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Top Down Finanzierung

Wenn Sie sich dafür interessieren, als Teammitglied oder als Koordinatorin oder Koordinator an einem internationalen Verbundforschungsprojekt teilzunehmen mit dem Ziel, eine gesellschaftliche Herausforderung  zu lösen, die die Europäische Kommission als von überregionaler Bedeutung identifiziert hat – wäre eine Top Down Finanzierung für Sie eventuell das Richtige.

Mit Hilfe der Industrie und anderer Akteure hat die Europäische Kommission einige "gesellschaftliche Herausforderungen" benannt, die sie als besonders wichtig für die Entwicklung Europas in den nächsten Jahren betrachtet. Um die Arbeit an diesen Themen zu unterstützen, finanziert die Europäische Kommission die Zusammenarbeit internationaler Konsortien - im Idealfall bestehen sie nicht nur aus Universitäten und Forschungsinstitutionen, sondern auch aus staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen sowie der Industrie und Kleinen Mittleren Unternehmen.

Wie finde ich einen Schwerpunkt, der zu meiner Forschung passt?

Zu jeder von diesen gesellschaftlichen Herausforderungen schreibt die Kommission alle zwei Jahre ein "Work-Programm" aus. Jedes einzelne Arbeitsprogramm enthält spezifizierte Zielsetzungen bzw. Forschungsschwerpunkte - sogenannte "calls" - zu festgelegten Themen. Das Arbeitsprogramm enthält auch wichtige Informationen über die politischen Hintergründe, den genauen Umfang und die Ziele – das sind unabdingbare Informationen für einen erfolgreichen Antrag.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Work-Programm 2016-2017Work-Programm 2016-2017

    • Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen
    • Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, marine, maritime und limnologische Forschung und Biowirtschaft
    • Sichere, saubere und effiziente Energie
    • Intelligenter, umweltfreundlicher und integrierter Verkehr
    • Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe
    • Europa in einer sich verändernden Welt: integrative, innovative und reflektierende Gesellschaften
    • Sichere Gesellschaften – Schutz der Freiheit und Sicherheit Europas und seiner Bürger

Horizont 2020 erfordert mehr "Sucharbeit" von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, jedenfalls mehr als im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm. In diesem Zusammenhang erwartet die Kommission Ihre Kreativität. Möglicherweise können Sie Ihr Know How nicht "nur" im Rahmen des Arbeitsprogramms, das Ihrem Thema am nächsten liegt, einsetzen, sondern auch in Zusammenarbeit mit anderen "calls" aus anderen Arbeitsprogrammen.


Sie können nach einem passenden "call" auf zwei Arten suchen: 

Auf der Webseite Find you area können Sie die verschiedene Themenbereiche nach entsprechenden "open calls" durchsuchen. Eine unterstützende Beschreibung ist vorhanden. ODER,  auf der rechten Seite der gleichen Webseite können Sie einen Begriff eingeben und nach relevanten "Work-Programmen" und "calls" suchen lassen.

Wie Sie sehen werden, verlangen die "calls" interdisziplinäre Arbeit. Die meisten  auch Partner aus dem gesamten Spektrum der Wissenschaft, der Industrie - wie Kleine Mittlere Unternehmen, der Zivilgesellschaft und zum Teil auch staatliche Akteure. Einige "calls" geben sehr klar an, welchen Grad an Marktnähe das Projekt erreichen muss. Dies betrifft insbesondere den Schwerpunkt der Nano- und Biotechnologie. Businesspläne werden teilweise auch erwartet. Bei jedem "call", der dies erwartet, werden die entsprechenden Richtlinien zur Verfügung gestellt.

Projektbudgets

Die "calls" beinhalten auch Informationen darüber, was ein "normales" Budget für die verlangte Arbeit sein könnte. Es ist nicht ratsam, ein Projekt außerhalb dieser Parameter vorzuschlagen, es sei denn, es gibt gute Gründe dafür. In den meisten Fällen werden 100 Prozent der Projektkosten gedeckt plus 25 Prozent indirekter Kosten. Für Projekte, die näher am Markt liegen, sogenannte "Innovationsprojekte", können die meisten Partner eine Finanzierung bis zu 70 Prozent der Kosten erhalten plus 25 Prozent der indirekten Kosten. No-Profit-Organisationen sowie Universitäten, können auch bei diesen Projekten 100 Prozent ihrer Kosten erstattet bekommen.

Kontakt für weitere Informationen:
Dr. Lois Ann Woestman
EU-Referentin der Philipps-Universität Marburg
Tel. ++49(0)6421-28 24919