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Invasionserfolg von Marienkäfern

Foto: Roman Bucher

Trotz der wachsenden wissenschaftlichen Literatur über negative Effekte von invasiven Arten auf einheimische Arten fehlt ein mechanistisches Verständnis, warum manche Arten invasiv werden, während andere gutartig bleiben. Gebietsfremde Räuber mit einer neuartigen Signalstoffzusammensetzung können einen doppelten Vorteil von naiven Räubern und naiven Beutetieren haben und so einheimische Räuber verdrängen. Auf Grund der engen Nahrungsbeziehungen zwischen den Interaktionspartnern und der Verfügbarkeit von ähnlichen und neuartigen gebietsfremden Marienkäfern ist das Ameisen-Marienkäfer-Blattlaus System besonders geeignet, um die Räuber-Beute Naivität zu untersuchen.
Hier vergleichen wir die Aggression von Ameisen gegen Marienkäfer sowie das Vermeidungsverhalten von Blattläusen in der Anwesenheit von Marienkäfer, die zurzeit in Europa und Nordamerika vorkommen. Dieser interkontinentale Ansatz ist unverzichtbar um die Wichtigkeit von Räuber-Beute Naivität für den Invasionserfolg zu verstehen. Die Kombination von Verhaltensexperimenten mit chemischen Analysen wird nicht nur dazu beitragen, unsere Kenntnis von Signalstoffen, welche diese Interaktionen beeinflussen zu erweitern, sondern verbessern auch unsere Fähigkeiten biologische Invasionen zu erklären und vorauszusagen.

PI: Roman Bucher

Kooperationspartner: Florian Menzel (Uni Mainz), John J. Obrycki (Uni Kentucky)

Team: Ayse Gül Ünlü, Laura M. Japke, Jördis F. Terlau, Lisa Schwarz, Aline Masson, Caroline Gutwirth, Denise Bertleff, Jette Diekmann, Sophia Brand

Projektförderung: DFG