Dr. Nina Kleinöder

Nina Kleinöder

Wiss. Mitarbeiterin

Kontaktdaten

+49 6421 28-24594 +49 6421 28-24599 nina.kleinoeder@staff 1 Wilhelm-Röpke-Straße 6
35032 Marburg
W|02 Geisteswissenschaftliche Institute (Raum: 05C09 bzw. +5C09)

Organisationseinheit

Philipps-Universität Marburg Geschichte und Kulturwissenschaften (Fb06) Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Werdegang

2004-2009

Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Wirtschaftsgeschichte und Anglistik/Amerikanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, M.A.

2009-2014

Promotion an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zur Geschichte des betrieblichen Arbeitsschutzes in der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie im 20. Jahrhundert (Auszeichnung der Dissertation mit dem drupa preis 2015); Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

2009-2012 und 2014-2018

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung / an der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Seit 02/2018

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Philipps-Universität Marburg

Forschungsschwerpunkte

Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts

Unternehmensgeschichte

Geschichte der Arbeit / Humanisierung der Arbeitswelt

Kolonialgeschichte als Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte

Forschungsprojekt

„Unternehmen Eisenbahn. Deutsche Unternehmen und die Kolonien“

Folgt man der vorherrschenden Forschungsmeinung, so hat sich aus ökonomischer Sicht „der Kolonialismus für das Deutsche Reich zu keinem Zeitpunkt ausgezahlt.“ (Boris Barth). Zugleich betont die aktuelle Forschung aber noch immer die zeitgenössische Hoffnung auf neue Märkte als starkes Motiv für das koloniale Engagement im Kaiserreich. Mit dem kulturwissenschaftlichen Schwerpunkt des Postkolonialismus hat die Kolonialgeschichte insgesamt wieder einen starken Aufschwung erfahren. Obwohl die ökonomischen Fragen weiterhin als wesentlicher Bestandteil kolonialer Beziehungen charakterisiert wurden, ist der wirtschaftshistorische Fokus jedoch seit den 1980er Jahren immer stärker in den Hintergrund getreten. Erst in aktuellster Zeit rücken auch ökonomische Fragestellungen wieder ins Zentrum der internationalen kolonialhistorischen Forschung. An diese Perspektiven knüpft das Forschungsprojekt an. Ausgehend von Dirk van Laaks These zur ökonomischen Erschließung und Integration Afrikas über die deutsche Infrastrukturpolitik (2004) dient der Bau von Eisenbahnen in den ehemaligen deutschen „Schutzgebieten“ in Afrika (1884-1918) als konzeptioneller Zugriffspunkt. Die Hintergründe dieser umfangreichen kolonialwirtschaftlichen Aktivitäten des deutschen Kaiserreiches liegen in ihrer mikroökonomischen Genese, insbesondere für die beteiligten Bau- und Zuliefererunternehmen, die Bautätigkeit in den Kolonien selbst und ihre Wechselwirkung mit lokalen, regionalen und globalen Marktmechanismen noch weitestehend im Dunkeln. Denn entgegen der politischen Polemik („Die Flagge folgt dem Handel“) muss die herausragende Erschließungsfunktion von neuen Märkten in den Kolonien wie auch den Metropolen relativiert werden: Tatsächlich waren es Investitionsmaßnahmen für Infrastrukturbauten selbst, namentlich im Eisenbahnbau, die hervortraten. Angelehnt an neuere Konzepte etwa der globalen Mikrogeschichte gilt es im geplanten Forschungsvorhaben daher aus Sicht der Unternehmensgeschichte Schnittstellen von formellem und informellem Kolonialismus zu untersuchen: Zentrale Frage des Projektes ist, inwieweit der infrastrukturellen Ausbau als eigener Markt für Unternehmen des Kaiserreiches wahrgenommen wurde, um erst in zweiter Instanz seine erschließende Funktion (z. B. lokale Märkte, Export) zu bewerten. Operationalisiert wird dies anhand von drei großen Fragekomplexen, die sowohl das Engagement der Unternehmen selbst, als auch die Wechselwirkungen und Anpassungsstrategien im kolonialen Eisenbahn-Markt sowie die Interaktion von staatlichen Behörden und Privatwirtschaft in den Blick nehmen.

