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Nachteilausgleich für Studierende mit chronischer Erkrankung, Behinderung oder Familienaufgaben

Wer kann einen Nachteilausgleich beantragen?

Eine Antrag auf Nachteilausgleich können Studierende stellen, die wegen "wegen einer Behinderung, einer chronischen Erkrankung, der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen, einer Schwangerschaft oder der Erziehung von Kindern nicht in der Lage [sind], die Prüfungsleistung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen" (§ 26, Abs. 1+2 der Prüfungsordnung).

Konkret in der Praxis kann das zum Beispiel heißen, dass...

  • Sie in Ihrem Haushalt ein Kind unter 12 Jahren betreuen,
  • aufgrund einer chronischen Erkrankung regelmäßige aufwendige Arzttermine wahrnehmen (Dialyse, Bestrahlung, etc...) oder leistungsmindernde Medikamente einnehmen müssen,
  • aufgrund sensorischer oder motorischer Einschränkungen auf Assistenz angewiesen oder in Ihrem Arbeitstempo maßgeblich eingeschränkt sind
  • Sie aufgrund einer chronischen psychischen Erkrankung für Prüfungssituationen auf eine ruhige Umgebung angewiesen sind
  • ...

Nicht ausgeglichen werden können

  • Leistungsschwächen, die für Art und Umfang der Kompetenzen, die mit dem Leistungsnachweis gerade festgestellt werden sollen, von Bedeutung sind (z. B. theoretische Sachverhalte ohne Zuhilfenahme von Notizen zu erläutern oder statistische Berechnungen vorzunehmen)
  • Nachteile, die aufgrund einer akuten und kurzfristigen Erkrankung bestehen (hier greift dann eine normale Prüfungsunfähigkeitsbescheinigung),
  • sogenannte "Dauerleiden", welche die Kompetenz betreffen, die geprüft werden soll und dauerhaft das normale Leistungsbild einer/s Kandidatin prägen (z. B. AD(H)S im Erwachsenenalter).
  • grundsätzlich alle Beeinträchtigungen/Nachteile, die erst NACH Antritt der Prüfungsleistung geltend gemacht werden. Treten Sie zu einer Prüfungsleistung an, erklären Sie damit, dass Sie unter den gegebenen Bedingungen prüfungsfähig sind!
     

Wie funktioniert ein Antrag auf Nachteilausgleich?

Sie stellen frühzeitig, möglichst zu Beginn des Studiums, spätestens jedoch drei Wochen vor Antritt/Abgabedatum der Prüfung einen einen formlosen Antrag an den Prüfungsausschuss (entweder direkt bei Frau Dr. Hartig oder über das Prüfungsbüro). Später eingehende Anträge können u. U. nicht mehr vor der Prüfung bearbeitet werden!

Der Antrag muss schriftlich in Papierform (oder Scan mit Unterschrift) an den Prüfungsausschuss über die Adresse des Prüfungsbüros erfolgen. Der Antrag muss enthalten:

  • vollständigem Namen und Kontaktdaten, inklusive Postanschrift
  • Studiengang und Matrikelnummer
  • aussagefähige Erläuterung und Begründung des Antrags
  • einen konkreten Vorschlag, wie der Nachteil im Prüfungs­geschehen ausgeglichen werden kann (diesem Vorschlag muss der Ausschuss nicht folgen, er ist aber für die Beschlussfassung hilfreich)
  • Datum und Unterschrift
  • Geeignete Nachweise zum Beleg Ihres auszugleichenden Nachteils

In der nächsten Sitzung des Prüfungsausschusses wird über Ihren Antrag entschieden und Sie erhalten einen Bescheid, aus dem Art und Umfang des gewährten Nachteilsausgleiches hervorgehen.

Diesen Bescheid legen Sie der/dem Prüfer*in so früh als möglich, spätestens jedoch bei der Anmeldung zur Prüfung vor.
Bei schriftlichen Arbeiten teilen Sie der/dem Prüfer*in Ihren Abgabetermin mit und legen den Bescheid über die geänderten Bearbeitungszeiten in Kopie Ihrer Arbeit bei.

Wie wird ein Nachteil ausgeglichen? Was sind "geeignete Nachweise"?

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Bei einer chronische Erkrankung/BehinderungBei einer chronische Erkrankung/Behinderung

    Ziel des Nachteilsausgleiches ist es immer, gleiche Bedingungen und Chancen mit Studierenden ohne Erkrankung/Behinderung herzustellen. Dies kann z. B. durch eine Verlängerung der Prüfungsphase oder Bearbeitungszeit bei Klausuren ("Schreibzeitverlängerung") geschehen.
    Ebenso können technische Bedingungen angepasst (z. B. die Verwendung eines eigenen Laptops bei Klausuren, Einsatz einer Assistenz) oder Pausen jenseits des Arbeitsplatzes gewährt werden.
    In der Regel handelt es sich bei Nachteilsausgleich um Einzelfälle, um den je individuellen Bedarfen gerecht zu werden.

