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Initiative Bildung und Nachhaltigkeit

Waldbaden Initiative Bildung und Nachhaltigkeit
Thorsten Späker

Die Initiative `Bildung und Nachhaltigkeit` setzt sich aus Mitarbeiter*innen des Instituts für Sportwissenschaft und Motologie zusammen. Ziel der Initiative ist es, das Thema `Nachhaltige Entwicklung` auf unterschiedlichen Ebenen an der Universität und im Institut zu bearbeiten und zu realisieren. Inhaltlicher Schwerpunkt ist dabei die `Bildung für Nachhaltige Entwicklung`.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen RingvorlesungRingvorlesung

    Die Ringvorlesung `Ein gutes Leben in Gegenwart und Zukunft` stellt aktuelle bildungsrelevante Themen zur nachhaltigen Entwicklung vor und findet alternierend zur Ringvorlesung `Konflikte in Gegenwart und Zukunft` des Zentrum für Konfliktforschung alle zwei Wochen montags um 18.30 Uhr in Raum +1/0010 des Hörsaalgebäudes (Biegenstraße 14, 35037 Marburg) statt.

    Im SS 20 werden folgende Themen angeboten:

    20.04.2020 Prof. Dr. Rainer Kessler: "Macht euch die Erde untertan!" - dominium terrae und christliche Schöpfungsverantwortung

    Der Auftrag des biblischen Schöpfungsberichts: "Macht euch die Erde untertan", das so genannte dominium terrae, wurde seit der frühen Neuzeit immer wieder zur Begründung für eine hemmungslose Ausbeutung der Erde samt Pflanzen und Tieren herangezogen. Er gehört in die mentale Vorgeschichte der heutigen kritischen Lage des Planeten Erde. In der ökumenischen Bewegung und der katholischen Kirche seit dem Pontifikat des Papstes Franziskus ist dagegen das Bewusstsein für die menschliche Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung gewachsen. Es kann sich zu Recht auf den ursprünglichen Sinn der biblischen Schöpfungstexte berufen.

    Prof. Dr. Rainer Kessler, evangelischer Theologe, von 1993-2010 Professor für Altes Testament an der Philipps-Universität Marburg, seitdem im Ruhestand.

    04.05.2020 Prof. Susanne Maria Weber: Auf der Suche nach dem ‚Guten Leben‘… ‘Buen Vivir‘ als Zukunftsmodell des Gemeinwohls und regenerativen Wirtschaftens.

    ‚Buen Vivir‘ – die Forderung nach dem ‚Guten Leben‘ zielt nicht auf Entwicklung – im Gegenteil – sie stellt diese in Frage. Im Horizont globaler Postwachstumsdebatten hat die CAOI (Coordinación Andina de Organización Indígenas), der Dachverband andiner indigener Organisationen diese indigene Vision des Gutes Lebens verfasst. ‚Buen Vivir‘ steht für ein holistisches Naturverständnis, das in der Kosmologie südamerikanischer Völker verankert ist und auf das harmonische Zusammenleben aller Lebewesen abhebt. Hier geht es nicht um ein menschzentriertes Wolhlbefinden, sondern in verschiedenen Facetten um die Bewahrung der kosmischen Ordnung, der lebensschaffenden Beziehungen und des Gemeinwohls. Ist ‚Buen Vivir‘ eine Alternative zu ‚Entwicklung‘? Ein politisches Paradigma? Ein ethischer und gesellschaftlicher Diskurs? Neben ökologischen, soziokulturellen, spirituellen und politischen Zukunftsaspekten geht es hier durchaus auch um faires Wirtschaften und die Dekolonisierung menschlicher ebenso wie der Naturbeziehungen – und nicht zuletzt um eine Perspektive achtsamer Zukunftsgestaltung.

