Sascha Brünig

Wiss. Mitarbeiter

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Philipps-Universität Marburg Geschichte und Kulturwissenschaften (Fb06) Neuere Geschichte Neueste Geschichte
  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DissertationsprojektDissertationsprojekt

    Kernenergiezukünfte. Energie, Gesellschaft und Risiko in der Bundesrepublik der 1980er und frühen 1990er Jahre (Arbeitstitel)

    Das Dissertationsprojekt untersucht, wie die 'friedliche Nutzung der Kernenergie' in den 1980er und frühen 1990er Jahren gegen wachsende gesellschaftliche Widerstände verteidigt und als Zukunftstechnologie legitimiert wurde. Während Kernenergiekritiker für eine konsequente Risikovermeidung plädierten – Stichwort: „Nur ein nicht gebautes Kernkraftwerk ist ein sicheres Kernkraftwerk“ –, verlegten sich die Befürworter der Kernenergie zunehmend darauf, die Zukunftspotenziale der Kerntechnik für eine hochentwickelte, vermeintlich aber im Verschwinden begriffene Industriegesellschaft zu betonen. Ein ebenso drängendes Problem wie die Endlichkeit fossiler Energiequellen stellte in dieser Hinsicht die „Erschöpfung utopischer Energien“ (J. Habermas) in der westdeutschen Gesellschaft der 1980er Jahre dar, die kompensiert und (wieder-)aufgefüllt werden mussten. Die Kernenergie wurde auf diese Weise zum Stabilisator einer Gesellschaft aufgebaut, die – so eine Metapher der Kernenergieadvokaten – in einem gefährlichen Verflüssigungsprozess befindlich war, der ihre ökonomische, soziale und politische Integrität bedrohte. Um den sozialen Konstruktionsprozessen der Kernenergie als Zukunftstechnologie auf den Grund zu gehen, werden Ansätze der kulturgeschichtlichen Technikforschung aufgegriffen. Mithilfe dieses Zugriffs zeigt das Projekt auf, wie die Kernenergie in der Bundesrepublik der 1980er und frühen 1990er Jahre als umfassendes Sicherheitsversprechen figurierte, das gesellschaftlich gleichwohl hoch umstritten blieb.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Arbeits- und InteressenschwerpunkteArbeits- und Interessenschwerpunkte

    Kulturgeschichte der Technik

    Wissensgeschichte

    Historische Sicherheitsforschung

    Geschichte der Umwelt- und Anti-AKW-Bewegungen

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Curriculum VitaeCurriculum Vitae

    seit 2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB/TRR 138 Dynamiken der Sicherheit
    2015–2017 Studentische Hilfskraft am SFB/TRR 138 Dynamiken der Sicherheit

    2015–2017 Studentische Hilfskraft am SFB/TRR 138 Dynamiken der Sicherheit

    2013–2015 Studentische Hilfskraft am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Marburg

    2009–2017 Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Anglistik an der Philipps-Universität Marburg und der Université de Strasbourg

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen VeröffentlichungenVeröffentlichungen

    Rezension: Astrid Mignon Kirchhof (Hg.), Pathways into and out of Nuclear Power in Western Europe. Austria, Denmark, Federal Republic of Germany, Italy, and Sweden, in: H-Soz-Kult, 14.01.2021.

    Rezension: Dolores L. Augustine, Taking on Technocracy. Nuclear Power in Germany, 1945 to the Present, in: H-Soz-Kult, 05.10.2018.

    Tagungsbericht (mit Jan Jansen): The Refugee Crisis. Historical Perspectives from Europe and North America, 1945–2000, in: Bulletin of the German Historical Institute Washington, D.C. 59 (2016), S. 109–114.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Vorträge (in Auswahl)Vorträge (in Auswahl)

    Nuclear Futures: Energy, Risk, and the West German Nuclear Industry in the 1980s, Workshop "Transformative Technologies", 30.1–2.2.2020, Deutsches Museum, München.

    Challenging Fears: Anxiety Management and the West German Nuclear Industry in the 1980s, Workshop "'Feeling Safe.' Exploring Innovative Research Approaches to the Emotional Underpinnings of Security", 11./12.6.2019, Munk School of Global Affairs, University of Toronto.

    "Was in Harrisburg geschah, wäre in Biblis nicht möglich gewesen." Sicherheitsversprechen der Kernenergie nach Three Mile Island und 'kritische Infrastrukturen' in der Rhein-Main-Neckar-Region, Workshop "Räume der Sicherheit", 21./22.2.2019, Institut für Bayerische Geschichte, LMU München.

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