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Neue Bücher

Nathanael Busch / Robert Fajen (Hg.)

allmächtig und unfassbar. Geld in der Literatur des Mittelalters

Relectiones 9

Die heutige Geldwirtschaft entwickelte sich lange vor der modernen Ökonomie im späteren Mittelalter. Welche Folgen für das Zusammenleben ergaben sich durch diese umwälzende Entwicklung? Wie veränderte sich die soziale und kulturelle Ordnung durch ein sich immer weiter ausdifferenzierendes Finanzsystem? In der Literatur wurde über Geld in einer Weise nachgedacht, die von der Wissenschaft bisher nicht einmal ansatzweise überblickt wird.
In diesem Band legen Forscherinnen und Forscher aus drei Ländern erstmals eine kommentierte Anthologie europäischer Texte aus dem 11.–16. Jahrhundert vor. Die Münze erscheint hier nicht nur als bloßes Zahlungsmittel und Hintergrundmotiv, sondern wird zum zentralen Thema und Handlungsträger. Dem Pfennig wird eine Allmacht zugeschrieben, die ein brennendes moralisches Problem darstellt: Das zeigt sich in Klagen über die Geldsucht unter Klerikern ebenso wie in fingierten Liebesbriefen, mit denen ein Schulleiter ausgenommen wurde, in Dialogen mit Münzen, in 'heiligen' Texten vom Kapital oder in Gedichten über den Zusammenhang von Geld und Liebe.

Link zum Buch: https://www.hirzel.de/titel/61947.html

Robert Schöller / Andrea Schindler / Pema Bannwart / Nathanael Busch / Michael Dallapiazza (Hg.)

tristan mythos maschine. 20. jh. ff.

Rezeptionskulturen in Literatur- und Mediengeschichte 16

"Der Einbruch der Zeit in das Spiel konstituiert den Mythos. Der Mythos ist ein Aggregat, eine Maschine, an die immer neue und andere Maschinen angeschlossen werden können. Er transportiert die Energie, bis die wachsende Beschleunigung den Kulturkreis sprengt." Heiner Müllers Diktum verweist auf Transformationspotential und Wirkmächtigkeit einer mythisch anmutenden Kraft, die auch dem "Tristan" innezuwohnen scheint, insbesondere seit Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde". Das Ziel des in literatur- und kulturwissenschaftlicher Breite aufgefächerten Bandes ist es, den nachwagnerianischen Produktionen der Mythosmaschine Tristan im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachzuspüren. Dabei wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es sich beim "Tristan" um einen internationalen Mythos handelt, der in den unterschiedlichsten medialen Kanälen zur Entfaltung kommt. Dementsprechend legen internationale Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Fachdisziplinen neueste Forschungsbeiträge zur Tristanrezeption vor.

Link zum Buch: https://www.verlag-koenigshausen-neumann.de/product_info.php/info/p9696_tristan-mythos-maschine--br--20--jh--ff---Rezeptionskulturen-in-Literatur--und-Mediengeschichte--Bd--16.html

Christa Bertelsmeier-Kierst (Hg.)

Gewissheiten im Wandel. Wissensformierung und Handlungsorientierung von 1350-1600

Kulturgeschichtliche Beiträge zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit 9

Nach den verheerenden Krisen im 14. Jahrhundert wuchs in Europa der Wunsch nach grundlegenden Reformen in Kirche und Gesellschaft. An dieser Suche beteiligten sich neue wie alte Kräfte: Humanisten ebenso wie Mitglieder der Reformorden, Fürsten und städtische Eliten. Im interdisziplinären Dialog zwischen der Geschichts-, Literatur- und Sprachwissenschaft sowie der Kirchen- und Rechtsgeschichte untersuchen die Beiträge Wissensformierung und Handlungsorientierung in der Zeit von 1350-1600. Jenseits älterer Epochentypologien wird aus der Sicht verschiedener Fächerkulturen versucht, diesen Zeitraum in seiner eigenen Dynamik und Widersprüchlichkeit zu erfassen.

