02.12.2021 Nachruf für Herrn Prof. Dr. Hans-Heinrich Körle

Herr Prof. Dr. Hans-Heinrich Körle verstarb am 12. November 2021 in Marburg.

Herr Prof. Körle wurde am 7. April 1934 in Kassel geboren. Er begann das Studium der Mathematik, Physik und Psychologie 1954 in Marburg und legte 1962 hier die Prüfung für das Lehramt ab. Seine Promotion erfolgte 1964 mit einer Arbeit mit dem Thema „Zur Theorie der absoluten RIESZschen Summierbarkeit“. Sein Doktorvater war Prof. Dr. Peyerimhoff, der 1959 einen Ruf an die hiesige Universität angenommen hatte. Die engen Verbindungen von Prof. Peyerimhoff nach Salt Lake City in den USA ermöglichten es Herrn Körle, zusammen mit anderen Marburger Assistenten, einen längeren Forschungsaufenthalt an der dortigen Universität zu verbringen. Er konnte dort als Visiting Associate Professor selbstständig lehren, und er erhielt zahlreiche Einladungen, auch an kanadische Universitäten, zu Vorträgen über seine Forschungen.

Herrn Körles Arbeitsgebiet war die klassische Analysis. Es wird charakterisiert durch das Thema seiner Doktorarbeit, also die Summierbarkeitstheorie, zu der er später zahlreiche weitere Beiträge publizierte. Hierdurch hatte er auch Kontakte zu bekannten ungarischen Mathematikern, die seinen Einladungen zu Vorträgen nach Marburg folgten. 1969 habilitierte er sich in Marburg und arbeitete ab 1971 als Professor am Fachbereich Mathematik.

Herr Körle wurde von allen Mitarbeitern des Fachbereichs als ein freundlicher und stets kooperativer Kollege geschätzt. Dies fand seinen Ausdruck insbesondere in seiner Wahl zum Dekan des Fachbereichs im Jahre 1976/77. Er war ein den Studierenden zugewandter Hochschullehrer, deren Betreuung ihm ein ernstes Anliegen bedeutete. Nach seinem Wechsel in den Ruhestand 1999 hat er 2009 ein Lehrbuch mit dem Titel „Die phantastische Geschichte der Analysis“ geschrieben, in welchem er sowohl geschichtliche Themen als auch klassische Probleme der Analysis behandelt.

Mit Hans-Heinrich Körle verliert der Fachbereich Mathematik und Informatik einen engagierten Forscher und Lehrer.

Prof. Dr. Werner Schaal