    Susanne Maria Weber ist Professorin für gesellschaftliche, politische und kulturelle Rahmenbedingungen von Bildung und Erziehung in internationaler Perspektive am FB Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Zukunftsfähigkeit und Innovation. Sie fragt nach der Ermöglichung integrierter Zukunftsstrategien in nachhaltige und regenerative Formen des Zusammenlebens und Wirtschaftens. Aus organisationspädagogischer Perspektive untersucht sie Möglichkeiten der Grenzüberschreitung durch kreative Prozessgestaltung und vielstimmige Partizipation auf dem Weg zu gemeinwohlorientiertem, regenerativem Zusammenleben und Wirtschaften.

    18.05.2020 Max Frauenlob: Zukunft für alle! Gesellschaftliche Utopien für den sozial-ökologischen Wandel.

    Wir blicken auf das Jahr 2048. In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und wie kommen wir dahin? Es ist Zeit, eine positive Vision zu entwickeln, eine Zukunft für alle – die gerecht, ökologisch und machbar ist. Mit diesem Ziel organisiert das `Konzeptwerk Neue Ökonomie` mit vielen anderen im Sommer einen großen Kongress in Leipzig. Im Vortrag wird die Arbeit des `Konzeptwerk Neue Ökonomie` vorgestellt. Es werden zudem Einblicke in den Kompass für die Visionsentwicklung und Ideen für irritierende und inspirierende Lernräume gegeben, die uns einer Zukunft für alle näher bringen könnten.

    Max Frauenlob hat Soziologie in Marburg und Frankfurt studiert und ist Bildungsreferent beim Konzeptwerk Neue Ökonomie in Leipzig. Das Konzeptwerk arbeitet u.a. zu Degrowth (Postwachstum), Klimagerechtigkeit, (Sorge)arbeit, Ernährung und Utopien und gestaltet vielfältige Lern- und Begegnungsräume. Seit kurzen wohnt Max nun im Lahntal mit dem Wunsch sein Wirken vor Ort fortzusetzen.

    15.06.2020 Dorothea Hamilton: Umwelt- und Ressourcenkonflikte – (nur) ein Problem des globalen Südens?

    Sowohl in der medialen als auch in der wissenschaftlichen Darstellung, werden Konflikte zum Umgang mit Natur häufig in Verbindung mit dem globalen Süden gebracht. Dort gibt es „Blutdiamanten“, Konfliktcoltan für Kriegsökonomien oder Ermordungen von Umweltaktivist*innen, die sich gegen Großprojekte wie Staudämme oder Großminen zur Wehr setzten. Aber was ist das eigentlich, eine Ressource? Und wann führt sie zum Konflikt? Die Untersuchung der konflikthaften Zusammenhänge um Umwelt im globalen Süden sind real und wichtig. Jedoch fehlt häufig eine kritische Auseinandersetzung damit, warum es hier vor Ort derart gewaltsame Ressourcenkonflikte nicht gibt bzw. ob in Konflikten „vor der Haustür“ nicht auch ähnliche Wirkmechanismen stattfinden (wie z.B. der Konflikt um den Ausbau der A 49). Der Vortrag inspiriert eine Diskussion zu einem zukunftsorientierten Blick auf den Umgang mit Ressourcenkonflikten.

    Dorothea Hamilton ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für „Anthropogeographie und geographische Entwicklungsforschung“ der JLU Gießen; Sie lehrt und promoviert zum Umgang mit Ressourcen in Postbürgerkriegssituationen in Lateinamerika und hat, inspiriert von einem „kolumbianischen Universitätsverständnis“, den Anspruch, die Möglichkeiten der Universität zu nutzen, um sich in lokalen (Konflikt)dynamiken einzumischen.