Link zum Buch:  https://www.peterlang.com/view/title/71977?format=HC

Alissa Theiß

Höfische Textilien des Hochmittelalters. Der ‚Parzival‘ des Wolfram von Eschenbach

Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Beihefte 30

Textilien sind wichtige visuelle Marker für die höfische Kultur des Mittelalters. Das spiegelt sich auch in der höfischen Literatur wider. Am Beispiel des mittelhochdeutschen Romans 'Parzival' von Wolfram von Eschenbach untersucht der Band die kulturgeschichtlichen Aspekte von Kleidung und Stoffen. Besonderen Reiz macht dabei die Verbindung von Literaturwissenschaft mit Archäologie und Kunstgeschichte aus, die eine erweiterte Perspektive auf den Roman ermöglicht. Die im 'Parzival' beschriebenen Objekte – neben Stoffen auch Pelze, Accessoires oder Wohntextilien – liefern wertvolle Informationen zum Textverständnis. Sie bilden den Verlauf der Geschichte und den Status der Figuren ab. Zugleich stellen sie die Bildung der Rezipienten zur Schau und wirken so stets auf mehreren Ebenen zugleich. Der Vergleich mit Originaltextilien macht die hohe Mobilität der mittelalterlichen Adelsgesellschaft sowie deren weitreichende Kulturkontakte deutlich. Der reich bebilderte Band bietet zudem ein Lexikon, das alle Begriffe zu Kleidung, Textilien und zugehörigen Objekten aus dem 'Parzival' erstmals detailliert erläutert.

Link zum Buch:  http://www.hirzel.de/titel/61802.html

Nathanael Busch / Hans Rudolf Velten (Hg.)

Die Literatur des Mittelalters im Fantasyroman

Reihe Siegen. Beiträge zur Literatur-, Sprach- und Medienwissenschaft 176

Fantasyliteratur ist aus dem heutigen Buchladen nicht mehr wegzudenken. Von J. R. R. Tolkiens ‚Der Herr der Ringe‘ bis zu George R. R. Martins ‚Das Lied von Eis und Feuer‘ hat sie millionenfache Bucherfolge aufzuweisen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass dieser Erfolg auch und gerade einer populären Inszenierung des Mittelalters geschuldet ist. Daraus ergibt sich die Aufgabe der Literaturwissenschaft und speziell der Mediävistik, jenseits jeglicher Gattungsvorbehalte und Epochengrenzen die produktive und kritische Auseinandersetzung mit den Texten der Fantasy zu suchen.
Das Interesse des Bandes gilt dem bisher weitgehend unbeachteten spezifisch literarischen Modus dieser populären Rezeptionsform. Gefragt wird nach Erzählstrukturen und Handlungsräumen, nach dem Figureninventar bzw. Archetypen, nach den literarischen Imaginationen und Phantasmata vom Mittelalter. Ziel ist es, diese Texte aus einer wissenschaftlich-mediävistischen Perspektive zu lesen und damit ihr Faszinationspotential zu erklären.

Link zum Buch: https://www.winter-verlag.de/de/detail/978-3-8253-6803-6/Busch_Velten_Hg_Literatur_des_Mittelalters/

Nathanael Busch / Hans Rudolf Velten (Hg.)

Hans Sachs: Die Irrfart Ulissi mit den Werbern und seiner Gemahel Penelope (1555) / Neuedition 2017 [2. Aufl. 2018]

Kaum erschienen - schon vergriffen: Die kritische Neuedition der Comedi 'Die Irrfart Ulissi' (1555/2017) von Hans Sachs liegt schon jetzt in einer neuen bearbeiteten Auflage vor. Sie macht einen der zahlreichen unbekannten, doch außergewöhnlichen Dramentexte des Nürnberger Dichters wieder zugänglich.
Es handelt sich um die erste deutschsprachige Dramatisierung der 'Odyssee' Homers mit dem Schwerpunkt der Heimkehr des Helden. Mit der Popularisierung des antiken Textes erweist sich Sachs als souveräner Bühnenautor, dem es gelingt, seinem stadtbürgerlichen Publikum entscheidende Elemente der humanistischen Homer-Rezeption zu vermitteln.

