Körper und Kirche

Veranstaltungsdaten

17. Mai 2019 – 19. Mai 2019

Alte Universität, Lahntor 3, 35037 Marburg

Körper und Kirche. Symbolische Verkörperung und protestantische Ekklesiologie

Tagung an der Philipps-Universität Marburg gemeinsam ausgerichtet mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Justus-Liebig-Universität Gießen

Freitag, 17. – Sonntag, 19. Mai 2019

  

Der Gegensatz von Körper und Geist bestimmt seit der Antike die abendländische Denktradition. Versuche, diesen Dualismus zu überwinden, konnten sich bislang nur zögerlich etablieren. Erst die Beobachtung, dass das menschliche Denken und Verstehen wesentlich an körperliche Vollzüge gebunden ist, führte zu einem Paradigmenwechsel. Die Kognitionswissenschaften machten den Anfang, als sie von der Verkörperung des Geistigen sprachen. Inzwischen haben diverse Spielarten von Verkörperungstheorien in unterschiedlichen Disziplinen Eingang gefunden. Verkörperung als Grundstruktur menschlicher Artikulation zu deuten, geht aus vom Körper des Einzelnen und erstreckt sich bis hin zur Sozialformation von Institutionen. Vor diesem Hintergrund fragt eine interdisziplinäre Tagung in Marburg nach Kirche als einem konkreten Ort der Verkörperung religiöser Praxis.

Was verändert sich, wenn Menschen einen Kirchenraum betreten? Wie wird bei der Feier des Abendmahls erfahrbar, dass diese Gemeinschaft sich als Leib Christi versteht? Das Projekt Körper und Kirche erkundet Verknüpfungsmöglichkeiten des Paradigmas der Verkörperung mit der protestantischen Ekklesiologie. Es fragt danach, wie sich die spezifische Codierung christlich-religiöser Vollzüge und deren religiöser Eigensinn mit dem Anspruch auf allgemeine Geltung vermitteln lassen.

Zu den drei Themenkreisen „Verkörperung als neues Paradigma?“, „Verkörperung und Gemeinschaft“ und „Verkörperung und Raum“ werden aus den Perspektiven der Philosophie, Systematischen Theologie, Rechtswissenschaften, Praktischen Theologie sowie Bibelwissenschaften vortragen: Jörg Dierken (Halle-Wittenberg), Thomas Erne (Marburg), Alexandra Grund-Wittenberg (Marburg), Friedhelm Hartenstein (München), Isolde Karle (Bochum), Anton Friedrich Koch (Heidelberg), Hendrik Munsonius (Göttingen), André Munzinger (Kiel), Magnus Schlette (Heidelberg), Maike Schult (Marburg) und Ruben Zimmermann (Mainz).

Gerahmt werden die Vorträge von einer Postersession für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, einer Performance „Körper in der Kunst“ der Marburger Künstlerin Bettina Hannsz und einem öffentlichen Abendvortrag, den Matthias Jung (Koblenz-Landau) am 17. Mai um 18:15 Uhr zum Thema „Artikulation, Bewusstsein, Religion“ hält. Den Abschluss bildet der Universitätsgottesdienst am 19. Mai um 11 Uhr in der Marburger Universitätskirche.

Veranstaltet wird die Tagung von Prof. Dr. Malte Dominik Krüger | Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik, Philipps-Universität Marburg; Prof. Dr. Thomas Erne | Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, Philipps-Universität Marburg; Prof. Dr. Thomas Wabel | Institut für Evangelische Theologie, Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Prof. Dr. Philipp David | Institut für Evangelische Theologie, Justus-Liebig-Universität Gießen

> Flyer und Programm <

Ort: Alte Universität | Lahntor 3 | 35037 Marburg
Anmeldung bis 17. April 2019 bei Frau Melanie Hikade: hikade@staff.uni-marburg.de
Tel.: +49 6421 28 22 444 | Philipps-Universität Marburg