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Internationale Sommerschulen

Sommerschule  "Conflicts and Challenges in Central Asia from a Regional and Transregional Perspective" im Juni 2017 in Almaty, Kasachstan
Foto: Zentrum für Konfliktforschung
Sommerschule "Conflicts and Challenges in Central Asia from a Regional and Transregional Perspective" im Juni 2017 in Almaty, Kasachstan

Unsere internationalen Sommerschulen beschäftigen sich mit verschiedenen zentralen Themen der Friedens- und Konfliktforschung, zuletzt etwa „Armut als Konfliktrisiko“ oder der Bedeutung von Erinnerungspolitik für nachhaltigen Frieden. Die Sommerschulen sind stets auch ein Ort der Begegnung zwischen Studierenden und Lehrenden mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Hintergründen. Die Förderung internationaler Verständigung gehört deshalb zu den wichtigen Zielen, die wir mit ihnen verfolgen. Bisherige Sommerschulen fanden, in der Regel gefördert vom DAAD, vor allem in Zentralasien und der Ukraine statt. Darüber hinaus ist das Zentrum für Konfliktforschung an der Durchführung der Hessen International Summer University beteiligt.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen 2017 "Conflicts and Challenges in Central Asia from a Regional and Transregional Perspective" in Almaty, Kasachstan2017 "Conflicts and Challenges in Central Asia from a Regional and Transregional Perspective" in Almaty, Kasachstan

    in Zusammenarbeit mit der Al-Farabi-Kazakh National University (KAZNU)

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen 2013 "Youth and Conflict - Conflict Resolution Education in Central Asia" in Bishkek, Kirgisistan2013 "Youth and Conflict - Conflict Resolution Education in Central Asia" in Bishkek, Kirgisistan

    mit Unterstützung der Kyrgyz Russian Slavonic University (KRSU) und mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen 2012 "Socio-Economic Aspects of Conflict Resolution" in Dushanbe, Tadschikistan2012 "Socio-Economic Aspects of Conflict Resolution" in Dushanbe, Tadschikistan

    Summer School on Socio-Economic Aspects of Conflict Resolution, August 2012
    mit Unterstützung der Russian-Tajik Slavonic University in Dushanbe und mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung

    Zum dritten Mal hat das Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg eine Sommerschule zur Konfliktprävention in Zentralasien durchgeführt. Während die Marburger Lehrenden in den letzten beiden Jahren in Kasachstan mit Studierenden aus Zentralasien und Deutschland Themen aus der Friedens- und Konfliktforschung diskutiert haben, fand die vom DAAD geförderte Sommerschule in diesem Jahr in Dushanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, inwiefern Armut und soziale Ungerechtigkeit sowie die Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen das Risiko von Konflikten erhöhen. „Uns ging es in erster Linie darum, Studierende aus den verschiedenen Ländern zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam Methoden zu diskutieren, mit denen man Konflikte analysieren und bearbeiten kann“, so Prof. Dr. Thorsten Bonacker, der die Sommerschule leitete. Als Beispiel dafür wurden Ansätze der Konfliktregulierung zwischen organisierten Interessengruppen in den industriellen Beziehungen diskutiert. „Hieran kann man lernen, wie Gruppen ihre gegensätzlichen Interessen konstruktiv verhandeln können“, so Dr. Kerstin Zimmer vom Zentrum für Konfliktforschung, die, wie auch Prof. Dr. Pascal da Rocha und Judith von Heusinger, an der Sommerschule unterrichtete. In vielen Vorträgen ging es auch um die Rolle, die der Islam im heutigen Tadschikistan, aber auch in den anderen zentralasiatischen Ländern spielt.

    Bericht der Sommerschule

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen 2011: "The Politics of Memory in Transition: Applying Methods of Conflict Analysis and Approaches to Conflict Resolution in Central Asia" in Astana, Kasachstan2011: "The Politics of Memory in Transition: Applying Methods of Conflict Analysis and Approaches to Conflict Resolution in Central Asia" in Astana, Kasachstan

    Erinnerungspolitik in Zentralasien
    Zentrum für Konfliktforschung veranstaltete zweite Sommeruniversität in Kasachstan

    mit Unterstützung der Kazakh University of Humanities and Law und mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung

    Bereits zum zweiten Mal hat das Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität in Kooperation mit der Kazakh University of the Humanities and Law in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, eine Sommeruniversität organisiert. Geleitet wurde die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Friedrich-Ebert-Stiftung finanzierte Sommerakademie von Prof. Dr. Thorsten Bonacker, der sich vor allem vom Engagement der Teilnehmer und der gelungenen Mischung von Theorie und Praxis beeindruckt zeigte: „Unsere Idee war es, verschiedene Studierende aus der Region mit Akademikern und Experten aus der angewandten Friedens- und Konfliktforschung zusammenzubringen.“

    Im Mittelpunkt der einwöchigen englischsprachigen Veranstaltung stand die Art und Weise, wie sich Gesellschaften nach dem Ende von Diktatur und gewaltsamer Unterdrückung dieser Zeit erinnern. Die deutsche Erinnerung an den Holocaust und der Umgang mit den Opfern der nationalsozialistischen Diktatur in der Bundesrepublik und der DDR spielte dabei eine besondere Rolle. Zugleich wurden aber vor allem auch Ansätze des Gedenkens an Opfer der Stalin-Ära in der Sowjetunion thematisiert. Gemeinsam mit den rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan und Deutschland diskutierten die Dozenten des ZfK, welche Lehren aus schweren Menschenrechtsverletzungen in der Vergangenheit insbesondere für friedliche Formen der Konfliktbearbeitung gezogen werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen darüber hinaus auch eine Einführung in Ansätze der Konfliktanalyse und des Konfliktmanagements. „Ein Student aus Kasachstan kommentierte die Sommerschule als ‚Augen öffnendes Erlebnis’“, erzählt Bonacker und fügt hinzu: „Die Teilnehmer diskutierten eifrig miteinander und mit den Lehrenden.“