Link zum Buch: https://www.universi.uni-siegen.de/katalog/einzelpublikationen/800643.html

Ralf G. Päsler

Ludwig Tiecks ‚Heldenbuch‘. Texte und Materialien

Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Beihefte 27

Ludwig Tieck zählt zu den Gründungsvätern der modernen Germanistik und Anglistik. Als einer der ersten hat er die Quellen mittelalterlicher Literatur - die Handschriften - studiert. Daraus leitete er ein Programm ab, diese Literatur einem modernen Publikum zugänglich zu machen. Seine Methode beschrieb er in der Vorrede zu seiner Minnelieder-Ausgabe von 1803. Doch war die Erneuerung der mittelalterlichen Literatur kein Selbstzweck – sie sollte vielmehr für eigene literaturtheoretische Positionen nutzbar gemacht werden. Da er mit seinem Vorhaben schnell in Konkurrenz zu ähnlichen Unternehmungen und zur sich universitär etablierenden Germanistik geriet, sind zu Tiecks Lebzeiten nur die Bearbeitungen der Minnelieder, des Frauendienstes und eines Bruchstücks aus dem König Rother (vollständig erst 1979) erschienen. Ralf G. Päsler macht mit diesem Band die noch unpublizierten Bearbeitungen Tiecks sowie eine Reihe seiner dazugehörigen Notizen erstmals zugänglich und zeigt den Gesamtumfang der Studien auf. Sie dokumentieren Tiecks ausgedehnte Forschungen und Kenntnisse der mittelalterlichen Literatur. Für alle weiteren Studien zum Thema bildet der Band somit eine wichtige Grundlage.

Link zum Buch:  http://www.hirzel.de/titel/61361.html

Natalija Ganina, Klaus Klein, Catherine Squires, Jürgen Wolf (Hg.)

Deutsch-russische Kulturbeziehungen in Mittelalter und Neuzeit. Aus abendländischen Beständen in Russland

Sonderschriften der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Band 49
Deutsch-russische Forschungen zur Buchgeschichte, Band 4

Der nunmehr vierte Band der internationalen Arbeitsgruppe zur Erforschung abendländischer Handschriften und Drucke in Russland versammelt die Erträge der 5. Tagung in Marburg 2016. Ein erster thematischer Block befasst sich mit abendländischen Beständen in russischen Sammlungen (Moskau und St. Petersburg). Im Zentrum stehen dabei ein St. Petersburger Blockbuch, die Bibliothek Peters des Großen, die dislozierten Halberstädter Bestände sowie "Beutekunstbestände" aus Königsberg. Das Highlight ist der in Jurjewetz an der Wolga wiederaufgefundene Bardewiksche Kodex des Lübischen Stadtrechts – die wertvollste niederdeutsche Handschrift des 13. Jahrhunderts. Ein zweiter thematischer Block kreist um die deutsch-russischen Kulturbeziehungen in Mittelalter und Früher Neuzeit. In den Blick genommen sind u.a. die russischen "Lucidarius"-Übersetzungen, ein "Antichrist-Bildertext", deutsche Dracula-Fassungen und V. M. Schirmunskis Erhebungen der Wenkersätze in der damaligen Sowjetunion.

