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Hausnamen in Großseelheim

Katasterkarte von Großseelheim (um 1750)

Im Rahmen des Projekts wird der Umbau von Referenzsystemen am Beispiel inoffizieller Personennamen (Hausnamen) im mittelhessischen Dorf Großseelheim erforscht.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden die alten dialektalen Hausnamen in der dörflichen Kommunikation durch die offiziellen Familiennamen abgelöst. Die Hausnamen erfüll(t)en mehrere Funktionen: Neben der eindeutigen Referenzleistung (auch bei Rufnamendopplungen) verorten sie eine Person sowohl räumlich als auch sozial innerhalb der Ortsgemeinschaft und bieten zugleich eine Möglichkeit zum Stance Taking, d.h. zur Positionierung der Kommunikationspartner/-innen im Hinblick auf die Adressat/-innen sowie die Referenzperson.


Das Projekt ist somit an der Schnittstelle von Variationslinguistik und Soziopragmatik angesiedelt und bedient sich sowohl sprachwissenschaftlichen als auch modernen sozialwissenschaftlichen Methoden.

Mitmachen

Aktuell wird über eine Fragebogenerhebung die Kenntnis der alten Hausnamen bei den Bewohner/-innen Großseelheims untersucht.

Sie wohnen in Großseelheim und möchten Ihre Kenntnis der Hausnamen testen? Hier geht es zur Umfrage

Machen Sie die Umfrage doch auch einmal gemeinsam mit Ihren Eltern oder Großeltern! Gerne können Sie den Link zur Umfrage an Bekannte aus Großseelheim weiterleiten.
Flyer

Die in der Befragung präsentierten Hausnamen beruhen auf einer Sammlung von Heinrich Block, Hans Georg Schröder und Dr. Herbert Schröder. Wir bedanken uns herzlich für die Bereitstellung!

Team

Projektleitung
Hanna Fischer

Mitarbeit
Maria Luisa Krapp, Nikolas Zonker

Vorträge

„Dynamik im System der inoffiziellen Personennamen“, Vortrag auf der Tagung „Referenz auf Personen in Variation(en). Struktur und Soziopragmatik nominaler Formen der Personenreferenz“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (15.10.2021). (Hanna Fischer, Maria Luisa Krapp)

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