    29.06.2020 Prof. Dr. Wolfgang Hesse: Verkehrswende für Deutschland – in der Schiene liegt die Zukunft!

    Der Verkehr ist Energie- und Klimasünder Nummer eins und ohne Verkehrswende wird es keine Energiewende geben. Diesen Fakten muss sich die deutsche Klima-, Umwelt- und Verkehrspolitik stellen. Gebot der Stunde ist es daher, den öffentlichen Verkehr (ÖV) und in besonderem Maße Bahn, Schienenverkehr und den „Deutschland-Takt“ massiv auszubauen. Leider stehen dem noch erhebliche Widerstände, eine ungebrochen aktive Auto- und Luftfahrt-Lobby sowie das Festhalten an alten, den Schienenverkehr ausbremsenden Verkehrskonzepten entgegen. Im Vortrag werden Alternativen und Konzepte vorgestellt, wie das Verkehrssystem auf deutscher und europäischer Ebene ökonomisch und ökologisch sinnvoll weiterentwickelt werden könnte.

    Prof. Dr. Wolfgang Hesse hat am Fachbereich Mathematik und Informatik der Philipps-Universität Marburg gelehrt und hält weiter Vorlesungen an der LMU München. Er ist Mitglied der Gruppe „Bürgerbahn statt Börsenbahn“ und des Münchner Forums sowie Spezialist für Bahn- und Fahrplanfragen.

    13.07.2020 Phillip Bengel: Auf dem SENSO-Trail - automatisiertes Umwelt-Monitoring mit intelligenter Sensortechnik kennenlernen, erleben und mitforschen!

    Treffpunkt Parkplatz Uni-Wald, Caldern, 18 h; Anreise mit dem Zug + Fahrrad: mit RB 94 ab Marburg HBF um 17.24 h.

    Anmeldung erbeten unter bengel@uni-marburg.de (Teilnehmerzahl auf 20 begrenzt – bei hoher Nachfrage wird ein zweiter Termin angeboten, hierfür in der Anmeldung bitte Handynummer angeben).

    Natur 4.0 ist ein Kooperationsprojekt von LOEWE in Hessen in dem die Uni-Marburg der federführender Partner ist. Es läuft seit Januar 2019 und untersucht mit interdisziplinären und teils innovativen Ansätzen Möglichkeiten ein automatisiertes und flächendeckendes Umwelt-Monitoringsystem mithilfe vernetzter Sensorik und neuronalen Netzen zu entwickeln. Das Testgebiet dazu ist der Uni-Wald bei Caldern. Die Aufgabe des Teilprojektes mit dessen Durchführung Phillip Bengel betraut wurde, besteht aus der Entwicklung und Evaluation eines interaktiven Konzeptes zur Bildung, Verständnisvermittlung und Beteiligung für Bürgerinnen und Bürger. Daraus entsteht also gerade der SENSO-Trail. (SENSO steht für Science Education and Natural System Observation). Mehr Infos zum Projekt: https://www.uni-marburg.de/de/fb19/natur40/ueber-uns/natur4

    Phillip Bengel, Studium Umweltingenieurswesen (B. Eng.), Biodiversität & Umweltbildung (M.Sc.), Wiss. Mitarbeiter und Doktorand der AG Geographiedidaktik, FB 19 – Geographie.

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    Bei der Virtuellen Akademie für Nachhaltigkeit können Sie verschiedene Online-Kurse selbstständig bearbeiten und abschließend an einer Prüfung teilnehmen. Alle bestandenen Kurse können i.d.R. mit je 3 LP als Teil des Profilmoduls in den Masterstudiengängen Abenteuer- und Erlebnispädagogik sowie Motologie angerechnet werden. Die Klausuren finden als e-Klausuren in Marburg statt. Weitere Informationen finden Sie im Dokument "Infos zur Organisation der Veranstaltungen der virtuellen Akademie Nachhaltigkeit" oder direkt auf den Seiten der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen AktivitätenAktivitäten

    Zur Zeit sind verschiedene Aktivitäten in Planung, dazu gehören ...
         * Workshop-Angebot `Körper - Bewegung - Nachhaltigkeit`
         * Erstellung eines nachhaltigen Handlungsleitfadens für Studium, Forschung und Lehre am Institut
         * Aufbauhilfe eines `Green Office` an der Philipps-Universität Marburg

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