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Geschwüre und Eiterungen. Über den Ausbau medizinischer Fachsprache im antiken Griechenland

Ulrich Geupel (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

6. Dezember 18 Uhr c.t.

Die Bedeutung der antiken griechischen Medizin liegt in der Erhebung der Heilkunde zur Wissenschaft. Damit verbunden ist der Aufbau eines wissenschaftlichen Fachvokabulars um die gewachsenen Benennungsbedürfnisse an Symptomen, Krankheiten und Behandlungsmethoden zu erfüllen. Moderne linguistische Methodik kann einen Einblick geben, wie dieser Wortschatz bei Hippokrates, Galen & Co. ausgebaut wurde und welche Verfahren dabei welche Rolle spielen. So gibt es typische Suffixe wie -sis und -ma (z.B. ἕλκωσις ‚Geschwür‘ vs.  ἕλκωμα ‚eiternde Wunde‘), die neue Wörter bilden und untereinander in nicht ganz einfach zu fassender Kongruenz stehen. Aber es besteht auch die Möglichkeit, bereits im Allgemeinwortschatz etablierte Lexeme in spezialisierter Bedeutung zu verwenden. Die morphologische Analyse und der statistische Vergleich dieser Verfahren kann aufzeigen, wie detailreich Krankheiten und Heilungsmethoden benannt wurden wie sich die Fachsprachlichkeit der altgriechischen medizinischen Texte konstituiert.

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