    Der für die afrikanische Nichtregierungsorganisation „ACCORD“ („The African Centre for the Constructive Resolution of Disputes“) arbeitende Experte für Friedensverhandlungen und Marburger Lehrbeauftragte Dr. Pascal da Rocha lobte insbesondere die Diskussionskultur der Teilnehmer, die intensiv Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Erinnerungspolitik in den zentralasiatischen Ländern debattierten. Zu dem Programm gehörten auch Besichtigungen wichtiger Gedenkstätten in Astana und bei Karaganda, der viertgrößten Stadt des erst seit 20 Jahren unabhängigen Landes. So konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehen, wie sich Erinnerungspolitik in Museen und anderen Bauwerken manifestiert.

    Von Marburger Seite komplettierten der Wissenschaftliche Mitarbeiter Tome Sandevski und Lyubov Pogromskaya, eine Absolventin des Marburger Masterstudiengangs Friedens- und Konfliktforschung, das Team der Lehrenden.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen 2010 "Conflict Transformation in Central Asia: the OSCE at the Crossroads" in Astana, Kasachstan2010 "Conflict Transformation in Central Asia: the OSCE at the Crossroads" in Astana, Kasachstan

    Erfolgreiche Sommerakademie zum Thema Konflikttransformation in Zentralasien
    Studierende und Promovierende des Zentrums für Konfliktforschung tagen in Kasachstan

    mit Unterstützung der Kazakh University of Humanities and Law und mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung

    Eine erfolgreiche Bewerbung beim Deutschen Akademischen Austauschdient (DAAD) ermöglichte dem Zentrum für Konfliktforschung der Philipps Universität Marburg die Organisation der Sommerakademie, die vom 13.-18. Juni 2010 in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, stattfand. Doktoranden und fortgeschrittene Studierende aus Zentralasien und Deutschland diskutierten im Rahmen der Veranstaltung regionale Sicherheitsherausforderungen und Ansätze der Konfliktbearbeitung.

    Die Sommerakademie fand vor dem Hintergrund des kasachischen Vorsitzes der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt. Die Veranstaltung kombinierte die Vorstellung von Forschungsergebnissen durch die Doktoranden und Studierenden mit Vorträgen von Vertretern der OSZE und kasachischen Regierung sowie Wissenschaftlern des Zentrums für Konfliktforschung. Dies ermöglichte die Verbindung praxisnaher Sichtweisen auf regionale Sicherheitsherausforderungen mit Theorien- und Methoden der Friedens- und Konfliktforschung.

    Die behandelten Themen umfassten sowohl traditionelle Sicherheitsfragen wie Grenzkonflikte, Terrorismus und organisierte Kriminalität als auch neuere Themen wie Migration, Korruption und ökonomische Probleme. Damit konnte die Sommerschule Themen ansprechen, zu denen es keine strukturierten Austauschmöglichkeiten durch Studiengänge oder Promotionsprogramme in der Region gibt.

    Die Mischung  aus Vorträgen, Gruppenarbeiten, Szenarienentwicklung, Besuche bei Nichtregierungsorganisationen und Exkursionen zu Gedenkstätten und anderen symbolträchtigen Orten in Astana führte zu spannenden Diskussionen zwischen den Teilnehmern.   Der Projektleiter, Prof. Dr. Thorsten Bonacker, zeigte sich von der Offenheit der Teilnehmer und dem Veranstaltungsort Astana beeindruckt: „Der Austausch von Wissen und unterschiedlichen Perspektiven findet auf einem hohen Niveau und in sehr offenen Atmosphäre statt. Es ist sehr spannend zu erleben, wie in dieser dynamischen, aber auch konfliktträchtigen Region, eine neue Generation von Nachwuchsforschern heranwächst, die sich mit den zentralen Themen der Friedens- und Konfliktforschung beschäftigen möchten.“

    Während der Sommerakademie in Astana kam es zu ethno-politischer Gewalt im benachbarten Kirgistan, wo Zusammenstöße zwischen Kirgisen und Usbeken hunderte Todesopfer forderten. Dazu Bonacker: „Niemand hat mit einer solchen Gewalteskalation innerhalb weniger Tage gerechnet. Die Geschehnisse in Kirgistan zeigen, dass es sich bei den im Rahmen der Akademie behandelten Fragen nicht um abstrakt-theoretische Fragen handelt. Umso wichtiger ist die Beschäftigung mit Möglichkeiten der Konfliktanalyse und Konfliktbearbeitung. Die Tatsache, dass Studierende aus beiden Gruppen an der Akademie teilgenommen haben, macht deutlich, dass es vor allem politische Eliten sind, die solche Gewalt provozieren und dass der wissenschaftliche Austausch dazu beitragen kann, Brücken zu bauen.“

    Die Sommerakademie wurde in Zusammenarbeit mit der Kasachisch Geisteswissenschaftlich-Juristischen Universität (KAZGYU), der Deutschen Botschaft, der Friedrich-Ebert- Stiftung und der DAAD-Lektorin vor Ort organisiert, die die Akademie mit finanziellen und personellen Ressourcen unterstützen. Das Zentrum für Konfliktforschung ist eine fachbereichsübergreifende Einrichtung der Philipps-Universität Marburg. Es wurde im Februar 2001 gegründet und bündelt verschiedene Lehr- und Forschungsaktivitäten, die sich auf zentrale gesellschaftliche und internationale Konfliktlagen konzentrieren.