"Special Needs"

Auslandsaufenthalte für Studierende mit besonderen Bedürfnissen/Behinderung

Erasmus+ soll die Chancengleichheit und Inklusion fördern, Lernenden aus benachteiligten Verhältnissen und mit besonderen Bedürfnissen/Behinderung soll der Zugang zum Programm erleichtert werden. Aus diesem Grund besteht im ERASMUS+-Programm die Möglichkeit für Studierende mit Behinderung und für alleinerziehende Studierende mit Kind/ern, eine zusätzliche Förderung zu beantragen, um den Auslandsaufenthalt zu erleichtern.

Auslandsaufenthalte für Studierende mit Behinderung

Ein Auslandsaufenthalt stellt für Studierende mit Behinderung eine besondere Herausforderung dar. Neben der Frage nach einer geeigneten Gasthochschule und deren Ausstattung stellen sich Fragen nach der passenden Unterkunft, Betreuung vor Ort und Finanzierungsmöglichkeiten. Studierende mit Behinderung, die einen Auslandsaufenthalt planen, sollten daher mit der Planung frühzeitig beginnen. Wir möchten Studierende mit Behinderung gerne ermutigen, sich über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes zu informieren und bieten gerne Unterstützung bei der Planung an. Wir empfehlen Ihnen, auf jeden Fall früh das persönliche Beratungsangebot am Fachbereich und im ERASMUS-Büro des International Office zu nutzen.

Wir vom ERASMUS-Büro freuen uns, dass wir regelmäßig Studierenden mit Behinderung bei ihrem Auslandsaufenthalt mit ERASMUS unterstützen können. Ebenso durften wir schon einige Studierende mit Behinderung aus dem Ausland bei uns begrüßen, die über das ERASMUS-Programm nach Marburg gekommen sind. Lesen Sie dazu auch gern den Artikel in der Oberhessischen Presse über eine unserer ERASMUS-Incomer, die im Sommersemester 2015 am Fachbereich 09: Germanistik und Kunstwissenchaften studiert hat.

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums ist eine Erfahrung, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten - wir helfen Ihnen auf dem Weg!

Vorbereitung

Folgende Schritte müssen Sie bei Ihrer Planung des Auslandsaufenthalts rechtzeitig berücksichtigen:

  • Universität finden
  • Wohnung finden (plus evtl. Hilfsmittel vor Ort leihen)
  • Anträge stellen (BAföG, Landschaftsverband, Sozialamt, Krankenkasse, DAAD)
  • Assistenz suchen (Pflegeassistenz, Studienassistenz)
  • Flüge buchen
  • und dann kann es langsam losgehen!

Hilfreiche Links

zur Finanzierung

zur praktischen Vorbereitung

Mit ERASMUS ins Ausland

Bei der Bewerbung um einen ERASMUS-Studienplatz, aber natürlich auch bei der individuellen Suche nach einem Praktikumsplatz, müssen die Angebote für Personen mit Behinderung und die örtlichen Gegebenheiten sorgfältig geprüft werden, insbesondere bzgl. der Barrierefreiheit und der bestehenden Service-Angebote.  Da wir mit verschiedenen Partneruniversitäten bereits positive Erfahrungen gemacht haben, kann auch hier die persönliche Beratung hilfreich sein. Nützliche Informationen zu behindertengerechten Hochschulen finden Sie auch auf den Seiten der European Agency for Development in Special Needs Education.

Wenn die Wahl bzgl. der Gastuniversität und Gast-Stadt gefallen ist, stehen die Suche nach einer geeigneten Wohnung, die Organisation der Assistenz vor Ort und natürlich die Planung der Anreise an. Bei der Suche nach einer barrierefreien Unterkunft kann normalerweise die Gastuniversität helfen, da die Mitarbeiter/innen die wichtigen Ansprechpartner vor Ort kennen.

Finanzielle Förderung

Für die finanzielle Seite der Mobilität müssen die Bedingungen für einen Auslandsaufenthalt frühzeitig mit den entsprechenden Trägern (Krankenkasse, Sozialamt, BAföG-Amt u.a.) abgeklärt werden. Dazu kontaktieren Sie bitte Ihre entsprechenden Sachbearbeiter/innen in den entsprechenden Institutionen.

Studierende sollten für einen Auslandsaufenthalt mit Erasmus+ auch BAföG in Anspruch nehmen, unabhängig von einer Beantragung von Sondermitteln.

