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Vervollständigung des Regenationszyklus

Foto: Sascha Rösner

Die Verbindung zwischen Frugivorenaktivität und Pflanzenregeneration ist der Schlüssel zum Verständnis von Samenausbreitungsprozessen und Pflanzendemographie, besonders vor dem Hintergrund von Umwelteinflüssen wie Walddegradation. Aufgrund der Komplexität der Kaskade von Samenausbreitungs- und Regenerationsprozessen war es jedoch bisher kaum möglich, diese Verbindung zu quantifizieren. In dem beantragten Projekt möchten wir diese Forschungslücke schließen, indem wir vor dem Hintergrund von Walddegradation Pflanze-Frugivoren-Interaktionen quantitativ mit der Regeneration von Pflanzenpopulationen verknüpfen. Hierzu werden wir eine neue molekulare Methode verwenden, welche mit Hilfe von den ausgebreiteten Samen anhaftenden Hautzellen die Identität der Samenausbreiterart ermittelt. Wir werden diesen Ansatz mit klassichen Populationsmatrizen kombinieren, welche auf empirischen Felddaten für die Pflanzenarten basieren. Dadurch wird es uns möglich sein, den Einfluss von Frugivorenaktivität auf Pflanzenregeneration in genutztem und ungenutztem Wald zu untersuchen. Unser Untersuchungssystem ist der Wald von Białowieża (BPF) in Ostpolen, der letzte Tieflandurwald Europas. Der Wald stellt ein einmaliges Referenzsystem dar, da sich Artengemeinschaften und ökologische Prozesse seit der letzten Eiszeit nahezu ungestört entwickeln konnten. Das Projekt baut aus umfassenden Datensätzen unserer vorhergehenden Studien zu den Interaktionen von Frugivoren und Pflanzen in BPF auf. Diese Studien zeigten einen signifikanten Verlust an Interaktionen und Interaktionspartnern in genutztem im Vergleich zu ungenutztem Wald. Aufbauend auf diesen Daten wird unser Projekt einmalige Einblicke in die Konsequenzen des Verlusts von Samenausbreitern in genutzten Wäldern für Populationsdynamiken von Pflanzengemeinschaften erlauben.

Projektförderung: DFG