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Bewegungsökologie von Rehen

Projektleitung

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Foto: Natur 4.0
Prof. Dr. Thomas Müller
Arbeitsgruppenleiter

Movement Ecology & Biodiversity Conservation | Fachbereich Biowissenschaften | BiK-F Senckenberg

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Ausgangsbasis

Ohne Tierbewegungen würden wichtige Ökosystemfunktionen wie Herbivorie, Samenausbreitung und Bestäubung oder Räuber-Beute-Beziehungen nicht stattfinden, weshalb diese im NatNet-Prototyp berücksichtigt werden.

Ziel

Modellierung dynamisierter Nahrungsnetze in Abhängigkeit des Aufenthaltsorts und der Aktivität von Rehen auf Basis einer Analyse von Bewegungsmustern und deren Verschneidung mit der Strukturdiversität (UM2) und dem Nahrungsangebot (ÖP1, UM2).

Hypothesen

  1. Die durch Rehboxen (SN1) erfassten optischen und akustischen Informationen erlauben die raum-zeitliche Analyse von Pflanze-Tier-Interaktionen (Herbivorie, setzen von Duftmarken, Verfegen).
  2. Die Fraßaktivitäten von Rehen sind raum-zeitlich stark von Vegetationsdynamiken inkl. der Phänologie von Blattinhaltsstoffen abhängig.
  3. Memory Effekte führen dazu, dass Fraßaktivitäten einer starken Variabilität und Inhomogenität in der Raumnutzung unterliegen und somit Aktivitätsmuster von Rehen in der Landschaft beeinflussen.

Arbeitsprogramm

Die mittels Rehboxen (SN1) ermittelten Bewegungsdaten werden mit unterschiedlichen statistischen Methoden (first passage time, Bayesian partitioning of Markov models, u.ä.) segmentiert und die optischen und akustischen Daten der Rehboxen mit Segmenten der Analyse der Bewegungspfade verschnitten. Dabei wird u.a. das Zeitprofil der Fraßaktivität ermittelt und durch die Nutzung der Daten aus Baumkameras (ÖP1, SN1) und des Rovers (UM2) abgeschätzt, welche und wie viel Vegetation konsumiert wird. Dies ermöglicht individuenspezifisch Herbivorie zu quantifizieren und die Auswirkung der Vegetation auf das Verhalten zu untersuchen. Es soll insbesondere geprüft werden, ob sich die Analysen mit den detaillierten Ergebnissen zu Blattinhaltsstoffen aus ÖP1 kombinieren lassen. Ferner wird untersucht, ob die Bewegungen und Interaktionen der Rehe zufällig und gleichmäßig im Waldgebiet verteilt sind oder ob die gleichen Gebiete wiederholt aufgesucht werden. Hier wird untersucht, wo und in welcher Frequenz Revisitationen von Tieren vorkommen und ob es in jahreszeitlichen Abhängigkeiten zu Veränderungen des Verbreitungsgebietes kommt. Damit kann die Bedeutung von Memory-Effekten für das raumzeitlichen Verhalten der Tiere eingeschätzt werden . Die Ergebnisse werden mit Struktur- und Phänologiedaten (ÖP1, UM2) sowie akustischen Landschaftsinformationen (UM2) korreliert und darauf aufbauend entsprechende räumliche Vorhersagemodelle entwickelt.