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Universitätsweites Monitoring zur Verbesserung der Situation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler

An der Philipps-Universität wurde der Alltag von Promovierenden und Postdoktorandinnen und Postdoktoranden im Rahmen zweier Projekte näher untersucht. Es wurde unter anderem hinterfragt:

  • Wie gestalten sich Promotionspraxis und Betreuung?
  • Wie werden Nachwuchsförderung und Qualitätssicherung eingeschätzt?
  • Wo sehen Promovierende und PostDocs positive Ansätze und in welchen Bereichen gibt es konkrete Unterstützungswünsche?

Diesen und ähnlichen Fragen wurde in den nachstehenden Projekten unter anderem mittels Online-Umfragen und Interviews an ausgewählten Fachbereichen nachgegangen.

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    Übergeordnetes Ziel des Projekts war es, die Promotionsbedingungen an der Philipps-Universität weiter zu verbessern. Hierfür wurden zunächst die Promotionspraxis an der Philipps-Universität, die Nachwuchsförderung und Fragen der Qualitätssicherung näher beleuchtet, um mehr darüber zu erfahren, was in diesen Bereichen gut und weniger gut organisiert ist. Mit Unterstützung einer Arbeitsgruppe („AG Promotion“) wurden Evaluationsinstrumente entwickelt und getestet, inwieweit sie dafür geeignet sind, hilfreiche Informationen zu den genannten Themenbereichen gewinnen zu können. Die Ergebnisse der Evaluationen dienen als Grundlage für Empfehlungen zur Verbesserung der Promotionsbedingungen an der Philipps-Universität und sollen zur Entwicklung einer nachhaltigen Qualitätssicherung beitragen.
    Die Arbeit im Projekt erfolgte vor dem Hintergrund, dass die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland in den letzten Jahren immer wieder im Mittelpunkt des Interesses von Hochschulpolitik und Öffentlichkeit steht. So werden unter anderem die Arbeitsbedingungen von Promovierenden, die Qualitätssicherung in den verschiedenen Phasen einer Promotion und die Karrierechancen inner- und außerhalb der Wissenschaft breit diskutiert. Hierbei wird immer wieder festgestellt, dass zu vielen Aspekten der Nachwuchsförderung eine verlässliche Datengrundlage fehlt. Für die Philipps-Universität Marburg trug das Projekt zu einer Verbesserung der Datenlage bei. Zudem wurden Evaluationsinstrumente entwickelt und getestet, die für ein regelmäßiges Monitoring genutzt werden könnten. Die Arbeit im Projekt „Qualitätssicherung der Nachwuchsförderung“ konzentrierte sich zunächst auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Promotionsphase.

    Einbettung des Projekts
    Das Projekt wurde von September 2013 bis August 2015 an der Philipps-Universität Marburg durchgeführt. Es war im Dezernat Planung und Forschung (Dez. I), Abteilung Forschung und Wissenstransfer, Referat für wissenschaftlichen Nachwuchs, angesiedelt. Da Fragen der Qualitätssicherung ein wichtiger Bestandteil des Projekts waren, bestand zudem eine enge Vernetzung mit dem Referat für Qualitätsmanagement. Das Projekt wurde aus Mitteln des Studienstrukturprogramms des Landes Hessen kofinanziert.

    Evaluationsintrumente
    Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Instrumente entwickelt, mit denen Erkenntnisse über den Zustand der Nachwuchsförderung und die Wünsche der verschiedenen Akteurinnen und Akteuren gewonnen werden können. Die wichtigsten Instrumente sind hierbei Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Fachbereiche und Online-Umfragen unter Promovierenden und Betreuungspersonen der Philipps-Universität.

    Als Grundlage für die qualitativen Interviews wurde ein speziell auf die Fragestellungen des Projekts ausgerichteter Leitfaden entwickelt. Die Interviews wurden im Spätsommer und Herbst 2014 am Fachbereich Biologie und am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie durchgeführt. Es handelte sich um Gruppeninterviews, in denen Promovierende, Betreuende und mit der Administration von Promotionen befasste Personen anhand des Leitfadens zu verschiedenen Aspekten der Promotionspraxis befragt wurden. Darüber hinaus wurden alle Interviewpartnerinnen und Interviewpartner gebeten mitzuteilen, welche Themen ihrer Meinung nach in den Online-Umfragen aufgegriffen werden sollten.

    In den im Projekt erarbeiteten Online-Umfragen hatten im Mai 2015 Promovierende und Betreuungspersonen der gesamten Philipps-Universität Marburg die Möglichkeit, Fragen zu ihren persönlichen Erfahrungen mit der Promotionspraxis, den Arbeitsbedingungen Promovierender und der Nachwuchsförderung an der zu beantworten. Eine Ausnahme stellen die Angehörigen des Fachbereichs Medizin dar, dessen Promotionsgeschehen sich auf Grund der dortigen spezifischen Gegebenheiten nicht ohne Weiteres mit derselben Umfrage erfassen lässt. Sollte das Monitoring verstetigt werden, ist jedoch eine Einbeziehung der Medizin angedacht.

    Bei der Erarbeitung der Online-Umfragen wurden neben Aspekten, die sich aus den im Projekt geführten Interviews ergaben, auch die Ergebnisse einer Gremienklausur zum Thema Wissenschaftlicher Nachwuchs, die im Mai 2014 an der Philipps-Universität Marburg durchgeführt wurde, berücksichtigt. Darüber hinaus wurden frühere Umfragen verschiedener Hochschulen sowie von Forschungseinrichtungen ausgewertet. Neben öffentlich zugänglichen Publikationen wurden dem Projektteam freundlicherweise auch interne bzw. noch nicht veröffentlichte Umfragen des Karlsruhe House of Young Scientists des Karlsruher Institut für Technologie (www.khys.kit.edu) und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (www.dzhw.eu) zur Verfügung gestellt.

