24.01.2023 Die DFG fördert das Archäologische Seminar mit 300.000 € für Forschungen in Dehqāed (Iran)

Transformation of Institutional Landscapes at Dehqāed (Iran, Borāzjān region)
Zohreh Zehbari

Die DFG bewilligt dem Archäologischen Seminar 300.000 € für das Projekt „Transformation der institutionellen Landschaft in Dehqāed (Region Bushehr)“ im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Das iranische Hochland: Resilienzen und Integration in vormodernen Gesellschaften“ (SPP 2176).

Die Projektleiterin Dr. Zohreh Zehbari hat dafür ihre eigene Stelle eingeworben und wird in den kommenden drei Jahren die große Stätte Dehqāed in der Borāzjān-Schwemmebene im südlichen Iran erforschen. Sie lag über Jahrhunderte an der bedeutendsten Route, die das Hochland von Fārs mit der Küstenregion verband. Die Landschaft des antiken Gebiets veränderte sich aus Gründen wie sozialen Konflikten, institutionellen Autoritäten und Wasserwirtschaft. Die schriftlichen und archäologischen Zeugnisse spiegeln die Bedeutung von Dehqāed von der achämenidischen bis zur sassanidischen Zeit wider. Trotz seines großen Forschungspotenzials wurde der Ort bisher kaum erforscht und nie als ein umfassendes System betrachtet. Das Projekt konzentriert sich auf die Sassanidenzeit und wählt einen Bottom-up-Ansatz zur archäologischen und textlichen Erforschung der Stätte. Das Projekt zielt dabei auf drei Aspekte: Resilienzstrategie, regionale Entwicklung und interregionale Netzwerk. Es wird alle verfügbaren archäologischen und literarischen Informationen zu den sassanidischen Siedlungen von Dehqāed zusammenfassen sowie neue Feldforschungen durchführen. Die Feldforschungen zielen zum einen auf die Erkundung des städtischen Kontexts von Dehqāed in einem archäologischen Survey, zum anderen auf Grabungen auf dem Tappa Tol-e Bagh-Mil, der im Mittelpunkt der Forschung stehen wird. Sie werden Licht auf die institutionelle Kontrolle, den Siedlungswandel und die Verdrängung als Anpassungsstrategie im Rahmen der Resilienztheorie in diesem Gebiet werfen.

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