    Eine aussagekräftige Stellungnahme/Attest oder Gutachten Ihrer behandelnden Ärztin/Ihres behandelnden Arztes ist unerlässlich!

    Der Nachweis muss den Prüfungsausschuss in die Lage versetzen, eine informierte Entscheidung zu treffen. Es ist nicht ausreichend, die Einschränkung/ Behinderung als solche darzulegen, es ist vor allem notwendig, nachzuweisen, inwiefern die Einschränkung sich auf das Studier- und Prüfungsgeschehen auswirkt! Das "Infoschreiben für Ärzte" hilft bei der Einholung eines geeigneten Attests weiter, legen Sie es Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt bitte unbedingt vor!

    Es wird dringend empfohlen, im Vorfeld des Einholens einer ärztlichen Bescheinigung eine Beratung in der Studienberatung oder der Servicestelle für Studierende mit Schwerbehinderung (SBS) wahrzunehmen! Auf diese Weise ist gewährleistet, dass Ihr Antrag alle Informationen und Unterlagen enthält, die der Prüfungsausschuss für die Beschlussfassung benötigt.

    Wenn es dem Nachweis/der Einschätzung Ihres Antrages hilft, können Sie zusätzlich  beifügen:

    - Stellungnahmen von approbierten psychologischen Psychotherapeuten
    - Behandlungsberichte von Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten
    - Stellungnahmen von Reha-Trägern oder Bewilligungsbescheide von Trägern der Eingliederungshilfe
    - Schwerbehindertenausweis bzw. Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes
    - Stellungnahme der oder des Behindertenbeauftragten der Hochschule.

    Der Prüfungsausschuss beschließt dann für alle Prüfungsformen, die in der Prüfungsordnung vorgesehen sind, entsprechende nachteilausgleichende Modifikationen. Diese Bescheinigung ist Prüferinnen und Prüfern möglichst frühzeitig, spätestens jedoch bei Anmeldung der Prüfung vorzulegen.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen KindererziehungKindererziehung

    Eltern, die Kinder unter 12 Jahren betreuen, bekommen eine Schreibzeitverlängerung von 10 Werktagen pro Prüfungsphase (Semester) gewährt. Der Abgabetermin für die regulären Hausarbeiten verschiebt sich damit auf den 14.04. bzw. 14.10., für Hausarbeiten mit gesonderten Abgabeterminen entsprechend um 10 Werktage.

    Bei der Berechnung geht der Prüfungsausschuss davon aus, dass die Eltern für die Gewährleistung einer Betreuung des Kindes/der Kinder von ca. 6h täglich selbst verantwortlich sind und sich das Studium durch die herabgesetzte Wochenarbeitszeit um 2 Semester (BA) bzw. 1,5 Semester (MA) verlängert.

    Als Nachweis dient die Kopie der Geburtsurkunde des jüngsten Kindes sowie eine eidesstattliche Erklärung, dass das Kind im eigenen Haushalt lebt.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Pflege von Angehörigen Pflege von Angehörigen

    Haben Sie durch die regelmäßige Pflege von Anghörigen weniger Zeit für Ihr Studium zur Verfügung, kann dies durch eine Verlängerung der Prüfungsphase für schriftliche Hausarbeiten ausgeglichen werden.
    Können Sie wegen der Pflegeroutine Lehrveranstaltungen nur in einem bestimmten Zeitfenster wahrnehmen, können Sie zu bevorzugt zu den "passenden" Lehrveranstaltungen zugelassen werden. In beiden Fällen benötigen Sie eine Bestätigung der betreuenden Ärztin/des betreuuenden Arztes über die Pflegebedürftigkeit Ihres/r Angehören und in welchem Umfang/ggf. zu welchen Zeiten Sie die Pflege Ihres/r Angehörigen übernehmen.

Durch einen erhöhten Zeitbedarf bei der Bearbeitung von Prüfungen oder eine herabgesetzte Wochenarbeitszeit wegen Kindererziehung verlängert sich das Studium. Damit wird bei der Bemessung der Schreibzeitverlängerung „gerechnet“. Für Sie bedeutet dies, dass Sie weniger Prüfungsleistung pro Semester ablegen als Studierende ohne Beeinträchtigung/Er­ziehungs­ver­ant­wor­tung. Damit soll u.a. vermieden werden, die Bearbeitungszeit maßgeblich in die Vorlesungszeit des nächsten Semesters zu strecken.

Die Studienberatung erarbeitet mit Ihnen gerne einen an Ihre individuelle Situation angepassten Studienverlaufsplan!

Der Beschluss kann nur für das Hauptfach Erziehungswissenschaft gelten. Bitte wenden Sie sich für Fragen rund um den Nachteilausgleich im Nebenfach an die dort jeweils zuständige Studienberatung!