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Identifizierung von Samenausbreitung

Foto: AG Naturschutz

Habitatfragmentierung ist einer der Hauptbedrohungsfaktoren für die Existenz tropischer und subtropischer Waldökosysteme. Sie betrifft nicht nur die hier lebende Biodiversität, sondern auch wichtige Ökosystemprozesse. Samenausbreitung durch Tiere ist ein solcher Schlüsselprozess, da bis zu 90 % aller Pflanzenarten in diesen Ökosystemen für ihre Ausbreitung auf Tiere angewiesen sind. Eine Vielzahl unterschiedlichster Tierarten fungieren als Ausbreiter, wobei die Tiere sich in Quantität, Qualität und demnach Effektivität der Serviceleistung unterscheiden. Insbesondere für durch Vögel ausgebreitete Samen war bisher eine genaue Nachverfolgung der Effekte der Tierart auf die Ausbreitungsmuster verschiedener Pflanzenarten methodisch nicht möglich. Eine kürzlich publizierte, auf genetischem Barcoding basierende Methode macht dies erstmals möglich, und erlaubt es so, den lange fehlenden Link zwischen der Tieraktivität und den pflanzlichen Ausbreitungsmustern herzustellen. In dem Projekt nutzen wir diesen neuen Ansatz zur Identifizierung von Samenausbreitern, um zu einem besseren Verständnis der Effekte von Waldfragmentierung auf Samenausbreitungsund Regenerationsprozesse subtropischer Wälder zu gelangen. Das Projekt baut auf einem umfassenden Datensatz zu Pflanze-Samenausbreiter-Interaktionsnetzwerken in einer fragmentierten Waldlandschaft in KwaZulu-Natal, Südafrika, auf. Ziel ist es, diese Beobachtungsdaten von Pflanze-Samenausbreiter-Interkationen mit den tatsächlichen Ausbreitungsmustern der Pflanzenarten zu verknüpfen. So möchten wir die Effekte der mit zunehmender Waldfragmentierung auftretenden Veränderungen der Interaktionen auf Ausbreitungsereignisse erfassen. Langfristig soll das Projekt zu einem besseren Verständnis der Effekte von Waldfragmentierung auf tropische und subtropische Waldökosysteme beitragen.

PI: Dana Schabo

Team: Sarina Thiel, Sarah Litschel, Esther Meißner

Kooperationspartner: Ezemvelo KZN Wildlife, University of KwaZuluNatal, Pietermaritzburg

Projektförderung: Schimper-Stiftung