Studierende mit Behinderung, die für einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum über ERASMUS ins Ausland gehen wollen, haben auch die Möglichkeit, eine zusätzliche Förderung über das ERASMUS-Programm zu beantragen. Diese sollen dazu dienen, die durch den Auslandsaufenthalt anfallenden Mehrkosten aufzufangen, die nicht von Krankenkasse, Sozialamt oder anderen Trägern übernommen werden. Die Sonderförderung kann nach der Auswahl für eine Erasmus+ Förderung von Studierenden und Graduierten mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 beantragt werden.

Fördersätze

Die Förderung kann entweder Pauschal oder über einen eigenständigen Antrag geschehen.

Pauschale Förderung

Bei einer pauschalen Förderung wird für den/die Antragsteller/in der Länderhöchstsatz für das jeweilige Gastland des Aufenthalts bewilligt.

Studium:

Ländergruppe 1: 500 EUR
Ländergruppe 2: 450 EUR
Ländergruppe 3: 400 EUR

Praktikum:

Ländergruppe 1: 700 EUR
Ländergruppe 2: 650 EUR
Ländergruppe 3: 600 EUR

Mehrbedarf

Kosten für die Mobilität im Ausland, die nicht über diesen Pauschalbetrag getragen werden können, erfordern einen eigenen Antrag auf Mehrbedarf. Der Zuschuss wird errechnet auf Basis der durch den Auslandsaufenthalt bedingten Mehrkosten, sofern nicht andere nationale Stellen (Integrationsämter, Krankenkassen, Landschaftsverbände, Sozialämter, Studentenwerk) diese finanzieren. Diese sind bei der Antragstellung aufzuführen und nachzuweisen. Die Höchstgrenze für eine individuelle Sonderförderung durch das ERASMUS-Programm beträgt 10.000 EUR.

Beantragung

Die Beantragung der Sondermittel erfolgt über die Heimathochschule. Die Beantragung erfolgt nach der Zusage auf einen ERASMUS-Platz und die reguläre Erasmus+ Förderung, aber vor Beginn des Aufenthalts. Eine nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen.

Antragsformulare

Der Antrag auf Mehrbedarf muss mindestens zwei Monate vor Beginn des Aufenthalts beim DAAD vorliegen, bitte berücksichtigen Sie dabei auch die zusätzliche Bearbeitungszeit von min. 2 Wochen im ERASMUS-Büro. Für die Beantragung der Sondermittel müssen Sie folgende Unterlagen einreichen:

Erforderliche Unterlagen

Vor dem Aufenthalt:

  • Antragsformular im Original unterschrieben
  • Nachweis über die Behinderung mit Angabe zum Grad der Behinderung
  • Kostenaufstellung für den Auslandsaufenthalt
  • Aufstellung der Unterstützungsleistungen anderer Träger mit entsprechenden Nachweisen

Nach dem Aufenthalt:

  • Gefördertenbericht, ergänzt um die besonderen Aspekte des Aufenthaltes mit Behinderung
  • für die Förderung auf Mehrbedarf: Originalbelege (Flugtickets, Mietverträge, Werkverträge mit Betreuungspersonal,
  • Zahlungsnachweise o. ä.).

Erfahrungsberichte

Auslandsaufenthalte mit Kind/ern

Für Studierende, die mit Kind bzw. Kindern für einen Studienaufenthalt über ERASMUS ins Ausland gehen wollen und während des Aufenthalts alleinerziehend sind, gibt es die Möglichkeit, zusätzliche Fördermittel zu beantragen.

Fördersätze

Aufenthalte mit Kind/ern werden einheitlich mit einem Zuschuss von 200 EUR/Monat unterstützt.

Beantragung

Um den Zuschuss für Kinder zu erhalten, stellen Studierende vor Beginn des Aufenthalts einen Antrag im ERASMUS-Büro der Heimathochschule. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.

Erforderliche Unterlagen

Vor dem Aufenthalt:

  • Antragsformular, im Original unterschrieben
  • Nachweis über Mobilität mit Kind/ern

Nach dem Aufenthalt:

  • Nachweis über die Mitnahme des Kindes/der Kinder ins Ausland (z. B. Reiseunterlagen oder
  • Betreuungsnachweise vor Ort)
  • Gefördertenbericht, der um die besonderen Aspekte des Aufenthalts mit Kind/Kindern ergänzt ist

Kontakt

Binja Homann
ERASMUS-Büro
Deutschhausstr. 11+13, R. -1/0070
Tel.: (06421) 28 26236