Link zum Buch:  http://www.steiner-verlag.de/titel/61371.html

Christa Bertelsmeier-Kierst

Buchkultur und Überlieferung im kulturellen Kontext

Herausgegeben von Tina Terrahe, Regina Toepfer und Jürgen Wolf

Philologische Studien und Quellen 262

Der Band enthält eine Zusammenstellung ausgewählter Aufsätze der Marburger Mediävistin Christa Bertelsmeier-Kierst, die für die Publikation überarbeitet, aktualisiert und durch ein Register erschlossen wurden.
Die Untersuchungen umfassen die Themenfelder Literatur- und Überlieferungsgeschichte, Lyrik, Recht, Frauenfrömmigkeit und Boccaccio-Rezeption. Sie werden in der Einleitung in das wissenschaftliche Werk der Autorin eingeordnet, das traditionelle Fächergrenzen überschreitet, den gesamteuropäischen Kontext berücksichtigt und gängige Forschungsauffassungen in Frage stellt.
Christa Bertelsmeier-Kierst richtet ihr Interesse stets auf den kulturellen Kontext und die Materialität von Literatur. Als implizites Lehr- und Forschungsprogramm lässt sich das Konzept einer überlieferungsgeschichtlich fundierten, kulturwissenschaftlich orientierten und komparatistisch ausgerichteten Mediävistik fassen, das für die Zukunft des Faches wegweisend sein dürfte.

Link zum Buch:  https://www.esv.info/978-3-503-17602-1

 

Benedikt Klein, Bernhard Streck (Hg.)

Luthers große Türkenschriften

Die drei großen Türkenschriften des Reformators sind hier erstmals in einer benutzerfreundlich transkribierten Ausgabe der jeweiligen Erstdrucke vereint. Vor allem in diesen Texten Luthers spiegeln sich die zeitgenössischen Differenz-Diskurse und protokollieren gut, wie eng bereits zu Beginn des Druckzeitalters politische wie religiöse Agitation miteinander verbunden sind. Sie zeigen weiterhin, dass Kriege immer auch rhetorisch geführt werden und letztlich ein Kampf über Deutungshoheiten und vermeintliche Wahrheiten sind, dass es Kämpfe um die Hegemonie der (Drucker-)Presse, d.h. medialen Vorherrschaft sind und dass auch die Konflikte der Gegenwart als historisch gewachsen verstanden werden müssen.

Link zum Buch:  https://www.verlag-blaues-schloss.de/luthers-tuerkenschriften.html

 

Daniel Könitz (Hg.)

Der Bussard. Edition, Übersetzung und Kommentar

Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Beihefte 24

Mehr als 160 Jahre nach dem Abdruck einer Bremer Handschrift des "Bussard" in von der Hagens "Gesammtabenteuern" wird die Verserzählung erstmals nach dem textgeschichtlich bisher kaum beachteten Moskauer Codex ediert; hier nennt sich ein bisher unbekannter Vlâgelîn als Dichter des "Bussard". Die Neuausgabe bietet in synoptischer Form die gesamte handschriftliche Überlieferung aus dem 14.–16. Jahrhundert (zwei Handschriften und zwei Fragmente), einen ausführlichen Stellenkommentar sowie eine neuhochdeutsche Übersetzung des mittelhochdeutschen Textes.

Link zum Buch:  http://www.hirzel.de/titel/61110.html

 

Christa Bertelsmeier-Kierst, Rainer Stillers (Hg.)

700 Jahre Boccaccio. Traditionslinien vom Trecento bis in die Moderne

Kulturgeschichtliche Beiträge zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit 7

In diesem Band werden neue Ergebnisse vorgestellt, die anlässlich des 700. Geburtstages Giovanni Boccaccios 2013 im interdisziplinären Dialog zwischen Literaturwissenschaftlern, Historikern, Sozial- und Medienwissenschaftlern in Marburg ausgetauscht wurden. Vor allem sein Hauptwerk in Volgare, das Decameron (Zehntagewerk, eine geistreiche Anspielung auf das Hexameron, das Sechstagewerk der Schöpfungsgeschichte), hat die Literatur und Kunst Europas nachhaltig beeinflusst. Geprägt von zwei Kulturen, dem kommunalen Leben der Republik Florenz und der französischen Hofkultur Neapels, gelingt es Boccaccio, zuvor getrennte Welten, antike Philosophie und höfische Liebe, lateinische und volkssprachliche Diskurse zusammenzuführen.