    Ergebnisse
    Interviews: Die moderierten Interviews an den Fachbereichen Gesellschaftswissenschaften und Philosophie sowie Biologie boten Promovierenden, Betreuenden und mit der Promovierendenverwaltung betrautem technisch-administratives Personal eine Möglichkeit des direkten Austausch. Dies wurde von den Beteiligten sehr positiv beurteilt. Im Rahmen der Diskussionen stellten sich einige Themenbereiche und Fragen als für die Beteiligten besonders wichtig heraus. Diese Erkenntnisse fanden Eingang in die Gestaltung der Online-Umfragen.

    Online-Umfragen: Die technische Durchführung und die Auswertung der Online-Umfragen unter Promovierenden und Betreuenden der Philipps-Universität erfolgte durch das Befragungscenter der Philipps-Universität Marburg. Das Befragungscenter hat die Ergebnisse im September 2015 in einem Abschlussbericht zusammengefasst. Auf der Grundlage der Auswertungen hat das Projektteam eine Beschreibung der Ergebnisse (inklusive einiger im Abschlussbericht nicht ausgewerteter Erkenntnisse aus offenen Antworten) erstellt. Zudem hat das Projektteam Profile der typischen Promovierenden und Betreuenden erstellt, die auf den Durchschnittswerten der Antworten basieren und die Ergebnisse auch bundesweiten Trends gegenüberstellen.

    Diese Dokumente sind nur im Intranet der Philipps-Universität Marburg abrufbar:
    Abschlussbericht des Befragungscenters
    Beschreibung der Ergebnisse in Worten (mit Verweisen auf die entsprechenden Tabellen/Abbildungen des Abschlussberichts und mit einigen zusätzlichen Antworten auf offene Fragen)
    Promovierende und Betreuende im Profil (mit kurzer Einordnung gegenüber deutschlandweiten Umfragen, früheren Daten zur Promotionspraxis an der UMR und einer Einschätzung im Rahmen der Gesamtevaluation)

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    Zielsetzung des Projekts ist es, mittels einer Online-Umfrage (auf Deutsch und Englisch) unter Postdoktorandinnen und Postdoktoranden (PostDocs) einen empirisch fundierten Bestand an Daten und Informationen zu dieser Gruppe zu gewinnen. Auf Grundlage dieser Daten sollen Empfehlungen zur weiteren Verbesserung der aktuellen Situation erarbeitet werden. Sie sollen zudem empirisch fundierte Entscheidungen von Gremien und Präsidium ermöglichen. Die Arbeit im Projekt erfolgt vor dem Hintergrund, dass der Qualifikationsphase nach der Promotion und den Karrierechancen von PostDocs in den letzten Jahren eine größere Aufmerksamkeit zukommt, wie ver­schiedene Studien (z.B. die Postdoc-Studie der Universität Jena) und Stellungnahmen (z.B. die „Empfehlungen zu Karrierezielen und ‑wegen an Universitäten“ des Wissenschaftsrats vom 11.7.2014) zeigen. Die Datengrundlage, um die Situation empirisch fundiert einschätzen zu können, ist jedoch nach wie vor lückenhaft. Dieses Defizit soll mit der Durchführung dieses Projekts für die Philipps-Universität Marburg behoben werden.

    Einbettung des Projekts
    Das Projekt wurde vom 1. September 2015 bis 31. August 2016 an der Philipps-Universität Marburg durchgeführt. Es war im Referat für wissenschaftlichen Nachwuchs der Abteilung Forschung und Wissenstransfer im Dezernat I - Strukturentwicklung und Forschung angesiedelt. Die Projektleitung lag bei Dr. Anne Holzapfel, Referentin für wissenschaftlichen Nachwuchs, die Projektkoordination hatte Dr. Monika Schötschel-Fleischer inne. Das Projekt - offizieller Titel Monitoring der Situation des promovierten wissenschaftlichen Nachwuchses (Praxis, Förderung, Qualitätssicherung) - hatte eine Laufzeit von einem Jahr und wurde aus Mitteln des Studienstrukturprogramms des Landes Hessen gefördert.

    Online-Umfrage unter promovierten Angehörigen der Philipps-Universität
    Um fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was die verschiedenen Gruppen Promovierter an der Philipps-Universität kennzeichnet und was sie bewegt, wurde im April 2016 eine Online-Umfrage durchgeführt. Zu den Themenbereichen der Umfrage gehörten unter anderem der bisherige Werdegang und die künftigen Pläne der Befragten, aber auch ihre Zufriedenheit mit der derzeitigen Arbeitssituation und den Unterstützungsangeboten seitens der Philipps-Universität. Zur Teilnahme wurden rund 700 Promovierte aufgefordert, die entweder zum Personal der Philipps-Universität gehören oder die ihren wissenschaftlichen Schwerpunkt hier haben. Hiervon ausgenommen waren Inhaberinnen und Inhaber von unbefristeten Professuren. Mit rund 240 auswertbaren Fragebögen beträgt der Rücklauf gut ein Drittel, so dass mit statistisch relevanten Aussagen zu rechnen war. Die Online-Umfrage wurde im Herbst 2016 ausgewertet und veröffentlicht.

    Ergebnisse (pdf-Format)