Ausgewählte Publikationen

Bücher

Unternehmen und Sicherheit. Strukturen, Akteure und Verflechtungsprozesse im betrieblichen Arbeitsschutz der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie nach 1945 (= VSWG-Beiheft 234), Stuttgart 2015.

Sammelbände/Herausgeberschaften

(mit Stefan Müller und Karsten Uhl) „Humanisierung der Arbeit“. Aufbrüche und Konflikte in der rationalisierten Arbeitswelt des 20. Jahrhundert, Bielefeld 2019. (Leseprobe online)

Aufsätze/Beiträge

(mit Stefan Müller und Karsten Uhl) Die Humanisierung des Arbeitslebens. Einführung und methodische Überlegungen, in: Dies. (Hg.): „Humanisierung der Arbeit“. Aufbrüche und Konflikte in der rationalisierten Arbeitswelt des 20. Jahrhundert, Bielefeld 2019, S. 9-32. (als Leseprobe online)

Humanisierung durch Arbeitssicherheit? Die Reform des Arbeitsschutzes als Ausgangspunkt der „Humanisierung des Arbeitslebens“ zwischen 1963 und 1979/80, in: Nina Kleinöder/Stefan Müller/Karsten Uhl (Hg.): „Humanisierung der Arbeit“. Aufbrüche und Konflikte in der rationalisierten Arbeitswelt des 20. Jahrhundert, Bielefeld 2019, S. 91-108.

(mit Ute Engelen, Rüdiger Gerlach, Stephanie Hagemann-Wilholt), „Sozialpolitik im Wandel. Unternehmen nach 1945 zwischen Selbstverpflichtung und äußeren Zwängen“, in: Günther Schulz (Hg.): Ordnung und Chaos. Trends und Brüche in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Erträge der 26. Arbeitstagung der Gesellschaft für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte / des 1. Deutschen Kongresses für Wirtschaftsgeschichte in Münster vom 11. bis 14. März 2015. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2019, S. 207-240.

„Stunde Null“ im betrieblichen Arbeitsschutz? Von der Unfallverhütung der Weimarer Republik zur Arbeitssicherheit der Bundesrepublik, in: Unabhängige Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums in der Zeit des Nationalsozialismus / Martin Münzel (Hg.), Working Paper Reihe B, Nr. 2, 2018. (online)

Humanisierung der Arbeit“. Literaturbericht „Forschungsprogramm zur Humanisierung des Arbeitslebens“ (= Hans Böckler Stiftung, Working Paper Forschungsförderung, Nummer 008, Februar 2016), Düsseldorf 2016. (online)

„Risikoregulierung am Arbeitsplatz – Zwischen Rationalisierung und Gesundheitsschutz. Ein Problemaufriss zur Geschichte des Arbeitsschutzes am Beispiel der Eisen- und Stahlindustrie zum Ende des 20. Jahrhunderts“, in: Lars Bluma/Karsten Uhl (Hg.), Kontrollierte Arbeit – disziplinierte Körper? Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Industriearbeit im 19. und 20. Jahrhundert, Bielefeld 2012, S. 163–194.

(mit Thorsten Halling): „Wirtschaft – Die ökonomische und bauliche Entwicklung“, in: Thorsten Halling/Jörg Vögele (Hg.), 100 Jahre Hochschulmedizin in Düsseldorf 1907-2007, Düsseldorf 2007, S. 235–267.

Rezensionen in:

Archiv für Sozialgeschichte, H-Soz-Kult, Neue Politische Literatur

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