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Bewegungsökologie und Mikrohabitatwahl von mittelgroßen Vogelarten

Projektleitung

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Foto: Natur 4.0

Prof. Dr. Petra Quillfeldt
Universitätsprofessorin

Verhaltensökologie und Ökophysiologie | Biologie & Chemie | Justus-Liebig-Universität Gießen

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Team

Dr. Juan F. Masello
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Verhaltensökologie und Ökophysiologie | Biologie & Chemie | Justus-Liebig-Universität Gießen

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Ausgangsbasis

Die mitteleuropäische Kulturlandschaft ist geprägt durch ein Nebeneinander von Wald- und Offenlandhabitaten. Hierbei dienen Waldhabitate oft als Rückzugs- und sicherer Brutort, reichen jedoch nicht allen Tieren als alleiniger Lebensraum aus. So sind im Naturschutz auch Vögel relevant, welche im Wald brüten, jedoch vorwiegend im Offenland ihre Nahrung finden. Die sich aus der naturräumlich differenzierten Nutzung ergebenden naturschutzfachlichen Konsequenzen begründen das entsprechende Monitoring im NatNet-Prototyp.

Ziele

  1. Erfassung der Nutzung des Waldes und angrenzender Lebensräume durch mittelgroße Vogelarten (v.a. Ringeltaube, Eichelhäher) als Modellarten.
  2. Nutzung von Vögeln als Sensorplattformen zur akustischen Erfassung der Vogeldiversität in ungestörten, weniger zugänglichen Bereichen (Kronendach u.ä.).

Hypothesen

  1. Der Wald dient als Rückzugs- und Brutstandort für die Modellarten. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend im Offenland.
  2. Die Arten und Individuen unterscheiden sich in ihrer Mikrohabitatwahl und der zeitlichen Nutzung verschiedener Mikrohabitate.
  3. Die akustische Erfassung kann mit Hilfe der Modellarten erfolgreich durchgeführt werden. Sie zeigt einen Unterschied in der Vogelabundanz und Artenzusammensetzung zwischen verschiedenen Mikrohabitaten einschließlich verschiedener Höhen im Kronendach.
  4. Energielandschaften können die Mikrohabitatwahl der Arten erklären und damit Aufschluss über die wahrgenommenen Raumwiderstände im Verhältnis zur physischen Bestandsstruktur geben.

Arbeitsprogramm

Mittelgroße Vogelarten (Ringeltaube Columba palumbus, 420-620 g sowie Eichelhäher Garrulus glandarius, 160-180 g) werden als Modellarten mit Vogelboxen (SN1) zur Erfassung der GPS-Position und Beschleunigung, sowie Mikrofonen ausgestattet. Die Aufnahmen werden in die akustischen Auswertungen von UM2 und UM3 integriert. Mit Hilfe der Bewegungsdaten wird untersucht, wie verschiedene Habitate in tages- und jahreszeitlicher Abhängigkeit genutzt werden. Aufbauend auf Struktur- und Phänologiedaten (ÖP1, UM2) sowie energetischen Modellierungen basierend auf Beschleunigungsdaten werden räumliche Vorhersagemodelle gemeinsam mit UM2 entwickelt.