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Ringvorlesung: Dr. Jana Groth - Intersektionalität und Mehrfachdiskriminierung in Deutschland

Veranstaltungsdaten

25. Oktober 2021 18:30

00/0020 (Gr. Hörsaal), Deutschhausstr. 10

In der ersten Ausgabe der Ringvorlesung im Wintersemester 2021/22 ist Dr. Jana Groth aus Marburg zu Gast und spricht über "Intersektionalität und Mehrfachdiskriminierung in Deutschland. Marginalisierte Stimmen im feministischen Diskurs der 70er, 80er und 90er Jahre". Moderiert wird das Gespräch von Johannes M. Becker und Zuhörer/innen haben wieder die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Ungleiche Schwestern – Ausgrenzungen und Hierarchien im feministischen Diskurs der 70er, 80er und 90er Jahre

Gibt es den Feminismus? Was bedeutet Mehrfachdiskriminierung und wie wird sie von den Betroffenen wahrgenommen? Was können feministische Theorie und Praxis aus den Erfahrungen mehrfach diskriminierter Frauen lernen? Können feministische Bewegungen für alle Frauen sprechen? Welche Unterschiede werden ausgeblendet und warum? Diese und andere Fragen beantwortet Jana Groth durch eine systematische Aufarbeitung der Ausgrenzungserfahrungen mehrfach diskriminierter Frauen in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren in Deutschland.

Jana Groth zeigt, dass sich in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren eine Vielzahl von politischen und wissenschaftlichen Akteurinnen finden lässt, die als mehrfach diskriminierte Frauen immer wieder auf Lücken und Ausschlüsse im feministischen Diskurs hinwiesen und seitdem um Sichtbarkeit kämpfen. Dazu gehören: afrodeutsche Frauen, Migrantinnen, jüdische Frauen, Sinti- und Romafrauen, Arbeitertöchter, lesbische Frauen und Frauen mit Behinderung. Ähnlich wie die Konflikte zwischen proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung im 19. Jahrhundert ausführlich dokumentiert sind, können so auch die Konflikte zwischen verschiedenen Frauengruppen am Ende des 20. Jahrhunderts hervorgehoben und analysiert werden. Damit soll der Mythos einer einheitlichen und alle Frauen gleichermaßen verbindenden Zweiten Frauenbewegung hinterfragt und zurechtgerückt werden.

Jana Groth studierte Sozialwissenschaften und Philosophie in Leipzig sowie Friedens- und Konfliktforschung in Marburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind makrosoziologische Gewaltforschung, ethnopolitische Konflikte, soziale Ungleichheiten, Diskriminierung, Intersektionalität und qualitative Methoden.

Wir freuen uns sehr, alle Interessierten in diesem Semester wieder live begrüßen zu können! Es gelten die aktuellen Verordnungen zur Infektionsprävention der Universität Marburg.

Das aktuelle Programm der Ringvorlesung steht hier zur Verfügung.

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