wie können wir Vergebung und Versöhnung erreichen?
  • Wie wird die Spaltung der Gesellschaft in öffentlichen Diskussionen genutzt und zu welchen Zwecken? Was sind Fälle in denen ein „Spaltungs-Diskurs“ Machtungleichgewichte stabilisiert, anstatt nachhaltigen Frieden zu fördern?

Wir freuen uns darauf, diese und weitere Fragen im Rahmen unserer Tagung mit Ihnen zu reflektieren und diskutieren.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen und Karrierestufen mit Interesse am weiten Feld der Friedenspsychologie, sind herzlich eingeladen, theoretische und empirische Beiträge zum Tagungsthema einzureichen. Darüber hinaus sind auch Beiträge willkommen, die sich außerhalb des Schwerpunktthemas mit friedenspsychologischen Themen befassen.

Keynote Speakers:

Beate Küpper, Projekt “Demokon”

Maria Mälksoo, University of Copenhagen

Art der Beiträge:

Präsentationen oder Poster (in deutscher oder englischer Sprache), über abgeschlossene und laufende Forschungsprojekte (auch wenn noch keine Daten gesammelt wurden) können vorgestellt werden. Willkommen ist darüber hinaus die Einreichung von Symposien, die 3-4 Vorträge unter einem gemeinsamen Thema zusammenbringen.

Einzelbeiträge und Poster sollten Titel, Autor, E-Mail-Adresse sowie eine Zusammenfassung (max. 250 Wörter) enthalten. 

Bei Symposien wird um eine Einreichung mit Titel, Organisator*innen mit E-Mail-Adresse und einer Zusammenfassung, die das Symposium beschreibt (max. 250 Wörter), sowie, je einzelnem Beitrag, Titel, Autor*innen, E-Mail-Adressen mit Zusammenfassung (max. 250 Wörter) gebeten.

Einreichungen sollten bis zum 17. Juli 2022 (verlängerte Deadline) über dieses Formular erfolgen. Die Tagung ist eine Präsenzveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg (Hessen), im Herzen Deutschlands. Die Konferenz erfolgt gemäß den staatlichen und universitären Covid Vorschriften. Es besteht die Möglichkeit einer Online Teilnahme für den Fall, dass Beiträge nicht persönlich vorgetragen werden können. Bitte kontaktieren Sie uns, um diesen Fall zu besprechen.

Weitere Informationen zum Programm, den Tagungsgebühren und Unterkunftsmöglichkeiten finden Sie unter weiter unten auf dieser Seite. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gern per E-Mail an das Organisationsteam: .

Das Forum Friedenspsychologie

Im Forum Friedenspsychologie (FFP) e.V. kommen Psycholog*innen, Studierende und Angehörige verwandter Bereiche zusammen, die psychologische Erkenntnisse zur gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten, zur Vermeidung von Krieg und Förderung von Frieden und sozialer Gerechtigkeit erarbeiten und vermitteln wollen. Wir sind als gemeinnützig anerkannt und von politischen Parteien unabhängig und haben zurzeit etwa 100 Mitglieder.

Wir sind friedenspsychologisch aktiv in der Forschung, in Bildung und Erziehung, in verschiedenen Bereichen der beruflichen Praxis und in Form von Beiträgen zur politischen Meinungsbildung in der Öffentlichkeit.

https://www.friedenspsychologie.de/

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