Link zum Buch:  https://www.peterlang.com/view/title/18531

 

Natalija Ganina, Klaus Klein, Catherine Squires, Jürgen Wolf (Hg.)

Von mittelalterlichen und neuzeitlichen Beständen in russischen Bibliotheken und Archiven

Ergebnisse der Tagungen des deutsch-russischen Arbeitskreises an der Philipps-Universität Marburg (2012) und an der Lomonossov-Universität Moskau (2013)
Sonderschriften der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Band 47
Deutsch-russische Forschungen zur Buchgeschichte, Band 3

Im nunmehr dritten Band der internationalen Arbeitsgruppe zur Erforschung abendländischer Handschriften und Drucke in Russland werden weitere zentrale Zeugnisse der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Buchkultur in russischen Bibliotheken aufgearbeitet.
Im Mittelpunkt stehen diesmal außer den im Zuge des 2. Weltkrieges nach Russland verbrachten Stücken auch genuin russische Altbestände in Moskauer und St. Petersburger Sammlungen, so etwa die alten deutschen Moskauer Professorenbibliotheken, die Kupferstiche und Epigramme aus der Porträtsammlung von Philipp Wiegel und einige Dracula-Fassungen aus dem 15. Jahrhundert.
Herausragende Forschungserkenntnisse gibt es ferner zu einem Moskauer Neufund des 'Liber aggregatus in medicinis simplicibus', zum 'Halberstädter Mariengebet', zur Moskauer 'Macer'-Handschrift, zum 'Huysburg-Aristoteles', zu einer bisher unbekannten Handschrift mit Texten der Täuferbewegung sowie einigen mittelalterlichen Gebetbüchern und Psalterien. Ein stückweit gelöst werden konnten auch die Rätsel um die seit dem 2. Weltkrieg verschollene Königsberger Stadtbibliothek. Spuren dieses einzigartigen Bestandes wurden in Moskau entdeckt.

Link zum Buch:  http://www.steiner-verlag.de/reihe/view/titel/60810.html

 

Alissa Theiß

Eine Glockengussanlage vom Gelände der Elisabethkirche in Marburg. Untersuchungen zur mittelalterlichen Glockengießereitechnik

Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte 1

Bereits in den 1970er Jahren wurde in unmittelbarer Nähe der Elisabethkirche in Marburg eine Glockengussanlage aus dem späten Mittelalter ausgegraben. Die gut erhaltene Anlage konnte damals nicht ausgewertet werden und wird im 1. Band der Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte erstmals umfassend vorgestellt.
Das Zusammenspiel der Disziplinen Glockenkunde, mittelalterliche Geschichte und Kunstgeschichte ermöglichte, Aussagen zu treffen, die weit über die Erkenntnisse der rein archäologischen Analysen hinausgehen. So konnte nachgewiesen werden, dass die in der Gussanlage hergestellte Glocke noch heute in der Elisabethkirche läutet. Es handelt sich dabei um die spätmittelalterliche Elisabethglocke. Dies ist als besonderer Glücksfall für die Forschung zu werten, da nur sehr selten sowohl die Glocke wie auch die dazugehörende Gussanlage erhalten geblieben sind.
Die Forschungsergebnisse lassen sich sehr gut mit den schriftlichen Überlieferungen zum Guss der berühmten Erfurter Gloriosa parallelisieren, dort fehlen allerdings die archäologischen Zeugnisse. Im Vergleich mit anderen archäologisch untersuchten Gussanlagen in Europa kommt dem Marburger Ensemble aus Glocke samt zugehöriger Gussgrube dadurch eine besondere Stellung im kulturellen Erbe des Mittelalters zu.

Link zum Buch:  https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/39296

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